Hallo Welt!

Heute ist wieder ein Tag, den ich am liebsten aus dem Kalender streichen möchte.

Unser Sohn ist nun 4 Monate alt; wir hatten anfangs eine extrem schwierige Zeit.

Ich war 3 Tage über dem errechneten Termin und meine Mentalität setzt es voraus, dass ich einer der ungeduldigsten Menschen auf diesem Planeten bin.

Geduld- eine Tugend die ich definitiv nicht mit in die Wiege gelegt bekommen habe; ebenso wenig wie mein Mann…

Ich merkte früh morgens, dass irgendwas anders ist. Ich spürte ein Ziehen in meinem Unterleib und wusste: Es geht los!

Mein Mann- so dachte ich- müsste gleich Feierabend haben, denn sein 24h- Dienst geht immer von 07.30Uhr bis 07.30 Uhr.

Zu meinem Bedauern hatte er  natürlich noch einen Einsatz, sodass wir um 11.00 Uhr erst im Krankenhaus angekommen sind.

Wir hatten eine tolle und schnelle Geburt denn um kurz vor 18 Uhr ist unser erster Sohn Lenny gesund zur Welt gekommen.

Im Laufe unseres ersten Kennenlerntages und den darauffolgenden drei Aufenthaltsnächten stand nach intensivmedizinischer Überwachung relativ schnell fest: Unser Sohn ist ein Speihkind. GÖR nennen die Ärzte dieses Problem des Magenpförtners.

So, unser Sohn hat also einen Gastro-Ösophagealen- Reflux. Na wunderbar.

Schnell waren Spucktücher und Schlabberlätze nachgekauft, doch damit sollte nicht genug sein.

Wir verbrachten 4 harte und lange Wochen mit tösendem und qualvollem Geschrei unseres Babys. Niemand konnte uns helfen, niemand nahm uns ernst und niemand verstand so wirklich, dass wir uns zwar über unseren Sohn freuen, aber am Ende unserer Gedankenklarheit waren.

Oft zweifelten wir an uns, oft an ihm und vor allem öfters an unserer Liebe zu ihm. Ja- das mag sich krass anhören, aber wenn ihr alle mal ehrlich zu euch selbst seid, dann stellt ihr auch fest, dass ihr zwar alles für eure Kinder tun würdet, jedoch am liebsten ohne permanentem Geschrei,

Uns ging es miserabel.

Auf der einen Seite die Freude über ein eigenes Baby, auf der anderen Seite über 16 Stunden Geschrei pro Tag und die damit zusammenhängend wachsende Verzweiflung.

—- (dazu bald mehr)

Heute ist also wieder so ein Tag, an dem ich es gerade mal geschafft habe, mich zu duschen, meine Zähne zu putzen und einen BH unter meinem vollgespuckten Shirt zu tragen.

Lenny weint und weint. Auf dem Arm, im Bett, auf der Spieldecke, in der Wippe.

Genau heute. Daniel ist arbeiten. Ich bin zu Hause mit dem Kleinen und wollte endlich mal wieder meine Mama und meine Geschwister besuchen. War wohl nichts…

Letzte Nacht habe ich knapp vier Stunden geschlafen- jedoch nicht (wie manch einer von euch nun glauben mag) wegen Lenny, sondern weil ich eine verrückte Affinität zu jedem Vollmond habe. Denn ohne, dass ich es am Vortag weiß, schlafe ich furchtbar schlecht und drehe mich von a nach b um dann am nächsten Morgen festzustellen, dass der weiße Keks am Himmel wieder in seiner vollsten Pracht leuchtet.

Wunderbar. Diese Nacht war es wieder so weit.

Zu meinem Unmut kam also auch noch Lennys herabgesetzte Stimmung zu Tage und somit verbrachten wir unseren Tag gemeinsam verzweifelnd und abwechselnd weinerlich im Hause.

Ja, die Geduld mit einem schreienden Baby schwindet dort langsam, aber dafür sicher. Anfangs ist man noch einfühlsam und besorgt. Es wird alles ausprobiert was das Baby ruhig stimmen könnte. Dann endlich die Flasche in der Hoffnung, dass dies das Problem war und es anschließend einschläft.

Heute konnte ich ihm nichts Recht machen, ebenso wenig wie er mir.

Daniel ist auf der Arbeit, ein kurzes Telefonat lässt mir die Tränen über die Wangen schießen, denn: Ich kann nicht mehr.

Ich war müde, erledigt und verzweifelt. Auf meinem Arm unser vier Monate alter Sohn mitziehend unzufrieden.

Spazieren gehen? Auto fahren?

Wäre keine schlechte Idee. Allerdings war ich so erschöpft, dass ich es nicht einmal in Anbetracht gezogen habe, meine Jogginghose auszuziehen und mich nach draußen in die Zivilisation zu begeben.

Man fühlt sich einfach nur beschissen.

Hallo Welt! Ja, das bin ich. Und falls es euch auffällt: Mein Fürst von Mekkernich hat mal wieder seine halbe Flasche Retour geschickt. Da spart man sich Parfum, denn es lohnt sich ohnehin nicht. Statt Jean Paul Gaultier gibt es seit vier Monaten „Lennys Retouré“ 😉

4 Antworten auf „Hallo Welt!“

  1. Juhu Mona, bzw Eltern ,

    Ich wusste garnicht das du so gut schreiben kannst und freue mich auf die nächsten „Geschichten“ .

    Ihr beide schafft das, da bin ich mir sicher ! Na super der Melder geht ! Weiter so !!

    Eine gute Kollegin

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