Manchmal muss es eben Mumm sein…

Guten Abend meine Lieben, guten Tag liebe Mamis und Papis 😉

das Baby liegt im Bett, die Flaschen sind gespült, das Wohnzimmer wieder einigermaßen in seinen vorchaotischen Spielplatzzustand zurück versetzt und der Fernseher läuft.

Ich erzähle den Eltern da draußen nichts Unbekanntes, wenn ich sage: Endlich an einem Tag von 24 Stunden sieht man seinen Partner zum ersten Mal so richtig- ehe die Augen dann doch vor Müdigkeit zufallen.

Es ist anstrengend und es ist eine Herausforderung.

So ein kleines Geschöpf, völlig abhängig von zwei Menschen, die sozusagen ebenso abhängig von sich selbst sind, wie die Lunge zum Sauerstoff.

Wenn ein kleines Menschlein, das man doch so sehr liebt, die vollste Aufmerksamkeit benötigt, dann bleibt selten- und vor allem in der arbeitenden Bevölkerung- Zeit für Zweisamkeit.

Besonders dann, wenn euer Baby mehr Aufmerksamkeit erfordert, als die sogenannten Anfängerbabys.


Anfangs dachten wir, wir wären alleine mit unserem Spagat zwischen der bedingungslosen Liebe zu unserem Sohn und der chronischen Erschöpfung des neuen Daseins- insbesondere der neuen Aufgabe.

Lenny hat nur geschrien und war durch nichts zu beruhigen. Er hat kaum Schlafen können, immer Hunger gehabt und anschließend folgte der durch das Andickungsmittel in der PRE- Milch erschwerte und für ihn qualvolle Verdauungsprozess.

Woher sollten wir denn nun auch wissen, was er für ein Problem hat?

„Das sind Drei- Monats- Koliken“ , „Nach drei Monaten ist alles besser“ , „Ihr habt ein Schreikind“ und „Alles wird gut.“ – sind nur wenige der gutgemeinten tröstenden Worte der Menschen um uns herum gewesen.

Wie um alles in der Welt sollten wir nach nur zwei vergangenen Wochen noch weitere Zweieinhalb Monate überstehen?

Zum Essen keine Zeit, zum Duschen keine Zeit, zum Schlafen keine Zeit und zum Leben keine Zeit.

Die einzige Zeit, die man sich für etwas nehmen kann, definiert sich auf dem, was das weinende Baby auf unserem Arm zu ließ:

M i t w e i n e n.

Es ist schon eine Kunst und übermenschliche maschinelle Fähigkeit, die Hürden des Alltags mit Schreibaby und einem arbeitenden Elternteil zu leisten. „Frauen sind Multi-Tasking-Fähig“. Wow.

Die Zahnbürste in meinem Mund war mit Zahnpasta benetzt, meine Hände zogen mich an, meine Augen waren bei meinem Sohn und mein Körper vegetierte gedankengesteuert vor sich hin.

Einfach ist anders.

Planung ist plötzlich planlos.

Natürlich lieben Mama und Papa ihr eigenes geplantes und gewünschtes Fleisch und Blut, aber ist es nicht auch legitim in solch einer Situation zu sagen, dass man am Ende seiner Kräfte und am Ende der von allen so beschriebenen Lebenslust ist?

Die Tränen unter den Augenringen, die schnell zurück erlangte vorschwangerschaftliche Figur um die andere Neu-Mamis einen beneiden, die Leere im Ausdruck des einst so lebensfrohen Menschens und die vernachlässigte Partnerschaft sind – entgegen aller klugscheißerischen Kommentare- kein Resultat des Hormonabfalls nach der Schwangerschaft.

Im Mittelpunkt steht jedoch immer die Frage beim herzzerreißenden Anblick des weinenden Säuglings: Was hat unser Junge nur?

Ob wir das alles schaffen, WIE wir das alles schaffen und wann unser Sohn endlich lachen und verstehen kann, warum Mama und Papa ihm dieses Leben schenkten, stand vor drei Monaten für uns in den Sternen…


Lasst euch so viel gesagt sein: Wenn ihr meinen Anfang gelesen habt, dann wisst ihr, dass Lenny im Bett liegt und schläft. 😉

In diesem Sinne:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis Morgen!  🙂

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