On the road im Drive-in.

Hallo liebe Freunde 🙂

Heute sitze ich vor dem leeren Blatt meines neuen Beitrags und in meinem Kopf kreisen tausend Dinge, die ich euch gern alle auf einmal schreiben möchte.

Bevor ich die Rolle der Mama eingenommen habe, spielte ich – wie wir alle im Leben- so einige Hauptrollen meiner eigenen Laufbahn; am Tag sogar mehrere und in einem Moment auch manchmal zwei oder drei gleichzeitig.

Vielleicht wisst ihr, was ich meine, wenn ich nun mehr und mehr merke, wie die neue Rolle des Mama-Seins alle anderen urplötzlich und ungefragt in den Schatten stellt.

Da, wo man vorher Krankenschwester in einer Notaufnahme war, teilweise zwölf Tage am Stück geschuftet hat und nebenbei ein Privatleben führte, fehlt heute beides.

Das Privatleben- verkürzt und zweitrangig durch die Intensivität und Häufigkeit des Joballtags- ließ sich trotzdem noch als Tochter, Schwester, Freundin, Partnerin, Nachbarin und ja sogar Kundin in einem Einkaufsladen erleben.


„Leben, geh schon mal vor! Ich komm später nach!“, lautete tagtäglich mein Leitspruch, wenn ich mich auf der Arbeit befand; vier Rettungs-, ein Kranken- und ein Notarztwagen unsere Anfahrtsrampe besetzten, als gäbe es im gesamten Kreis kein anderes Hospital, die mir zur Verfügung stehenden zwölf Behandlungsräume aus allen Nähten zu platzen drohten und ich wieder mal nicht wusste, auf wessen Körper sich mein Kopf befand- die Arbeit überrannte sowohl mich, als auch meine Kollegen.

Wenn ich morgens um 6.00 Uhr nach einem Spätdienst bis 20.30Uhr des Abends zuvor zum Frühdienst erschienen bin, dann habe ich mich immer lauthals beschwert darüber, dass man als humanes Wesen doch bitte Anspruch auf genügend Schlaf hat, um am nächsten Tag die von einem abverlangte Arbeit leisten zu können.

Ach wie schön- heute denke ich mir: Mann war ich verwöhnt und naiv!

Inzwischen staffelt sich der Tag in vier-stündige Abschnitte, um bloß keine Raubtierfütterungszeit zu verpassen- dazwischen muss man die jeweilige Zubereitungs- und Ziehzeit der Flasche berechnen, nicht zu schweigen davon, dass man seinen Ausflug in die Außenwelt zu der und der Uhrzeit beenden und dann und dann aufbrechen muss, um ja nicht zu spät Heim zu kommen, damit die Flasche pünktlich die Schnute unseres Würmchens erreicht.

Nebenbei ist es absolut stressig, den neu eingeführten Mittagsschlaf als zukünftige Routine festzuhalten, wenn man doch eh nur vier Stunden bis zur Flasche zur Verfügung hat- von denen das Einschlaf-, Schlaf- und Aufwachprozere des Mittagsschlafs schon zweieinhalb Stunden einnimt.

Bleibt also nicht mehr viel Zeit zwischen Mittags- und Nachmittagsflasche übrig für Unternehmungen.

Sehr cool- dann denken einige von euch sicherlich:

Morgens und nachmittags ist doch dann ne Menge Zeit!

Klasse Idee- doch die Mamas werden mir zustimmen wenn sie nun lesen, dass man morgens froh ist, wenn man geduscht, das Kind angezogen, ein Knoppers gegessen und die Zähne geputzt hat. Vor allem wenn der alt bekannte Postbote einen nicht dann erwischt, wenn man noch in Jogginghose und mit zerzüsseltem Zopf „on the road“ ist. Der kleine Kumpel muss nämlich bei all dem Ablauf gut mitspielen, sonst klappt überhaupt nichts; wobei das betonend oft schief geht.

Und nachmittags? Haha. Wisst ihr, was es für eine Herausforderung ist, wenn das Baby am frühen Abend im Kinderwagen oder im Auto einschläft, obwohl es abends nach der 20Uhr-Flasche eigentlich am liebsten bis zum nächsten Morgen schlafen soll?

Das ist wie Turmspringen- in ein Becken voller sich darunter mit aufgerissener Schauze befindenen Krokodilen!!

Heißt also im Klartext: Man müsste direkt nach der Flasche zu einem vorher ausgemachten Ziel fahren, um dort eine Stunde verweilen zu können und anschließend die Heimreise anzutreten, damit- sobald man zu Hause angekommen ist- das Baby nach seinem kurzen Nickerchen im Auto noch ausreichend so bespaßen kann, dass es zum Zeitpunkt seines Fläschchens auch müde ist.


Noch vor etwa 15 Monaten habe ich mich täglich über die mir unzureichend erfüllende wenige Zeit beschwert, sah mein Leben und all meine Freizeit an mir vorbeisausen, war froh, wenn ich meinen heutigen Mann und meine Familie mal aus der Ferne betrachten konnte und fühlte mich chronisch des Schlafnachholbedarfs anzogen.

Nun, lebend in der Gegenwart, möchte ich unseren Sohn absolut nicht wegdenken, bin froh, dass unser Wunschbaby gesund zur Welt gekommen ist und entfalte mich in meiner Rolle als Mama- habe weniger Zeit um Ehefrau, Tochter, Schwester, Freundin oder auch Kundin im Einkaufsladen zu sein.

Kurze Wechsel von“ Spät“- auf „Frühdienst“, wenig Schlaf, unterbrochenener Schlaf, unregelmäßig und vor allem ungesundes Essen sind nun die mir vorliegenden Jobcharakteristika meiner Vollzeit- Stelle.

Damals war ich naiv-

heute bin ich    M a m a    m i t      H e r z.

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis allerspätestens Freitag! 😉

 

 

 

 

8 Antworten auf „On the road im Drive-in.“

  1. Hallo bin gerade über den artikel bei echte mamas auf deinen blog gestoßen. Bin mal gespannt, wie die früheren einträge so sind und ob die neuen auch intereesaant sind. Der artikel zeigte mir dass es ähnlich wie bei mir sein könnte, der aktuelle blogeintrag“, eher nicht so aber mal schauen!

    Hab auch einen sehr aktiven 2J8M sohn znd aktuell weint er sich in den mittagsschlaf-ohne windel- weil der wechsel aus allen rudern lief und er fiebrig und krank nach dem papa heult der arbeiten ist.
    Ich kann ihn gerade aber absolut nicht begleiten. Dazu vielleicht später mal mehr.

    1. Liebe Lini89, ich danke dir auch sehr, für deine Rückmeldung und heiße euch alle als künftige Stammleser willkommen 🙂 Das „In den Mittagsschlaf weinen“ habe ich gerade auch hinter mir; mein Mann ist arbeiten und der Kleine vermisst ihn dabei auch sehr. Kann also deine Situation – obwohl mein Sohn noch jünger ist als deiner- in etwa nachvollziehen. Du darfst mir gern ein Kontaktformular schicken, wann immer du magst- so können wir uns ab und an auch mal austauschen. Sobald ich eine ruhige Minute habe, antworte ich jedem!
      Liebste Grüße und weiterhin: Kopf hoch!

  2. Durch Zufall bin ich gerade auf dein Blog gestoßen.
    Ich muss ehrlich sagen…… du sprichst mir aus der Seele.
    Mach weiter so, du bist klasse.
    Deiner neuer Fan. 😉

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