Aktion- Reaktion.

Hallo liebe geduldige Leser!

Ich melde mich endlich zurück und danke euch, für eure Treue und Geduldsamkeit.

In den letzten Tagen ist hier so einiges planvoll planlos verlaufen, sodass man eben manchmal gewisse Abstriche machen muss.


Sicher kennen das alle Mamas und Papas besonders gut, wenn man sich im Falle einer Krankheit keinen gelben Schein und somit eine Auszeit von dem Elternsein nehmen kann.

Die Rolle der Mama (und des Papas) muss funktionieren und laufen, denn die Zeiten der Ruhe- und Erholungsphasen sind vorbei- im Sinne aller der von uns abhängigen kleinen Babys und Kinder.

Das Essen muss zubereitet werden, die Windel gewechselt, der Trost gespendet und die Bespaßung am laufenden Band gehalten werden.

Oft hat man also keine Gelegenheit um seine eigenen Bedürfnisse auch nur ein Stück weit verwirklichen zu können.

Dass man darauf gefasst sein muss, wenn sich ein neues kleines Leben ankündigt und auf die Welt kommt, ist dahingehend selbstlose Voraussetzung; der Verzicht auf eigene Unterhaltung steht vorerst fest und vor allem die Beschäftigung mit der eigenen Person im Sinne der alltäglich menschlichen Grundbedüfnisse muss warten, bis der Nachwuchs mehr und mehr selbstständiger wird.

Auch heute ist so ein Tag, an dem unser sonst so temperamentvoller und aufmerksamskeitsbedürftiger Sohn im Rahmen seiner zur Zeit guten Laune eine Mama an seiner Seite hat, die es wieder einmal nur zu insgesamt vier Knäckebroten und dennoch unzähligen Schokoriegeln zwischendurch geschafft hat- ganz zu schweigen von der unheimlichen Menge an Flüssigkeitszufuhr bezüglich eines Liters Orangensaft.

Dem daraufhin folgendem Sobrennen wird keine Beachtung geschenkt, dem trotz der aktuell guten Verfassung unseres Würmchens vollgespuckten Oberteil würdigt man ebenfalls keines Blickes und der knurrende Magen verblasst auch irgendwann in seiner selbst.

Mama-Sein bedeutet oftmals so einige Abstriche machen zu müssen- als Gegenleistung und Preis erhält man dafür die notwenige Fruchternte seiner Saat: der Minimensch wächst, gedeiht und versteht mehr und mehr wo es sich befindet; ebenso dient dieser Prozess als weiteren Ansporn auf die nächste gute Ernte.

Jedes herzhafte Lächeln, jede Suche nach Mamas Hand beim Einschlafen und vor allem jede- wenn auch immer kürzer werdende- Kuscheleinheit ist Balsam für die manchmal so erschöpfte und an allem verzweifelnde Mama (und natürlich auch Papa).

Nach und nach kommen mir immer mehr Sprüche und Redewendungen in den Sinn, die ich mein Leben lang schon kenne, allerdings oft aufgrund der fehlenden Projektion auf meine Situation links liegen ließ.

“ Nach jedem Tief kommt ein Hoch.“

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“

„Für einen Regenbogen benötigt man doch beides: Regen und Sonne zugleich.“

Es gibt Tage, an denen uns unser Sprössling aufgrund seines wohl schlimmeren Wohlbefindens als das unseres völlig auf Trab hält.

Der Reflux entfaltet sich in seinem vollsten möglichen Rahmen, die Unzufriedenheit des weinenden Babys ist lautstärkemäßig kaum zu überbieten und die sinkende Kraft der Eltern erreicht seinen absoluten Tiefpunkt.

Dann wiederum gibt es tolle Tage- ohne Weinen, ohne Spucken, ohne Regen- stattdessen voller Freude, voller Zufriedenheit und voller Wissen seitens der Eltern, alles richtig zu machen.

Ich liebe solche Tage mit meinem Sohn.

Wichtig ist aber auch, vor allem seine schlechten Tage zusammen mit ihm zu überstehen, da zu sein und zu beweisen, welch ungeahnte Kräfte man wo auch immer her holen kann.

Vor allem: Ihm zu zeigen, dass man ihn auch dann liebt, wenn er mal wenig lacht und viel weint.

„Wenn ich Mama bin, dann schminke ich mich auf jeden Fall weiter, mache meine Haare und nehme mir regelmäßig Zeit für meinen Mann.“ , sind sicherlich Worte, die einige von euch aus der Kugelzeit noch kennen mögen.

Inzwischen hat sich jedoch einiges geändert:

„Wenn ich mal Zeit habe, dann habe ich keine Lust mich zu schminken, denn sonst muss abends der ganze Kram auch wieder ab; meine Haare müssen nicht perfekt sein, schließlich nimmt ein schneller Zopf wenig Aufwand in Kauf und die gemeinsame Zeit mit meinem Mann verbringe ich nur dann, wenn wir abends neben unserem kleinen Wunder einschlafen.“

Meine heutige Realität sieht also genau gegenteilig aus.

Alles, was man sich vor der tatsächlichen Elternrolle vorgenommen und gesagt hat, schwindet ab dem ersten Moment des Eltern-Seins.

Und zwar weder, weil man sich gehen lässt, noch keinen Wert mehr auf seine Ehe legt geschweigedenn weil man „gluckig“ geworden ist.

Denn der wirkliche Grund liegt einzig und allein darin, verstanden zu haben, welche Angelegenheiten und Bedürfnisse im Leben Prioritäten haben;

von der Schminke kann ich mich lediglich visuell erholt darstellen, doch Ruhe gibt sie mir nicht;

von gemachten Haaren hat niemand was, wenn ich die meiste Zeit im Hause verbringe;

und von gemeinsamer Paarzeit haben mein Mann und ich ebenso wenig, wenn es draußen schon dunkel ist.

Ich schätze inzwischen mir vorher so selbstverständlich erscheinende Dinge wie Ruhezeiten, Arm- in -Arm einschlafen zu können, regelmäßig an’s Tageslicht zu kommen und: ab und an mal etwas Warmes zu essen zu bekommen.

Beschweren möchte ich mich dennoch nicht, ebenso wenig wie mein Mann, denn wir haben dafür unserer Liebe ein Gesicht, unserer Zuwendung einen Namen und unserer Unzertrennlichkeit eine Zukunft geschenkt.

Wir würden gegen nichts auf der Welt wieder tauschen wollen.


Auch wenn alles planvoll planlos verläuft, scheint sich das Schicksal seinen Weg selbst auszusuchen.

Für jede Mühe gibt es ein Ergebnis.

Für jede Träne ein Lächeln zurück.

Und für jeden Zweifel bedingslose Liebe und Dankbarkeit.

 

In diesem Sinne sage ich also endlich wieder:

Es muss nicht immer Mich sein, schönes Wochenende, bleibt weiter dabei und verzeiht mir meine auch zukünftig regelmäßigen Schreibpausen (planvoll planlos eben 😉 )

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