Versuch macht klug…

Guten Abend meine Lieben 🙂

Heute leuchtet der Mond in seiner fast vollsten Pracht und scheint uns näher denn je zu sein.

Es ist wieder ein neuer Abend, die Stille kehrt ein und der Kopf hat Zeit, sich seine üblichen alten Gedanken zu machen.

 


Ich bin zur Zeit – und erneut traue ich mich kaum es auszusprechen (toi toi toi) – in den Genuss gekommen, was es bedeutet ein Anfängerbaby zu haben.

Dass unser Sohn jemals etwas ruhiger wird, hätte ich bis noch vor zwei Monaten überhaupt nicht gedacht.

Niemals würde ich richtig in der Rolle einer leidenschaftlichen Mama ankommen; niemals würde mein Sohn mich lieben und niemals halten wir drei das zusammen aus.

Solche und ähnliche Gedanken kreisten tagtäglich mehrmals durch meinen Kopf. Ich gab auf, ohne versucht zu haben. Ich verstand nicht, ohne gelernt zu haben und vor allem hatte ich keinen Willen mehr, weil ich das Ziel aus den Augen verlor.

Unser temperamentvoller Sprössling hielt uns so sehr auf Trab, dass die durch wenig Schlaf hervorgerufenen Augenringe unter unser beider Augen für niemanden zu übersehen waren.

Lenny hingegen hatte immer einen gestressten Gesichtsausdruck und sein Leid bezüglich der anfänglichen sogenannten Regulations- und Anpassungsstörungen und insbesondere der abnormalen laktosebedingten Bauchschmerzen, die ihn ohne Pause quälten, war ihm selbst in wenigen Momenten einer Ruhephase ebenfalls deutlich anzusehen.

Weder ihm, noch uns ging es gut.

Er konnte nicht nachvollziehen, was an dieser Welt und an diesem Leben so schön sein soll, wohingehen wir nicht verstehen konnten, was das Eltern-Dasein eines schreienden Kindes auch nur ein Stück weit genießbar machen soll.

Sein Kind nur schreien und weinen zu sehen ist die Hölle. Man kann ihm nicht helfen, denn man kann nicht einmal sich selbst helfen.

Probleme häufen sich, man traut sich nicht raus, denn man möchte niemandem sein Kind zumuten und wenn man doch mal irgendwo auftaucht, dann entschuldigt man sich im Vorfeld bereits dafür, dass das Baby jeden Moment anfangen könnte zu schreien und weist beiläufig dezent auf den bevorstehenden Lautstärkepegel hin.


Muss man sich für ein weinendes Baby entschuldigen? Natürlich nicht, denn ein sprechendes Baby würde mehr Schrecken über die anwesende Gesellschaft bringen, wie eines, das sich mit den ihm zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Äußerungsmerkmalen zum Ausdruck bringen will und muss.

Dennoch tut man es immer wieder. Die Gesellschaft ist einem Wandel unterlegen, der es verlangt, dass eine Mama ihren Mini-Menschen unter Kontrolle hat- und wenn er weint, dann wird davon ausgegangen, dass sie im Stande dazu ist, ihn zu trösten.

Schafft sie es nicht, gilt sie als eine Mama, die ihren Nachkommen nicht im Griff hat und absolut überfordert ist.

Naja, wenn ich daran denke, dass manche Menschen überfordert sind, wenn die Kassiererin an der Kasse die Ware so schnell über den Scanner zieht, dass man selbst seine zwei wild umher fuchtelnden Hände unter Kontrolle zu bringen versucht, die anfänglich gut geplante Struktur an Warenanordnung im Einkaufswagen früher oder später doch hektisch über den Haufen wirft um schlussendlich dem Tempo der Angestellten irgendwie folgen zu können –

dann gelte ich gerne in solchen Momenten im Volksmund als überfordert, an denen ich mein Baby nicht beruhigt kriege.


Wir sind froh und stolz darauf, diese harte anfängliche Zeit gemeinsam überwunden zu haben.

Die zerreißenden Zweifel sind von alleine aus dem Weg geräumt worden, die Liebe zwischen Mama und Papa, Mama und Baby ebenso wie Papa und Baby ist dadurch eher stärker und zusammenhaltender geworden und die Mühe zahlt sich täglich aus.

Tatsächlich wächst man mit seinen Aufgaben- und sowohl Anfängerbaby- Mamis, als auch Mamis temperamentvoller Sprösslinge kommen an den Punkt der individuellen Verzweiflung und Belastbarkeitsgrenze- dennoch behält man irgendwie die Fassung und nach überwundener Krise sitzt man nach wie vor gemeinsam auf dem Sofa und weiß zwar nicht, wie man es geschafft hat, dafür aber: Dass man es geschafft hat.

Im Moment scheint Lenny rundum glücklich zu sein. Die ersten Zähnchen sind gleichzeitig gekommen, der ätzende vierte Schub ist überwunden und unser kleines Wunder genießt die Zeit mit Mama und Papa, witzigen Grimassen und herzhaften Lachanfällen, neuen Eindrücken und neuen Fähigkeiten.

Er findet es interessant, wenn er immer mal wieder durch Zufall mit seiner Zunge auf seine inzwischen nicht mehr übersehbaren Zähnchen stößt,

während Mamas Probleme sich -zu denen im Gegensatz von vor zwei Monaten-  darauf beschränken, wie ich dieses wunderbare Zahnungsgel auf seine Kauleisten geschmiert bekomme, bevor er seinen neuen ersten Zähnchen ihre Funktion verleiht und ganz freudestrahlend wieder einmal zubeißt.

Denn das– liebe Freundinnen und Freunde – ist wirklich eine Herausforderung und hier spreche ich an meinem heutigen Standpunkt nach all den Hürden und verzweifelten Tagen von einem Problem!   😉

 

In diesem Sinne bedanke ich mich wie gewohnt für eure Aufmerksamkeit und behaupte:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft gut und bis bald! 🙂

 

 

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