Was nicht passt, wird passend gemacht.

Guten Abend meine lieben Freunde,

in den vergangenen Tagen sind wir wieder einmal bestens damit vertraut gemacht worden, wie alles, was man sich vornimmt, im Sande verlaufen kann.

Es fängt ja schon da an, dass ich vor zwei Abenden in der sich alltäglich wiederholenden Routine unserem Sohn seine heißgeliebten abendlichen Schmelzflocken zubereiten wollte.

Da er wie ebenfalls ursprünglich von mir geplant abends natürlich nicht auf seine Flasche verzichten kann- trotz, dass er so eine angeblich gut sättigende und leckere Portion dieses Breis erhält- mache ich ihm immer nur eine kleine Ladung (anstatt der beschriebenen 100ml) Obstmuß in die im Wasser aufgelösten und kurz aufgekochten Schmelzflocken.

Wenn ich bedenke, dass ich nach einem ausgiebigem Abendessen bei dem Mongolen unserer Stadt noch zusätzlich einen Smoothie verzehren müsste, dann könnte ich allein bei dem Gedanken daran schon brechen.

Und da die Spuckerei ja soweiso ein groooooßes Thema bei uns ist, riskiere ich keine weiteren nächtlichen Entleerungsanriffe des Magens unseres Sohnes und gebe ihm somit bloß nicht zu viel Brei vor der etwa eine bis andertalb Stunden später folgenden Milchflasche.

Aufgrund der Hürde unserer laktosefreien Kost- die wir ein Jahr lang durchziehen sollten- muss ich ja auch schauen, dass er abends seine „Milch“Kost beibehält. Der Versuch, die Schmelzflocken entweder mit dem Milchpulver zu zubereiten oder die Flasche mit Schmelzflocken zu füllen, endete sozusagen vor etwa vier Wochen auf Bewährung in der „Schlechte- Idee-Schublade“.

Lenny wollte nach den Schmelzflocken trotzdem seine Flasche und wenn ich diese schlauerweise dann in die Flasche gegeben habe, kämpfte ich mit zusitzenden Sauger-Verschlüssen trotz großem Trinkloch.

Ihm Abends anstatt der Milch nach seinem Brei einfach verdünnte Milch oder etwas anderes anzubieten klappt auch nicht, denn wenn die Abendflasche kein Andickungspulver enthält (welches nämlich nur auf das Milchgetränk anwendbar ist), dann geht die Nacht so weiter wie der Tag: Alles flüssige Trinken kommt ab und an immer mal oben raus geschwappst-

tagsüber kein Problem. Aber nachts wird das dann für alle beteiligten insbesondere für unseren Sohn zur Zerreißprobe.

So viel dazu.

Nun- ich wollte wie gesagt seinen liebsten Obstbrei zubereiten und gedachte ihm etwas Gutes zu tun, wenn ich einmal Pfirsich- Maracuja- Muß von der Marke meiner Lieblingsdrogeriekette beimische- anstelle der ihm gewohnten Birnen-, Apfel- oder Bananenbeimischung.

Natürlich verdrückte er seine (in der Rangordnung erst nach der Flasche kommende!) Leibspeise mit größter Freude draußen in der abendlichen Ruhe des heißen Frühlingstages. Anschließend waschen, Zähne putzen, Flasche und Schlafen.

Hat alles super geklappt.

Nachts allerdings wurde ich wach, denn Lenny drehte sich hin und her. Ich vermutete wie immer nächtich festsitzende Blähungen und wurde wenig später weniger in meiner Vermutung bestätigt, denn: Es waren nicht nur Blähungen; es war eher der ihn störende Drang nach schnellstmöglicher Verdauung.

Alles gegen 1 Uhr also beseitigt, hoffte ich, dass er schnell wieder in den Schlaf finden würde- meine Hoffnung besiegelte sich mit einem mir kurz danach ersichtlich weiter schlafenden Jungen 🙂

Diese Sache am Tage als Eintagsfliege vergessen,versuchten Daniel und ich mit der Hilfe eines Freundes endlich unseren lang ersehnten Plan vom Kinderbett im Schlafzimmer in die Tat umzusetzen;

denn Lenny schläft- nachdem das Beistellbett zu klein für ihn wurde- in unserer Mitte. Zu unserem Nachteil jedoch fühlt er sich dort so wohl, dass wir kaum Platz für uns haben.

In seinem eigenen Zimmer hat er noch nie geschlafen und somit wollten wir ihn wenigstens schon einmal an sein eigenes Bettchen gewöhnen, damit er bald schon in diesem im eigenen Zimmer nächtigen kann.

Relativ schnell machte uns jedoch wieder etwas einen Strich durch die Rechnung:

Das Bett passte zwar gerade so eben durch den Türrahmen von Lenny´s Zimmer, aber es verkeilte sich im Flur zwischen diesem und unserem Türrahmen  -.- Daniel konnte uns nicht helfen, denn er ist zu aller Schande auch noch am Arm verletzt, sodass er uns nur aus dem Sichtfeld beratend beisteuern konnte.

Das Bett wurde geschätzte zehn Mal von uns in allen seinen Seiten und Möglichkeiten gedreht und gewendet, als es nach anschließender Fast-Verzweiflung doch gepasst hätte-

wäre da nicht der etwas schmalere Türrahmen des Schlafzimmers, von dessen kleinerer Durchgängigkeit wir bis dato niemals einen Schimmer hatten.

Plan durchkreuzt, Bett in allen Variationen wieder zurück gedreht und Lenny wie gewohnt in unser Bett gelegt- mit dem Vorsatz es am nächsten Tage auseinander und im Schlafzimmer wieder auf zu bauen.

Nach seinem gestrigen Pfirsich-Maracuja Brei fiel mir allerdings der Groschen: Denn der neu beigemengte Muß vom Vortag könnte ein Auslöser für die in der Nacht notwendige Pampers- Wechsel- Aktion sein!

Das einzige Problem war: Lenny hatte seinen Abendbrei längst verspeist und somit blieb uns nichts anderes übrig als den Dingen ihren Lauf zu lassen und abzuwarten.

Heute Morgen um sieben Uhr weckte mich die Geräuschkulisse der Laute unseres Sohnes.

Schnell war mir endlich klar: Er verträgt wohl die neue Obstsorte im Brei nicht :/

Nun hatte ich meine Gewissheit und hoffe, dass er diese Nacht nicht mit Abführmaßnahmen der flüssigeren Sorte zu kämpfen hat; denn heute gab es wie gewohnt Apfel-Bananen-Muß.


Selbstverständlich hing meine Wäsche noch draußen zum Trocknen, als der Monsunregen unseren Ort beschlagnahmte und wir gerade nicht zu Hause waren;

das Bettchen steht immer noch in Lenny´s Kinderzimmer und wartet darauf, morgen eventuell endlich umgestellt zu werden

und Lenny liegt hoffentlich ruhig schlafend in unserem Bett und trägt zwei Schlafanzüge, da beide Schlafsäcke noch triefend nass in der Maschine geschleudert werden.

 

Neben heute wieder häufigen Retourkutschen des Mageninhalts unseres Sohnes, freuen wir uns trotzdem auf die neue Woche.

 

Deshalb verabschiede ich mich in die nächsten Tage und hinterlasse euch wieder einmal die besten Abendwünsche mit den Worten

Es muss nicht immer Milch sein und gute Nacht 🙂

Gut Ding will lange Weile haben…

Hallo meine Lieben,

ungewohnt für mich sitze ich nun im Garten, nutze den hoffentlich etwas längeren Mittagsschlaf unseres Sohnes und freue mich, dass das Wetter sowohl die Bäume und Vögel, als auch die Gemüter der Menschen positiv beeinflusst.

Denn gerade wenn draußen die Sonne lacht und sie die Luft erwärmt, dann scheint es so, als würde sie gleichzeitig die innere Wahrheit eines jeden Einzelnen optimistischer stimmen.

 


Ein neues Baby völlig ungeplant zu einem der unpassendsten Zeitpunkte.

Nicht nur das eindeutig Sichtbare im Ultraschall, sondern auch der zweitätig vorangegangene positive Schwangerschaftstest- dessen Ergebnis mir trotzdem die Hoffnung eines Anwendungs- oder Produktionsfehlers gab- riss uns, besonders mir, den Boden unter Füßen weg.

Chronologisch erzählt war da also erst dieser Test, den ich vor etwa 13 Monaten regelmäßig mit der größten Vorfreude und bei negativem Ergebnis mit der anschließend größten Enttäuschung machte. Ich wusste also noch genau, was ich zu tun hatte; dennoch studierte ich als Frau des Perfektionismusses die Bedienungsanleitung des Schwangerschaftstestes, der ab Fälligkeit der Periode anwendbar ist, bis auf´s kleinste Detail. Schließlich war es mir wichtig, dass dieses teure Ding, was ich vor nicht all zu langer Zeit voller Freude in den Händen hielt, auch haargenau seine Arbeit erledigt.

Mit zitternden Händen und innerlichem Gebetstoß an das Schicksal hoffte ich also, dass mich all die mir bekannt vorkommenden Dinge der letzten Tage inklusive der vier-tägigen- Überfälligkeit nur täuschen; ebenfalls wie ich der Apothekerin, die gerade das Rezept der Sab-Tropfen meines vier-einhalb Monate alten Sohnes in der Hand hielt während sie mir zeitgleich den von mir erbetenen Schwangerschaftstest einscannte, sagte, dass meine Überfälligkeit sicher nur etwas mit meinem Rückbildungskurs zu tun habe, an dem ich seit drei Wochen teilnahm.

Ich war froh, dass ich dort einmal pro Woche etwas für mich tun konnte, denn nach der hinter uns liegenden anfänglichen Zeit mit unserem Sohn, konnte ich endlich mal wieder durchatmen, derweil mein Mann zu Hause unseren Sohn hütete. Ich sah Menschen, ich sprach Menschen und ich lachte mit ihnen.

Auf dem Rückweg von der Apotheke nach Hause ging mir vieles durch den Kopf, während ich Lenny dabei erwischte, wie er doch noch vor dem Mittagessen und dem eigentlich anschließendem Mittagsschlaf ein Nickerchen hielt. Er ist mein ganzer Stolz und ich bin froh, dass wir die anstrengende Zeit als Familie geschafft haben und uns endlich von den Strapazen erholen können.

Streitereien, alltägliches Durcheinander und schlaflose Nächte sollten endlich die ausgleichende Gerechtigkeit erfahren und das Glück kam auf unsere Seite zurück- denn wir mussten dringend starten, uns zu erholen und anzukommen.

Zu Hause angekommen ließ ich Lenny noch etwas im Maxicosi schlafen, ich packte meine Einkäufe aus und hielt wieder den mir völlig in Vergessenheit geratenen Test in der Hand: Ach ja- da war ja noch was.

Deshalb nutzte ich die Zeit, machte den Test und wollte ihn gerade zum Einwirken ablegen, ehe ich sah, was nicht mal einen Bruchteil der Sekunde dauerte:

Noch bevor sich der Kontrollstreifen blau verfärben konnte, bildete sich das im Fenster davor deutlich sichtbare blaue Kreuz:

P O S I T I V.

Wie bereits erwähnt studierte ich die Anleitung noch einmal genaustens und erkannte: es war eindeutig.

Meine zitternden Finger wählten die Telefonnummer meines Mannes Daniel, der sich auf der Arbeit befand und ich sagte: “ Ich habe einen Test gemacht und er ist positiv“, um anschließend in bitterlichstem Tränensee zu versinken.

Wie um alles in der Welt soll ich das alles jetzt schon mit zwei Kindern schaffen?

Wir wollten uns doch zwei Jahre Zeit dazwischen lassen?

Und wie um alles in der Welt konnte das passieren?


Die Nachricht über ein neu heranwachsendes Leben ist womöglich die schönste Botschaft, die es auf der Welt gibt. Vor etwa einem Jahr und drei Monaten durften das auch Daniel und ich erfahren, als der Test nach unzähligen negativen endlich positiv war und unser Wunschbaby Lenny sein Wachstum antrat.

Es war so wunderschön. Für uns das größte Glück und für mich die größte Angst, durch einen dummen Fehler irgendwie seinen Abgang hervorzurufen.

Es ist ein Wunder- denn durch meinen Beruf als Krankenschwester in einer Notaufnahme und für meinen Mann als Notfallsanitäter auf dem RTW war uns deutlichst bewusst, wie viele Schwangerschaften am Ende doch keine mehr sind. Dass ein Baby heranwachsen und entstehen kann, ist ein Wunder der Natur- dessen Streiche leider auch manche Paare unterlegen sind.

Umso glückseeliger ist es, wenn ein neues Leben allein durch die Vereinigung zweier Menschen miteinander und durch den Körper der Frau gedeihen kann. Organe entstehen und funktionieren, Blut wird gebildet und das autonome Herz weiß, was es zu tun hat. Das Gehirn beginnt zu arbeiten und die feinsten Zellen verflechten sich zu einer Einheit.

Erst recht ist es dann schwieriger, wenn man sich dessen so sehr bewusst ist, während in einem ein neues Leben heranzuwachsen vermag, das man nicht geplant hat.

So kacke es sich anhören mag, aber ich wusste nicht, wie es weiter geht. Tagelang weinte ich, fühlte mich verantwortlich und schuldig für unser „Missgeschick“ und dafür, dass ich nun schwanger war.

Mit einem neuen schlagenden Herzen.

Daniel war auf meiner Seite- egal zu welchem Zeitpunkt überließ er mir sein Verständnis für eine Entscheidung, die ich in meinem Leben niemals fällen wollte.

Gab es überhaupt eine Entscheidung oder wurde sie für uns längst gefällt?

Die Tage wurden zur Zerreißprobe; ich weinte viel und wollte nicht hören, dass alle Mitarbeiter des Frauenarztes mir ihre Glückwünsche aussprachen.

Wie um alles in der Welt sollte ich, nach all dem Stress und anfänglichem Start mit Lenny, der noch nicht all zu lange her ist, bald mit zwei Kindern klar kommen, wenn Daniel für 24h auf der Arbeit ist?

Wie um alles in der Welt soll ich jetzt schon wieder eine Schwangerschaft bewältigen, wenn ich doch keine Gelegenheit habe, mich durch die noch des Alters begründete sehr hohe Abhängigkeitsmarke unseres viereinhalb Monate alten Sohnes mal auszuruhen?

Wie um alles in der Welt soll ich überhaupt anfangen mich auf ein neues Baby zu konzentieren, wenn ich mich im Rahmen meiner neuen eigenen kleinen Familie erstmal ausruhen, erholen und ankommen muss?

Ich wusste nicht weiter.

Während ich die Adresse von meiner Gyn bezüglich der Abbruchkrankenhäuser in der Nähe in meiner Hand hielt, fragte ich mich, wieso ausgerechnet ich nun sowas entscheiden muss, obwohl die Tatsache, dass dort ein neues Herz in meinem Bauch schlägt, selbst durch meine Frauenärztin bestätigt als  „eigentlich unmöglich“ , doch auf des Schicksals Wille beruht.

Ein ständiges Hin und Her zwischen den Gedanken des Engels und des Teufels auf meiner Schulter machten mich wahnsinnig.

Ich erinnere mich daran, dass ich Lenny abends zum Bettgehen fertig machte: Waschen, eincremen, Globulis und so weiter. Er lachte, war fröhlich und summte in seiner Brabbelei vor sich hin, während er mit einem Kuscheltier spielte und genoss, dass ich seine Füße einrieb.

Ich sah ihn an wie er lachte- nur, weil diese kleine harmlose Gesamtsituation ihn fröhlich stimmte- begann zu weinen und sagte zu Daniel, der sich nebenan befand: “ Warum sollen wir denn nicht auch einem anderen unschuldigem Baby das Recht und die Möglichkeit geben, zu leben und zu lachen- NUR WEIL WIR ZU FEIGE SIND, es wenigstens zu versuchen.“

Daniel kam zu uns, nahm mich in den Arm, tröstete mich und sagte mir wieder und wieder, dass er jederzeit in unserer Entscheidung hinter mir steht;

dennoch mich dahingehend stützen kann, als dass er sich sicher ist, dass wir auch mit noch einem- ohnehin in zwei Jahren geplantem- Baby gut klarkommen werden.

Meine Angst allerdings richtete sich immer dahin, dass ich befürchtete, wir würden uns dann endgültig verlieren- schließlich wollten wir uns als Familie doch wirklich von allem erholen können-

dennoch wusste ich: Das kleine Wesen ist auf unmögliche Art doch in meiner Gebärmutter gelandet, hat sich dort ein Haus gebaut und ein schlagendes Herz zusammen gebastelt- warum also sollen wir es weg machen?

Viele viele Tage der Unsicherheit füllten sich mit langen Gesprächen zwischen Daniel und mir; immer im Gedanken schwebend zwischen:

Schaffen wir das als Familie, besonders ich als Frau

vs.

Es ist da und es fühlt sich wohl: es will bei uns sein.

 

Ich hasste diese Tage. Jeden Morgen wachte ich auf und sah unseren fröhlichen Sohn.

„Sieh ihn dir an; stell dir vor wir hätten ihn vor etwas mehr als einem Jahr nicht gewollt und weg gemacht!“ , waren zwar Sätze, die ich meinem Mann sagte, aber die weniger ihm galten sondern eher meiner inneren Schizophrenie über die Gewissheit der neuen Schwangerschaft.

Ich wollte nicht Gott spielen. Wollte nicht über Leben oder Tod entscheiden.

Ich wollte dem Schicksal nicht reingrätschen.

Und Daniel und ich wollten kein unschuldiges Leben zerstören, das einen so hartnäckigen Daseinswunsch hat:

Es gehört zu uns und wir hätten uns nie verziehen, in zwei Jahren ein geplantes zu behalten und zu lieben, während wir ein ungeplantes einfach „aus dem Weg geräumt“ hätten.

Wir hätten uns in Zukunft gehasst.

Dafür, dass wir einem Menschlein nicht sein Lachen vergönnt hätten.

Dafür, dass wir Mächte ausgeübt hätten, derer wir nicht beschenkt wurden.


Heute bin ich in der fast 18. Schwangerschaftswoche, ich leide natürlich unter schlaflosen Nächten aufgrund nervöser Beine, meine Rückbildung habe ich in Schwangerschaftsgymnastik umgewandelt und mein Bauch ist längst nicht mehr zu verstecken.

Meine ursprünglichen Pläne beginne ich nach und nach zu ändern, unsere Familien stehen hinter uns und meinen Alltag als Vollzeit- Mama bewältige ich  mit einem meist fröhlichem, dennoch immer noch sehr temperamentvollem, Sohn und konzentriere mich, solange es noch geht, auf meine emotionale, körperliche und familiäre Regeneration im Sinne der uns bald bevorstehenden Situation.

Ja, es wird stressig.

Aber es wird mit einem zweiten Kind immer stressiger, denn das Erste will unabhängig seines Alters ebenfalls in seinen Bedürfnissen befriedigt werden- da spielt der Altersunterschied für die Kinder nun wirklich keine Rolle.

Ja, es wird manchmal schwer. Besonders wenn beide gleichzeitig mal krank sind.

Aber es wird mindestens genau so schön, wenn beide gleichzeit lachen.

Ja, es ist eine Entscheidung für´s Leben.

Aber besser für- als gegen.


Ich wünsche euch einen angenehmen und hoffentlich auch sonnigen Tag und verabschiede mich in die nächsten zwei Tage mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, bis ganz bald und tschüssi!

 

 

Unverhofft kommt oft.

Guten Abend meine lieben Freunde da draußen!

Als ich mit Lenny schwanger war, stand für meinen Mann Daniel und mich so einiges fest. Besonders ich hatte meine festen Vorstellungen davon, wie unser Leben mit Baby, dessen Eingliederung in die Welt hier draußen und unser Alltag mal aussehen soll.

Es war glasklar, dass ich kein Tragetuch wollte, denn- so sagte ich meinem Mann immer, wenn er mich während unserer eifrigen Vorbereitungen und Einkäufe bezüglich des baldigen Lebens mit kleinem Sprössling danach fragte- ich liebte den Gedanken bald keine Vorlast an meinem Körper mehr tragen zu müssen; die Schuhe konnte ich mir wieder barrierefrei selbst anziehen, das Aufheben und Sortieren der Wäsche sollte endlich wieder ohne eingeschränktem Sichtfeld klappen und besonders die Leichtigkeit meines Körpers fieberte ich zu spüren hin.

Als wir Lennys Kinderzimmer kauften, inklusivierten wir das Bett, denn- so war wieder meine Vorstellung als vierfach erfahrene große Schwester, von denen das jüngste Geschwisterkind aktuell noch süße 7 Jahre alt ist- abends ist Elternzeit und je eher er in seinem Bett schläft, umso leichter wird es für ihn und umso schöner für uns als Paar.

Wenn mein Mann und ich abends zusammen auf dem Sofa saßen und er meine dicke aktiv bewegende Kugel mit Anti- Schwangerschaftsstreifen-Creme einrieb, so fachsimpelten wir oft über das, was auf uns zu kommt; inklusive der uns irgendwann bevorstehenden Zahnung unseres noch ungeborenen kleinen Babys. Ich sagte ihm-wieder einmal als erfahrene große Schwester-, dass er sicherlich Fieber bekommt, wenn die Zähne im Anmarsch sind. Aber dagegen gäbe es Zäpfchen und Beißringe, sodass wir diese Zeit schon schaffen werden.

Für uns ist klar: Das zweite Baby planen wir am besten dann, wenn meine Elternzeit um ist und die beiden dann einen Atersunterschied von etwa zwei bis drei Jahren haben werden.


Planvoll planlos.

Manchmal plant man im Leben alles so, dass man denkt, man wäre auf alles gefasst und auf alles vorbereitet.

Nachdem unser Start mit Lenny eher schwierig und an manchen Tagen auch sehr verzweifelnd- nicht zuletzt besonders für unseren frisch geborenen Sprössling- war, pendelte sich irgendwann die Gewohnheit und vor allem der geübte Umgang mit der uns geschenkten neuen Liebe ein.

Mit etwa drei Monaten schlief er die Nächte durch, seine Schreiphasen wurden durch die laktosefreie Milch deutlichst weniger und er verstand immer mehr, wieso er als personifizierter Beweis der Liebe zwischen Mama und Papa sein Leben geschenkt bekommen hat.

Unser Wunschkind entpuppt sich nach und nach zu einem Sonnenschein, der allein deshalb anfangs so viel Verzweiflung und Überforderung in uns auslöste, weil er Schmerzen hatte, denen niemand außer uns Glauben schenken wollte. Er schlief nicht und schrie 16 Stunden am Tag, weil es ihm nicht gut ging.

Er war kein Schreikind- er war hilflos.

Diese Zeit, die gerade einmal etwa vier bis fünf Monate zurück liegt, hinterließ selbstverständlich bei uns dreien deutlich seine Spuren.

Daniel und ich kämpften mit unserem Spagat zwischen unendlicher Dankbarkeit und abgrundtiefer Überforderung. Er musste zwischendurch regelmäßig seinen 24h – Dienst antreten und ließ mich mit dunklen Augenrändern, tränenden Augen, verzweifelter Ungewissheit, professioneller Unsicherheit und einem permanent schreienden Baby zurück.

Während er dabei zusah, wie ich immer mehr abmagerte und an der Sorge um mein eigen Fleisch und Blut zerbrach, so musste ich immer mehr erleben, wie er an der Verunsicherung, uns allein für einen ganzen Tag lang zurück zu lassen, an Konzentration verlor und an Machtlosigkeit gewann.

Daniel und ich lernten zu funktionieren. Lenny lernte nach der Umstellung seiner Kost zu vertrauen.

Wir drei lernten zu überleben.

 

Nachdem alles also mit etwa drei Lebensmonaten unseres Sohnes entspannter wurde, begannen wir endlich als eigenständige Familie unser Leben neu zu sortieren.

Das, was andere Mamis und Papis mit nicht so temperamentvollen Babys, in den ersten Lebenswochen aufbauen, durften wir nun endlich beginnen zu lernen:

Den Alltag mit Baby galt es zu gestalten.

Unsere Hürde war allerdings noch wesentlich größer, denn Daniel und ich funktionierten inzwischen zwar gut als Mama und Papa für unser unfassbar großes Glück- aber als Paar hatten wir uns verirrt.

Wir mussten lernen, an uns zu denken und uns ebenfalls trotz der neu kennengelernten Seiten am jeweils anderen zu lieben.

Abgekürzt kann ich euch so viel sagen: Es war und ist auch manchmal heute noch schwer, sich wieder zu finden. Denn unabhängig von der Liebe, die wir füreinander empfinden, war es höchste Zeit den Endgegner des letzten Levels zu besiegen:

Das Vergessen.

Wir hatten vergessen, warum wir uns liebten und warum Lenny die Gestalt unserer Liebe zueinander wurde.

Durch die Zeit mit ihm begannen wir wieder, gemeinsam zu lachen und endlich durften wir erfahren, wie es sich anfühlt, als Familie auf einem Foto in die Kamera zu lachen und dabei wirklich glücklich zu sein.

Unser Leben pendelt sich ein- so, wie wir es uns vorgestellt hatten, als unser kleiner Minimensch noch wild in meinem Bauch herumpatschelte.

Seine nächtlichen Ruhephasen, seine stets gute Laune und der eingefundene Tagesryhthmus gibt uns die Möglichkeit, den lang ersehnten normalen Alltag einer Bilderbuchfamilie führen können.

Endlich können wir drei zur Ruhe kommen, endlich können wir schöne Zeiten zusammen erleben und endlich können wir auch anderen berichten, dass alles super läuft und genau so ist, wie wir es uns ausgemalt haben.

Die Tage machen Spaß und die Gedanken richten sich nach langer Zeit mal wieder ungefangen an das Leben in der Außenwelt und besonders an das eigene Dasein. Friseurbesuche, freie Zeiten, Städtebummel mit Baby ohne Schreiphasen, allein zu bewältigende Kinderarztbesuche und Einkäufe (die vorher nur zu zweit gingen) und Ausflüge in die familiäre Umgebung standen nun voller Vorfreude auf dem Plan.

Wir konnten starten!

Dass ich mit Lennys Kunst des Durchschlafens immer öfters Probleme hatte, die Nächte aufgrund nervöser Beine (die ich vermehrt in der Schwangerschaft mit ihm hatte) und die Tage entsprechend mit der mir dadurch erklärbaren Müdigkeit rum zu kriegen, hielt mich ein paar Tage lang nicht davon ab, auch nur einen schönen Gedanken an die uns bevorstehende Zeit zu dritt abzuwenden.

Urlaub.

Ausflüge.

Leben.


Lenny wurde natürlich in den ersten drei Monaten fast ausschließlich im Tragetuch getragen, denn nur dort kam er aufgrund seiner uns später bewussten Bauchschmerzen zur Ruhe.

Selbstverständlich schläft er mit seinen heutigen fast acht Monaten noch immer nicht in seinem Bett im Kinderzimmer; im Gegenteil: er ist jede Nacht fleißig damit beschäftigt als kleinster Mensch von uns dreien in unserem Bett den größten Platz einzunehmen.

Die Zähne ließen sich natürlich- wie auch anfangs angedacht- nicht durch Fieber begleiten, denn durch unendliche Bauchschmerzen, mit denen wir heute besonders zu, im wahrsten Sinne des Wortes, Spitzenzeiten geduldige Bewältigungsstrategien an den Tag legen müssen.


Ich habe lange nicht geschrieben; euch oft vertrösten müssen.

Planvoll planlos eben.

Denn so, wie unser Vorhaben und unser anfänglicher Plan mit Baby einen eigenen Lauf genommen hat, müssen wir auch im letzten meiner anfänglich vier angesprochenen Beispielpunkte mit der auf uns zukommenden Aufgabe wachsen.

Denn die nervösen Beine waren keinesfalls ein Streich des Mondes; sie galten als Postbote zu einer Nachricht, die uns- insbesondere mir- erst einmal den Boden unter den Füßen weg zog, nachdem er mich doch endlich wieder hielt:

Unsere Nachricht lautete: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind wieder schwanger.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend und verabschiede mich in die nächsten zwei Tage mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft gut und bis übermorgen! 🙂

 

Was lange währt…

Hallo meine lieben Freunde!

Lange lange habe ich nichts von uns hören lassen, dennoch kreisten meine Gedanken häufig um die Fortsetzung meines mir so am Herzen liegenden Blogs.

Ich melde mich tatkräftig und erholt zurück, sodass ich nun wieder regelmäßig schreiben kann.

Ihr kennt das sicherlich, wenn ihr im Leben manchmal inhaltlich Dinge erlebt, von denen ihr glaubt, dass sie sich wie ein roter Faden durch euer komplettes Dasein zieht.

Es verläuft alles so geplant ungeplant.

Das Auto geht kaputt, der Handyvertrag lässt sich nicht so einfach verlängern wie man sich das dachte, finanzielle Einbußen durch nicht vorhersehbare und unvermeidliche Ausgaben oder ein eigentlich gut durchplanter Tag, der im Chaos endet.


Was wünscht sich eine Mama?

Oft ist das Leben als Neu-Mama auch nach knapp sieben Monaten schwierig und manchmal sogar auch sehr einsam- trotz, dass man sein aller Wichtiges bei sich hat.

Einsam eben deshalb, weil man durch den heutigen Gesellschaftsblick und der einen umgebenden Menschen in die Schublade der „umsorgenden“ Mutter gesteckt wird. Diesbezüglich definiert sich also die heutige Mamarolle als diejenige, die zu Hause immer klar kommt, die nie Hilfe benötigt und die immer eine Lösung für die Beruhigung ihres weinendes Kindes kennt. Ganz zu schweigen davon, dass der 24-Stunden- Job einer Mama nur schön, und nicht auch genau so hart ist; körperlich oder seelisch.

Wenn man dann mal seinen Unmut kund tut, dann gnade uns Gott- denn wir als Mütter haben uns doch absolut nicht zu beschweren! Wir können uns zusammen mit unseren Sprösslingen hinlegen, wenn sie schlafen; wir können wenigstens zu Hause sein; wir können unsere Freizeit ausleben und Dinge tun, die man während der Arbeitszeit nicht erledigen kann; man kommt raus und und und.

Kommt euch das auch bekannt vor?

Ich fühle mich einsam, wenn ich das Gefühl habe, dass ich als funktionierendes Antriebsmittel akzeptiert und bedankt werde, mir dennoch meine Erschöpfung nicht zugetragen werden kann,

weil mein Leben ja doch so frei ist.

Denn manchmal wünscht man sich auch einfach mal auf der Arbeit zu sein, nach Hause zu kommen und sich zu freuen endlich die vier Wände wieder zu haben.

Manchmal wünscht man sich auch derjenige Part zu sein, der zu Hause vermisst wird.

Manchmal wünscht man sich auch, in der Position stehen zu können, in der es legitim ist wenn man sagt, wie anstrengend die Arbeit doch war und wie viel Schlaf und Ruhe man deshalb nun bräuchte.

 

Es ist nicht einfach, wenn man als Mama immer funktionieren muss; wenn man nicht auch einfach mal die Tür hinter sich schließen kann und ohne schlechtem Gewissen das Weite sucht.

Es ist nicht einfach, wenn man täglich alles richtig zu machen versucht, um dem kleinen Leben das Beste zu schenken.

Es ist nicht einfach, wenn man sein Kind weinen sieht ohne zu wissen was es hat- dennoch eines sicher zu sein: Es weint, weil ihm etwas weh tut.

Es ist nicht einfach, seine Termine alle zu erledigen, wenn man andererseits versucht seinem Kind einen Tagesrhythmus anzugewöhnen.

Und es ist vor allem nicht einfach wenn man nicht verstanden wird, weil man eben genau all diese Dinge täglich erlebt und mitmacht und für all sein Handeln und all seine Aussagen Gründe hat,

denn die Kinderbetreuung ist immerhin unser täglicher „Job“ .

Und in unserem Job sind wir entsprechend auch die Meister.

Gesellschaft hin oder her.

Eine Mama wünscht sich, dass draußen endlich verstanden wird, was es bedeutet einem Menschen als Hauptakteur den richtigen Weg in´s Leben zu zeigen und zu lehren- während der andere Part das Geld nach Hause bringen muss um den Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Man soll sehen und verstehen, wieso  die Augenränder unter der schnell aufgeklatschten Schminke an manchen Tagen dunkler sind als an anderen.

Sie wünscht sich, in ihrem Fleiß und ihrer Arbeit genau so viel Anerkennung, Ehre und Ruhm zu ernten, wie es ein Retter in der Not bekommt.

Eine Mama wünscht sich auch mal etwas abgenommen zu bekommen, ohne dafür in jeglicher Hinsicht und bei wem auch immer um Unterstützung zu bitten.

Eine Rückenmassage wäre oft von Vorteil; ein Kuss und eine Umarmung geben der Seele den gleichen Verdienst.

Ein ernst gemeintes „Kann ich dir irgendwas Gutes tun?“ von wem auch immer, schenkt einer Mama mehr als Schokolade oder Geld.

Dass man selbst nicht klugscheißerisch im Umgang mit seinem eigenen Fleisch und Blut ist, sondern wirklich am Besten weiß, was Sache ist und was ansteht, ist nunmal Fakt und das wünscht sich eine Mama ebenfalls als akzeptiert.

Bei schlechter Laune ist die Vorstellung von einer Aufmunterung schöner als die Realität des diesbegründeten anschließenden Vorwurfs.

 

Tja nun- eine Mama wünscht sich keine Klamotten, denn solange die Umstandmode und die davor getragenen Kleidungsstücke noch ihren Zweck erfüllen, reichen sie. Ebenso wenig Priorität besitzt der zu früheren Zeiten regelmäßige Friseur- oder Kneipenbesuch. Handysurfing und Telefonate sind überflüssig und zeitraubend, schminken ist deshalb nervig, weil man sich abends wieder abschminken muss und eine Mutter- Kind- Kur macht bestimmt keinen Spaß weil man lieber zu Hause schläft.


Die Bedürfnisse einer Mama und insbesondere ihre Wünsche sind simpel, einfach und kosten nichts:

An erster Stelle steht der Wunsch des Kindeswohls. Hauptsache es geht ihm gut und man weiß, dass man sein Bestes dafür gibt.

Im Anschluss daran wünscht Mama sich entgegengebrachte ausdrucksstarke Dankbarkeit, die sich in allen Belangen wiederspiegelt.

Egal in welcher Laune, egal zu welcher Tageszeit und egal von wem.

Am liebsten von den ihr wichtigsten Menschen.

Sie wünscht sich ein intaktes Familienleben in dieser Wegwerfgesellschaft- trotz der Hürden, Probleme und manchmal auch Unstimmigkeiten.


Wo wir gerade beim Thema sind, wären mehr Familienparkplätze, weniger Wartezeiten bei allen Terminen und nicht im Weg herum stehende Menschen oder Gegenstände- hier erwähne ich mal nicht die zu engen Gänge in diversen Läden- auch von großem Vorteil 😉

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich in die hoffentlich ruhige Nacht, freue mich über eure Treue und sage:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis die Tage!

Eine Mami liebt nunmal. Ihr Baby. Ihren Mann. Ihre Familie.