Was nicht passt, wird passend gemacht.

Guten Abend meine lieben Freunde,

in den vergangenen Tagen sind wir wieder einmal bestens damit vertraut gemacht worden, wie alles, was man sich vornimmt, im Sande verlaufen kann.

Es fängt ja schon da an, dass ich vor zwei Abenden in der sich alltäglich wiederholenden Routine unserem Sohn seine heißgeliebten abendlichen Schmelzflocken zubereiten wollte.

Da er wie ebenfalls ursprünglich von mir geplant abends natürlich nicht auf seine Flasche verzichten kann- trotz, dass er so eine angeblich gut sättigende und leckere Portion dieses Breis erhält- mache ich ihm immer nur eine kleine Ladung (anstatt der beschriebenen 100ml) Obstmuß in die im Wasser aufgelösten und kurz aufgekochten Schmelzflocken.

Wenn ich bedenke, dass ich nach einem ausgiebigem Abendessen bei dem Mongolen unserer Stadt noch zusätzlich einen Smoothie verzehren müsste, dann könnte ich allein bei dem Gedanken daran schon brechen.

Und da die Spuckerei ja soweiso ein groooooßes Thema bei uns ist, riskiere ich keine weiteren nächtlichen Entleerungsanriffe des Magens unseres Sohnes und gebe ihm somit bloß nicht zu viel Brei vor der etwa eine bis andertalb Stunden später folgenden Milchflasche.

Aufgrund der Hürde unserer laktosefreien Kost- die wir ein Jahr lang durchziehen sollten- muss ich ja auch schauen, dass er abends seine „Milch“Kost beibehält. Der Versuch, die Schmelzflocken entweder mit dem Milchpulver zu zubereiten oder die Flasche mit Schmelzflocken zu füllen, endete sozusagen vor etwa vier Wochen auf Bewährung in der „Schlechte- Idee-Schublade“.

Lenny wollte nach den Schmelzflocken trotzdem seine Flasche und wenn ich diese schlauerweise dann in die Flasche gegeben habe, kämpfte ich mit zusitzenden Sauger-Verschlüssen trotz großem Trinkloch.

Ihm Abends anstatt der Milch nach seinem Brei einfach verdünnte Milch oder etwas anderes anzubieten klappt auch nicht, denn wenn die Abendflasche kein Andickungspulver enthält (welches nämlich nur auf das Milchgetränk anwendbar ist), dann geht die Nacht so weiter wie der Tag: Alles flüssige Trinken kommt ab und an immer mal oben raus geschwappst-

tagsüber kein Problem. Aber nachts wird das dann für alle beteiligten insbesondere für unseren Sohn zur Zerreißprobe.

So viel dazu.

Nun- ich wollte wie gesagt seinen liebsten Obstbrei zubereiten und gedachte ihm etwas Gutes zu tun, wenn ich einmal Pfirsich- Maracuja- Muß von der Marke meiner Lieblingsdrogeriekette beimische- anstelle der ihm gewohnten Birnen-, Apfel- oder Bananenbeimischung.

Natürlich verdrückte er seine (in der Rangordnung erst nach der Flasche kommende!) Leibspeise mit größter Freude draußen in der abendlichen Ruhe des heißen Frühlingstages. Anschließend waschen, Zähne putzen, Flasche und Schlafen.

Hat alles super geklappt.

Nachts allerdings wurde ich wach, denn Lenny drehte sich hin und her. Ich vermutete wie immer nächtich festsitzende Blähungen und wurde wenig später weniger in meiner Vermutung bestätigt, denn: Es waren nicht nur Blähungen; es war eher der ihn störende Drang nach schnellstmöglicher Verdauung.

Alles gegen 1 Uhr also beseitigt, hoffte ich, dass er schnell wieder in den Schlaf finden würde- meine Hoffnung besiegelte sich mit einem mir kurz danach ersichtlich weiter schlafenden Jungen 🙂

Diese Sache am Tage als Eintagsfliege vergessen,versuchten Daniel und ich mit der Hilfe eines Freundes endlich unseren lang ersehnten Plan vom Kinderbett im Schlafzimmer in die Tat umzusetzen;

denn Lenny schläft- nachdem das Beistellbett zu klein für ihn wurde- in unserer Mitte. Zu unserem Nachteil jedoch fühlt er sich dort so wohl, dass wir kaum Platz für uns haben.

In seinem eigenen Zimmer hat er noch nie geschlafen und somit wollten wir ihn wenigstens schon einmal an sein eigenes Bettchen gewöhnen, damit er bald schon in diesem im eigenen Zimmer nächtigen kann.

Relativ schnell machte uns jedoch wieder etwas einen Strich durch die Rechnung:

Das Bett passte zwar gerade so eben durch den Türrahmen von Lenny´s Zimmer, aber es verkeilte sich im Flur zwischen diesem und unserem Türrahmen  -.- Daniel konnte uns nicht helfen, denn er ist zu aller Schande auch noch am Arm verletzt, sodass er uns nur aus dem Sichtfeld beratend beisteuern konnte.

Das Bett wurde geschätzte zehn Mal von uns in allen seinen Seiten und Möglichkeiten gedreht und gewendet, als es nach anschließender Fast-Verzweiflung doch gepasst hätte-

wäre da nicht der etwas schmalere Türrahmen des Schlafzimmers, von dessen kleinerer Durchgängigkeit wir bis dato niemals einen Schimmer hatten.

Plan durchkreuzt, Bett in allen Variationen wieder zurück gedreht und Lenny wie gewohnt in unser Bett gelegt- mit dem Vorsatz es am nächsten Tage auseinander und im Schlafzimmer wieder auf zu bauen.

Nach seinem gestrigen Pfirsich-Maracuja Brei fiel mir allerdings der Groschen: Denn der neu beigemengte Muß vom Vortag könnte ein Auslöser für die in der Nacht notwendige Pampers- Wechsel- Aktion sein!

Das einzige Problem war: Lenny hatte seinen Abendbrei längst verspeist und somit blieb uns nichts anderes übrig als den Dingen ihren Lauf zu lassen und abzuwarten.

Heute Morgen um sieben Uhr weckte mich die Geräuschkulisse der Laute unseres Sohnes.

Schnell war mir endlich klar: Er verträgt wohl die neue Obstsorte im Brei nicht :/

Nun hatte ich meine Gewissheit und hoffe, dass er diese Nacht nicht mit Abführmaßnahmen der flüssigeren Sorte zu kämpfen hat; denn heute gab es wie gewohnt Apfel-Bananen-Muß.


Selbstverständlich hing meine Wäsche noch draußen zum Trocknen, als der Monsunregen unseren Ort beschlagnahmte und wir gerade nicht zu Hause waren;

das Bettchen steht immer noch in Lenny´s Kinderzimmer und wartet darauf, morgen eventuell endlich umgestellt zu werden

und Lenny liegt hoffentlich ruhig schlafend in unserem Bett und trägt zwei Schlafanzüge, da beide Schlafsäcke noch triefend nass in der Maschine geschleudert werden.

 

Neben heute wieder häufigen Retourkutschen des Mageninhalts unseres Sohnes, freuen wir uns trotzdem auf die neue Woche.

 

Deshalb verabschiede ich mich in die nächsten Tage und hinterlasse euch wieder einmal die besten Abendwünsche mit den Worten

Es muss nicht immer Milch sein und gute Nacht 🙂

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