Gemeinsam.


Einen wunderschönen guten Abend an all meine Leser und Leserinnen da draußen.

 

Nachdem ich einige Anfragen bekommen habe, wie es bei uns läuft und wie sich die Kinder entwickelt haben, hat mein schlechtes Gewissen euch gegenüber heute den Sieg errungen und ich melde mich wieder einmal schuldbewusst zurück.

Ihr könnt euch sicher denken, dass die Zeit das Kostbarste ist, was man überhaupt geschenkt bekommen kann. Vor allem mit Kindern merkt man erstmal, wie schnell die Tage ihren Lauf nehmen und die Jahreszeiten ihren wohlverdienten Wechsel antreten.

 


Lenny ist seit ein paar Wochen zwei Jahre alt. Er ist ein Herzensmensch durch und durch, liebt die Natur und alles, was sich auf Rädern in jeglichem Ausmaß fortbewegen kann. Er beginnt alles so wortgetreu wie ihm möglich ist nachzureden und versteht immer und immer mehr die Zusammenhänge einzelner Sätze.

Luna wird in ein paar Wochen ein Jahr alt.

Ein Jahr.

Voller Eindrücke, Erfahrungen und Geschehnisse.

Sie ist ein Wirbelsturm, fällt förmlich mit jeder Tür in jedes Haus und selbst wenn es draußen kalt ist, scheint in ihr die pure Sonne. Luna ist präsent. Luna ist taff und Luna ist absolut willensstark.

Sie ist ein fröhliches und abenteuerlustiges Mädchen, lebt an der Gefahrenzone ihrer eingeschränkten Bewegungsfähungsfähigkeit und in ihrem kleinen Köpfchen weiß sie genau, was sie will und vor allem was sich nicht will.

Temperamentvoll der feinsten Sorte eben 😉

Sie beginnt ihre ersten Schritte zu laufen- aus Versehen natürlich- und krabbelt im Affenzahn durch die Gegend.

 

„Sie werden aufwachsen wie Zwillinge“, sagte man mir in Zeiten meiner Schwangerschaft mit Luna, die bereits vier Monate nach Lennys Geburt begann.

Was noch vor etwa einem Jahr für mich unvorstellbar gewesen ist, kann ich heute schon genau so bestätigen.

Lenny und Luna sind unzertrennlich.

Sie toben zusammen, ärgern sich, spaßen rum, spielen und essen gemeinsam und – wenn alles nach Plan läuft- dann schlafen sie auch zur gleichen Uhrzeit.

Aber nicht nur das, denn Lenny und Luna besuchen seit etwa einem Monat die KiTa.

Ja, beide. Auch Luna schon.


Es erfordert viel Kraft und Energie, vor allem aber meine Lieblingstugend von Geduld, Kinder in den Kindergarten einzugewöhnen. Ein neuer Alltag, ein neuer Ablauf.

Neue Menschen, neue Kinder, neue Räume und neue Spielzeuge.

Klingt erstmal ganz wunderbar und aufregend.

Ja- so dachte ich auch. Bis ich tatsächlich inmitten dieses Umbruchs steckte und versuchte, meine beiden Kinder wohlbehütet in die Hände fremder Menschen zu übergeben.

Die KiTa ist wirklich toll und an dieser Stelle bedarf sie eines großen Dankeslobes.

Dennoch ist es für Mama und Kind/er eine neue Art des Kennenlernens. Blindes Vertrauen auf beiden Seiten eben:

Die Mäuse müssen mir vertrauen, dass ich wieder komme- trotz, dass Fremdbetreuung in jeglicher Hinsicht über einen so langen Zeitraum bis dato ein Fremdwort für uns alle war.

Und ich muss meinen Kindern vertrauen, dass sie ihren Weg dort gerne gehen, Freundschaften knüpfen, Erfahrungen machen und sich selbst neu entdecken können.

Nachdem ich mich also auf dem vorherigen Elternabend wie folgt vorstellte: „Hallo, mein Name ist Mona und meine Kinder Lenny und Luna besuchen ab August  den Kindergarten. Ich mache mich darauf gefasst, dass es bei uns ein wenig schwierig wird und die Eingewöhnung länger dauern könnte, als geplant.  Nicht zuletzt durch eine private Umstellung zusätzlich noch beeinflusst.“ , traten meine Mäuse und ich die Eingewöhnung geduldig und gespannt an.

Die Erzieher dankten und danken mir für die Zeit, die ich zu dieser wichtigen Phase mitbrachte. Ich setzte meine Kinder nicht unter Druck, indem ich ihnen das Gefühl vermittelte, dass sie sich schnell zurechtfinden und neuen Menschen vertrauen sollen; nein- ich ging in aller Ruhe jeden Tag mit ihnen dahin.

Gemeinsam mit der Bezugserzieherin beider Kids, schafften wir also eine Basis auf der sie lernten spielen und singen, lachen und toben zu können, wenn Mama bloß von außen zuschaut.

Irgendwann gab es auch mal Rückschritte. Ja, besonders Montags und Freitags starteten wir oft von vorn und am nächsten Tag jedoch ging alles wieder wie von Hand.

Nach 3-wöchigem Beisein bzw. in-der-Nähe-seins durfte ich endlich für 2 Stunden das KiGa-Gelände verlassen und ganz wohl war mir bei der Sache nicht.

Je mehr ich mich vom Parkplatz entfernte, umso mehr hatte ich das Gefühl, dass ich etwas falsch machte.

Nicht zuletzt verstärkt dadurch, dass ich 4 Tage zuvor -und ja, so etwas darf man zugeben ohne eine Heli-Mama zu sein- die eine oder andere Träne (keine Sorge, ich war allein 😉 )  in der Elternwarteecke vergoss, weil alles auf mich einbrach.

Der Druck ist so groß, wenn das Liebste, was man hat, plötzlich weint, weil „Mama geht eben ein Wasser trinken.“. Als ich den Raum verließ und mich in die Elternzone setzte, hörte Lenny direkt auf zu weinen und spielte weiter, aber ich fragte mich wie jede andere Mama auch: “ Wie mache ich es verdammt nochmal richtig?“

Heute weiß ich, nachdem die Mäuse nun anfangen dort Mittag zu machen, dass ich mein Allerbestes gegeben habe und die Kinder eben genau das gemerkt haben und ihre Sicherheit bekamen.

— Mama ist da. —

Positiv bestärkt wurde ich also nicht nur durch die Freude meiner Kinder, wenn wir zum Kindergarten fuhren, sondern auch durch die Resonanz der Erzieher, die mir immer wieder nahe legten wie dankbar sie mir seien, dass ich mir und den Kindern, die beide in die gleiche Gruppe gehen,  so viel Zeit gegeben habe.

Und das, meine Lieben, obwohl Geduld eine Tugend ist, die mir nicht in die Wiege gelegt wurde.

Luna steckt das alles an den meisten Tagen besser weg. Klar, auch bei ihr gibt es Tage und vor allem Nachmittage, an denen ich mir oft die Frage der Überbelastung stelle.

Die Nachmittage mit beiden sind energiegeladen und überreizt. Die Nächte für uns alle drei sehr unruhig.

Bauchweh bei dem einen, Albträume bei dem anderen und zu verarbeitenden Eindrücke bei uns allen.

Es wird sich einspielen- so hoffe und ich denke ich.

Erstmal startet nun die Übermittagsgeschichte ins Experiment…


Die beiden sehen ihren Papa regelmäßig an den Wochenenden. Oft frage ich mich, ob es gerade in dieser Umstellungsphase einen Weg der Druckentlastung diesbezüglich gäbe, aber leider stoße ich mit dieser Zweiflerei auf taube Ohren.

Meine Elternzeit ist offiziell beendet und wenn der ganze Resturlaub um ist, dann gehe ich auf Teilzeit wieder im Krankenhaus arbeiten.

Bis dahin genieße ich die viele Zeit mit und für meine Kinder, denn wenn ich eines gelernt habe, dann:

Die Zeit vergeht so schnell und nichts da draußen ist wertvoller, als sie mit den eigenen Kindern zu verbringen.


Ob man als Mama immer alles richtig machen kann, sei dahin gestellt.

Dass man als Mama immer alles richtig zu machen versucht, ist dagegen (meiner Meinung nach) eine unumstrittene Verpflichtung.

Wie sagte mir ein netter neuer Mensch in meinem Umkreis so schön:

 

Die Liebe eines Kindes zu seiner Mama (und auch seinem Papa) ist ein im Bauch blind unterschriebener Vertrag, der quasi auf Ewig bestehen bleibt.“

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich mit zusitzender Nase, erkältet und unruhig schlafenden Kindern in den Abend und verbleibe mit den Worten

Es muss nicht immer Milch sein, jetzt erst Recht nicht mehr und bis ganz bald. Bleibt dabei, denn ich bleibe es auch  😉  !

Liebste Grüße

Mona :*

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