An Tagen wie diesen.

Hallo ihr lieben hoffentlich nicht in Massenpanik ausgebrochenen Milchnasen.

 

Nicht einmal Pampers kann man zur Zeit im Lieblingsdrogeriemarkt bekommen, geschweige denn Waschmittel für Kinderwäsche. 🙈

Was machen die Leute, wenn keine Corona- Warnung raus geht? 

Definitiv weder ihre Kinder pampern, noch Wäsche waschen 😅👍.


Ja, an Tagen wie diesen.

 

Die Arbeit war okay.

Ich versorge nach bestem Wissen und Gewissen die mir zugehörigen Patienten und mache das, was mein Aufgabenbereich mir zuschreibt.

Ich mag die Arbeit in der ZNA. Schon im letzten Ausbildungsjahr, als man mich fragte ob ich mir vorstellen könnte im Haus übernommen zu werden, lautete meine unter schelmischem Grinsen ausgesprochene Bedingung: „Notaufnahme oder ich gehe studieren.“

Seit 2014 bin ich nun Teil des täglichen unvorhersehbaren Chaos‘ daunten. Ich höre mir das Leid und die Klagen sowohl der Ärzte, Kollegen und Kolleginnen als auch insbesondere das der Patienten an. 

Ich kümmere mich um jeden, der meine Hilfe braucht- in dem Ausmaß, wie meine Kompetenz es zulässt.

Ich mag es,Gutes zu tun und ich mag den Trubel.

Jau, Trubel.

 

An Tagen wie diesen.

 

Die Stimmung auf der Arbeit bezüglich meiner Person ist gerade eben so flächendeckend wie akzeptabel.

Dass ich als Krankenschwester nur zu festen Zeiten vormittags von Montags bis Freitags-entsprechend der KiTa Öffnungszeiten arbeiten kann- finden nicht alle gut. 

Genau genommen finden es alle richtig kacke.

Meine Eltern sind selbst noch verhältnismäßig jung und haben mit meinen bis zu 21 Jahre jüngeren Geschwistern zu tun, meine Schwester ist Vollzeit berufstätig und der Papa meiner Kinder ist aufgrund seiner Arbeitszeiten im Rettungsdienst ebenso ‚unflexibel‘ wie jeder andere, um die Kinder zu „übernehmen.“

Was auch immer das für nervige und ätzende unnötige Diskussionen sind. Als wenn mir das alles so Recht und in meinem Sinne wäre.

Leben und leben lassen.

Akzeptanz und Respekt.

Empathie.

Wo seid ihr?


Nach Feierabend um 14.30Uhr gehe ich also zum Spint, ziehe mich um (meist von Weiß wieder zurück in’s private freundliche Dunkel), setze mich in mein glücklicherweise am Morgen irgendwo geparktes Auto und fahre in Richtung des 15km entfernten Kindergartens.

Vorher stoppe ich beim Supermarkt meines Vertrauens, denn ohne Käsebrötchen und Trinken im Gepäck brauche ich meine hungrigen Kinder nicht aus dem Kindergarten abzuholen- sie freuen sich immer und immer wieder darauf, wenn Mama alles parat hat.

 

Ich liebe es. Wirklich ♡

 

Im KiGa angekommen werde ich quasi fast von meinen Mäusen über den Haufen gerannt : „Maaaamaaa“ , empfangen sie mich mit größter Freude und ich sie mit meiner gleichen- als Erstes immer beruhigt zu sehen, dass sie ohne sichtbare Schrammen, Wunden oder Kratzer sind. 

Auf dem Weg in’s weitere 7km entfernte Heimatdorf hören wir ihre Lieblingslieder; ich frage sie wie ihr Tag war und was es zu Essen gab- alles während das Käsebrötchen leidenschaftlich verschlungen wird. 

Die Spülmaschine wartet jetzt darauf, ausgeräumt, die Wäsche gefaltet und das Abendbrot zubereitet und gegessen zu werden, ehe ich meine Mäuse gegen 19.15Uhr zu Bett bringe. 

Meist spielen wir zwischendurch am Nachmittag noch mit den Autos, bauen einen Turm, gehen spazieren oder fahren einkaufen bzw. Omi besuchen.

Küche hergerichtet, Brotdosen und Trinkbecher sind sauber und stehen neben Brettchen, Brot und Messer für den nächsten Morgen vorbereitet auf der Küchenanrichte, lasse ich mich gegen 20.00 Uhr aufs Sofa sacken und schaue mein TV-Abendprogramm- um irgendwann gegen 23 Uhr müde ins Bett zu fallen.

Vorher ist der Kopf nicht runtergefahren.

 

Es ist 02.00Uhr in der Nacht und ich werde wach, weil meine Kleine aus ihrem Zimmer aus so doll weint, dass ich sie neben der Babyphone-Lautstärke auch so schon hören kann.

Ohje. Was hat sie nur?

Müde und voller Hoffnung, dass Lenny nicht wach wird, schleppe ich mich in ihr Zimmer um sie zu trösten.

Zähne?Bauchweh? Übelkeit? Ohrenschmerzen? Albträume? Hunger? Durst?

Ich weiß es nicht, kann nur mutmaßen und versuchen, sie zu lesen. 

 

Die Kommunikation einzigst funktionierend zwischen Mama & Kind. 

Nonverbal. 

Mit 1.5 Jahren spricht sie nunmal noch nicht.

Sie weint und weint, egal was ich versuche. Manchmal schaffe ich es, sie so zu beruhigen, dass sie zeitnah wieder einschläft.

04.00Uhr. 

Ich lege mich müde zurück in mein inzwischen kaltes Bett. Meine Füße frieren, ich friere und meine Decke wärmt mich erst dann richtig, wenn um 06.30Uhr der Wecker geht.

Brote werden geschmiert, Flaschen mit dem Morgentee gefüllt und um 07.00 Uhr Lenny geweckt und angezogen, bevor Luna um 07.15 Uhr folgt.

 

Ok:  Check-Up

    Beide fit?

        Jemand fieber?

               Wirkt jemand krank?

 

Nachdem ich beiden ihren Tee zum Trinken gegeben habe, mache ich mich fertig:

Duschen, Zähne putzen, schminken, Haare machen.

Jetzt Luna.

Inzwischen hat Lenny die Pampi wieder voll, also geht’s kurz vor Abfahrt nochmal von vorne los. 😅

Aufbruch zum KiGa: 8.05Uhr.

Wir hören Radio, schauen uns die Tiere auf unserer bekannten Strecke an und erreichen etwa um 08.17Uhr die KiTa.

„Mama fährt jetzt zur Arbeit meine Mäuse. Wenn ich Schluss habe, hole ich euch wieder ab. Passt auf euch auf und bleibt gesund. Ich liebe euch ♡“.

Den gekühlten Cappuccino in der Hand komme ich etwa um 08.47Uhr auf dem Parkplatz des Krankenhauses an, gehe mich fix umziehen, kaufe ein Brötchen in der Cafeteria und esse es quasi to go, um um Punkt 09.00Uhr meinen Dienst in der ZNA anzutreten.


An jeden Tagen wie diesen organisiert man alles selbst. Es muss funktionieren und so wie es einem möglich ist, schöpft man sein enges Korsett des Zeitmanagements bis auf’s Ultimo aus. 

24 Stunden x 7 Tage.

Dann könnt ihr euch ja vorstellen wie ernüchternd es ist, wenn so manche Arbeitskollegin gefühlt um 09.10Uhr um die Ecke kommt und deine Organisation samt deines dir möglich machenden und längst gesprengten Rahmens in Frage stelllt, dir unmissverständlich zu verstehen gibt, dass deine „Sonderrechte“ bezüglich der Arbeitszeiten und das dauerhafte Kinderkrank-Sein nicht mehr zu dulden seien und du schleunigst irgendwo jemanden für DEINE (!) KINDER organisiert kriegen solltest um deren Arbeitszeitmodellen gleichzuziehen.

 

Ja, an Tagen wie diesen bist du obendrauf everybodys Arschloch.

Weil du eine Mama bist, die ihren Job zu Hause neben der 60% Beschäftigung im Krankenhaus zu 299% macht.

Müde dazu.

An Tagen wie diesen würdest du dich am liebsten rechtfertigen und ihnen erklären, dass die von ihnen so betitelten „Luxusarbeitszeiten“ nicht die sind, die als solche für dich wie perfekt gelten.

DAS sind die Zeiten in denen du kannst, weil dein Hab&Gut betreut ist-

nicht die Zeiten, die für dich am Besten sind. 

An Tagen wie diesen lebst du deinen Alltag.

An Tagen wie diesen bist du einfach nur froh, dass das nächtliche Chaos am Morgen verschwunden war und du dich nicht krank melden musstest.

An Tagen wie diesen bist du dankbar dafür, deinen Kindern ihr Leben ermöglichen zu können.

An solchen Tagen wie diesen weißt du (!), worauf es im Leben ankommt.

 


An Tagen wie heute habe ich Resturlaub. 

Donnerstag und Freitag frei.

Dass ich etwas für mich machen kann,während die Mäuse im KiGa sind,rückte spätestens in dieser Nacht in weite Ferne. 

Luna schrie und schrie. Von 02.30Uhr an. Ich wusste nicht wo, aber dass sie Schmerzen hatte, war ihr deutlichst anzusehen. 

Nach ausreichend Schmerzmittel schlief sie um 05.00Uhr völlig erschöpft ein und wachte etwa um 09.30Uhr mit gelb-rötlich auslaufender Flüssigkeit am Ohr wieder auf.

 

Ohrenarzt. 

Antibiotikum. 

Nächste Runde Mittelohrentzündung. 

10 Tage her.

 

Ja, an Tagen wie heute gibt es keinen Urlaubstag.

Keinen Schlaf.

 

An Tagen wie heute heißt es mehr denn je: „Halte durch, Mama. Wir brauchen dich.“ ♡


In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder einmal mit den Worten: Es muss nicht immer Milch sein- kalter Cappuccino tut’s auch.

Schlagt euch tapfer und bis ganz bald

Eure Mona mit ♡ L & L ♡ 😊😘

2 Antworten auf „An Tagen wie diesen.“

  1. Wow, ich ziehe meinen Hut vor dir, mehrfach. Ich habe auch 13 Monate Altersunterschied und frage mich oft wie Frauen das allein schaffen… Respekt Respekt Respekt. Wahnsinn. Du kannst mega stolz auf dich sein. Ich würde das allein nicht packen….
    Viele Grüße aus Hamburg

    1. Hallo Liebes.
      Ach klar, man ist nämlich irgendwie erst dann verloren, wenn man sich abhängig gemacht hat.
      Man weiß eh erst so richtig wozu man im Stande sein kann, wenn man im Stande sein MUSS. 😉
      Liebe Grüße
      Mona ♡

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