Die Rechnung, bitte.

Hallo liebe weite Welt.

Lang ist es her.

Viel ist passiert.

 

Lenny und Luna entwickeln sich prima. Luna krabbelt jetzt im Affenzahn und albert ständig mit ihrem Bruder rum. Ich liebe es ihnen beim Lachen zuzusehen.

 

Die Nächte mit Lenny sind entspannter geworden, er schläft dennoch nach wie vor bei mir-

während Luna nachts definitiv noch eine Flasche benötigt und oftmals mit – natürlich!- Bauchschmerzen zu kämpfen hat.

Schunkeln, Pezzi Ball und immer die Hoffnung, dass Lenny wenigstens weiter schläft.

 

Spagat auf allen Ebenen.

 

Ja.

 

Und zu allem Überfluss ist auch der Kelch nicht an mir vorbei gegangen:

 

Seit gut 2 Monaten sieht es nicht mehr nur so aus, als sei ich es, sondern bin ich es wirklich:

 

A L L E I N E R Z I E H E N D .


Glaubst du, dein gutes Aussehen reicht aus, um glücklich zu werden?

Vielleicht.


 

An alle Papas da draußen, die denken, sie hätten nun ein perfektes Leben:

Freiheit, Freunde, Flexibilität und nebenbei auch noch Vatersein.

Genug Schlaf, ruhige Nächte, keine Verantwortung.

Saubere Autos, saubere Wohnungen, saubere Klamotten.

Parfüm, Haare gemacht, Anziehsachen falten-und fleckenfrei.

Immer pünktlich. Immer frei in Entscheidungen und vor allem: offen für alles.

Nun, vielleicht habe ich all das nicht „mal eben so“.

Vielleicht habe ich keine Zeit für mich, nie Ausgleiche und weiß schon längst nicht mehr wie die Zufuhr von Ethanol meinen Körper und mein Wesen beeinflussen kann.

Ja, nicht nur vielleicht- sondern eher definitiv.

 

Es stimmt, ich lebe ein Leben, das geprägt ist vom Alltag, vom Kinderbespaßen, vom Arbeiten und von der Haushaltsführung.

Ja- ich habe keine Zeit für Termine, routinebedingte Arztbesuche; geschweigedenn für meinen Friseur.

Ich schlafe die Nächte fast nie-meist weniger als zusammengewürfelte 5 Stunden.

Mein Freundeskreis, der in seiner Anzahl womöglich beschränkter ist, als die Öffnungstage des Berliner Flughafens, hält sich über Whatsapp-Sprachnachrichten und kurzen Smiley-Antworten über Wasser.

Meine Klamotten aus Zeiten von vor den Schwangerschaften versuche ich einigermaßen newstyled zu kombinieren; ebenso wie meine Haare manchmal Veränderung rein bekommen, weil eine Strähne aus Versehen mal anders liegt.

Hobbies habe ich natürlich keine- ich bin dabei auszuklügeln, dass meine Arbeitszeiten mit den baldigen KiTa Zeiten übereinstimmen,  versuche so viel zu arbeiten wie mir möglich ist, um unseren Kindern eine Existenz zu sichern und zu wahren.

Nö, ich knüpfe keine neuen Bekanntschaften um mein Ego durch den aktuellen Marktwert meiner selbst auf den Prüfstand zu stellen-

Und: oh Gott. Ich trage kein Parfüm!

Bin da eher froh, mal durch Zufall ein neues Deo ausprobieren zu können.

Ich hab keine Zeit um zu schlendern, zu quatschen oder gar ein Sonnenbad zu nehmen.

 

-Wie doof wäre ich, anderes zu behaupten?-

 

Denn- liebe Männer, die ihr denkt,dass ihr durch euer Junggessellenleben den Jackpot ergattert habt-

jetzt hört euch folgendes an:

Wir sind Mamas.

Wir sehen jeden einzelnen Entwicklungsschritt unserer Kinder- können quasi dabei mitschreiben, wie sie sich fortschrittig verhalten und ihre eigene Persönlichkeit entfalten.

 

Ihr habt Freiheit-

wir haben Teil an der Gestaltung der Kindheit unserer Kinder.

 

Ihr schlaft viel und gut-

wir ernten dafür ein Lächeln nach jeder Träne, die wir aufgrund von Unwohlsein, Geistern, Albträumen oder allgemeiner Unruhe in der Nacht trocknen durften.

 

Ihr habt Freunde-

wir das Vertrauen unserer Kinder, dass sie immer auf uns zählen können,da wir nicht von ihrer Seite weichen.

 

Ihr habt saubere Klamotten-

wir dafür Abwechslung mit dem Liebsten, was uns gehört und jeder Fleck trägt somit seinen Ursprung.

 

Ihr habt Spaß und Feierei-

wir dafür jeden Abend das Wohlbefinden unserer Kleinsten in der Hand, wenn wir sie in den Schlaf begleiten dürfen.

Wenn sie wach werden sollten, rufen sie „Mama“.

Wer ruft euch?

 

Ihr habt eure Termine- wir hingegen nehmen gemeinsame Zeiten und Termine mit den Kindern und für die Kinder wahr-denn wir eröffnen ihnen ein Leben,organisiert in Zusammenarbeit mit KiTa und Schule.

 

Ihr habt Hobbies? Wunderbar:

 

Denn wir haben dafür ein Leben mit unseren Kindern.

 

Jedes Lachen, jeder Fortschritt, jede Mine bei neu probierten Geschmäckern, jede neue Größe, jede überwundene Erkältung, jeder Abend und jeder Morgen.

 

Jeder Tag.

 

Während ihr euch an den gemachten Tisch setzt und der Hero-Wochenend-Daddy seid.

 

Tauschen? Neid? Eifersucht? Sehnsucht?

Nein. Das, was wir Frauen noch für euch übrig haben und über euch denken, ist viel höher als euer testosteron-gesteuertes Wesen euch jemals erklären könnte.

Deshalb wollen wir einfach nur ein friedliches Miteinander der Kinder zuliebe.

Wahrscheinlich kommt aus genau solch einer Situation im Leben das Sprichwort: „Frauen sind das stärkere Geschlecht.“ Denn ihr habt versagt, als es schwer wurde.

Ihr sucht eine neue Liebe?

Gerne. Wir behalten die unsere. Denn die Liebe der Kinder, der Dank in ihren Augen für alles, was wir tagtäglich leisten- das kann euch keine Frau dieser Welt geben.

Es ist keine Strafe, dass wir allein mit den Kleinen sind- denn ein Leben mit ihnen, trotz mancher Anstrengung und Hürde,

ist so wie es ist

VOLLKOMMEN. ♡


Ja. Redet schlecht, stellt euch als Opfer dar. Erzählt, wie furchtbar verbittert wir Frauen seien, wie langweilig und eintönig das Leben mit uns war.

Hattet ihr es schlecht bei uns? Oh aber ja doch.  Sehr sogar. Ihr wolltet wahrscheinlich stets unser bestes, habt euch den Arsch für uns aufgerissen und uns war es am Ende nie genug, geschweigedenn recht?

So wird es sein. 

Wir wünschen euch wirklich von Herzen, dass ihr glücklich werdet. Findet euren inneren Frieden und euren Lebenssinn. Erfahrt, was temporär Kraft gibt-und was auf ewig fürs Leben wirklich wichtig ist.

Lernt selbst, wer Freund und wer Feind ist.

Aber werdet erwachsen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Hüterin eurer Schäfchen. Denn sie leistet 24 Stunden lang einen verdammt harten und guten Job.

Schon allein dafür solltet ihr neben eurem kleinen Stolz auch ein minibisschen Respekt für uns übrig haben.


Kümmert euch um eure Kinder, seid ihnen ein Papa.

 

Denn für uns

                                 seid ihr ersetzbar.


 

In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder einmal mit den liebsten und dankbarsten Grüßen ♡

Es muss nicht immer Milch sein, jetzt erst Recht nicht mehr und bis ganz bald.

 

Eure Mona ♡

 

Frohes Neues und so… ;)

Guten Abend liebe Leute,

wie läuft das ab, mit den Vorsätzen zum Jahreswechsel?!

Abnehmen, mehr Sport, weniger Stress und mehr Spaß.

Seit ich Mama bin- vor allem von zwei Kindern- habe ich gelernt, dass Vorsätze ein präsituatives Bestreben nach persönlichen Interessen sind, die längst nicht durch den Willen desjenigen zu verwirklichen sind, der sie sich zum Ziel gesetzt hat.


Ein typischer Tag mit unserem 1.5-jährigen Lenny und unserer 5 Monate alten Luna beginnt immer damit, dass das Nesthäckchen ganz selbstverständlich bestimmt, wann und vor allem wie der Zeitplan der nächsten 14 Stunden abläuft.

Passend zum Sonnenaufgang startet Luna um Punkt 6 Uhr in den Tag, nachdem sie in der Nacht natürlich absolut nicht auf ihre kuhmilcheiweißfreie „Milch-“ Flasche verzichten mag. Ganz zum Leidwesen meines durch Müdigkeit erfüllten Wesens, bin ich also nach kurzer Hoffnung, sie könne wieder einschlafen wenn ich ihr eben schnell den Nucki gebe, gezwungen, mein Haupt aus dem Bett zu schwingen, das mich permanent begleitende Babyphone auszustellen und Luna zu begrüßen.

Sie strahlt mich an, ich frage sie, ob sie nun zur Frühaufsteherin werden will und anschließend verkrümel ich mich mit ihr auf die Couch.

Kuscheln?

Ach- unsere Tochter doch nicht.

Schlafen?

Wo denke ich hin…

Spielen?

Aber natürlich.

Nach kläglichem Versuch und mehrerer Sekundenschläfchen raffe ich mich dann doch auf, mache den TV an und schaue mir die Wiederholung von meiner Lieblingssoap an.

Ja, liebe Leserinnen und Leser: ich schaue 23 Minuten Fernsehen während meine Mini-Tochter daneben sitzt.

Heli- Mamis und Steinzeit-Erzieher sind an diesem Punkt wohl endgültig verzweifelt, wenn sie meine Zeilen lesen 😉

Lenny schläft in seinem Weichschaumbettchen in unserem Schlafzimmer bis etwa halb 8. Also habe ich ein wenig Zeit, bis beide hungrig, durstig und erneut müde sind.

Wenn ich dann beide morgens soweit versorgt habe, fange ich an, mein schläfriges Gemüt unter die Dusche zu schwingen. An Tagen, an denen mein Mann Daniel zu Hause ist, läuft alles etwas stressfreier ab. Wir teilen uns die Aufgaben, sodass die Zeit deutlich besser eingeteilt ist.

An Tagen, wo ich mit den Kids für 24 Stunden alleine bin, muss ich zusehen, dass ich Schwung in die Hütte kriege.

Mein Duschvorgang dauert exakt drei Minuten; Zähne putzen, Augenringe überschminken und Anziehen dauert inklusive des Haare föhnens und zusammenbindens weitere 12 Minuten.

Fertig.

Wir können starten-

denke ich so lange, bis Luna sich mir -über meine erneute Anwesenheit freuend- mit vollgespucktem Oberteil trotz des Schlabberlatzes präsentiert und mir klar wird, dass der Geruch in der Luft nicht von draußen kommt, sondern von einem meiner Kinder. Wer von beiden den Jackpot geknackt hat, muss ich wohl durch die Duftprobe aus näherer Sicht heraus finden.

Beide Vorkommnisse schnell in die Schublade der erledigten Staffelpunkte des Tages gepackt, können wir starten.


Luna schläft tagsüber nur im Auto oder im Kinderwagen. Ganz selten- und auch nur wenn Daniel hier ist um Lenny parallel zu beschäftigen-schaffe ich es, sie bei völliger Übermüdung zu Hause zum Schlafen zu kriegen. Lenny hat in ihrem Alter längst Mittagsschlaf gemacht- ich hatte Zeit um ihm diesen beizubringen.

Jetzt allerdings ist es anders. Für Luna habe ich keine 30 Minuten Einschlafstrategie tagsüber, denn Lenny möchte einerseits nicht so lange allein bleiben und andererseits: Wie soll ich einem Kleinkind erklären, dass es jetzt auf Zehenspitzen laufen, sich am besten nicht bewegen und vor allem nichts sagen soll?

Richtig.  Gar nicht.

„Gewöhn die Kleine bloß an Lärm wenn sie schläft. “

Jaaaa, genau.

Ich bin froh, wenn sie überhaupt mal ein Nickerchen macht und da bin ich ausnahmsweise mal egoistisch und sage: Ich riskiere mit Sicherheit keinen einzigen Ton, der sie wecken könnte.

Vor allem abends:

Nach meist 1.5 Stunden, aus einer Mischung von Pezziball, hinlegen, Nucki rein, streicheln und Popogeklopfe, haben wir es abends mal geschafft, dass Luna zumindest für die nächsten 3 Stunden bis zum Zeitpunkt ihres erneuten Hungerbefalls ein bisschen Schlaf bekommt.

Weil sich der rote Faden so wunderbar spannt, kämpft Luna selbstverständlich wie Lenny vor einem Jahr mit dem gleichen Problem- quälende und festsitzende Blähungen.


Lenny hat sich wunderbar entwickelt. Er ist so einfach in seinem Umgang, hat Luna als seine Schwester akzeptiert und kann sich an das Leben ohne sie gar nicht mehr erinnern.

Er bekommt abends seinen Tee im Bettchen, begleitet von Daniel oder mir und schläft zumindest den Großteil der Nächte ganz gut durch.

Ich habe meinen fürchterlichen Baby- Blues überwunden, verzweifle manchmal abends, wenn ich allein und völlig k.o. bin und beide ins Bett bringen muss, aber nicht weiß, wen zuerst und vor allem wie; habe Luna nach einem Milchstau seit ihrer 9. Lebenswoche abgestillt und frage mich tagtäglich, wenn Daniel arbeitet, wie ich den ganzen Tag beiden gerecht werden kann, um am Abend festzustellen, dass mein Plan sowieso nicht aufgeht, weil einer von beiden immer irgendwas hat.

Luna ist trotz ihrer ebenfalls sehr temperamentvollen Art ein kleiner Sonnenschein und erfreut sich lautstark lachend an dem Vorbeiflitzen ihres quasselnden Bruders, wenn sie auf der Decke liegt.


So anstrengend die Tage und Nächte auch sind, wissen wir eines: Danke, dass wir das Glück haben, zwei Kinder aufwachsen, lachen und leben zu sehen!

Die Entscheidung für Luna und gegen die Angst der Überforderung, war der richtige Weg.

Ja, es ist anstrengend und oft auch zum verzweifeln, wenn es Momente gibt, in denen nichts läuft und alles absolut ausweglos erscheint.

Nein, wir bereuen rein gar nichts, denn unsere Kinder sind der tägliche Beweis dafür, dass Liebe das wertvollste Gut ist, welches man haben kann.

 


So- mein Vorsatz, euch öfter zu schreiben, versinkt aufgrund der abendlichen Turbulenzen zur Zeit häufig im Sand.

Bitte seid nicht enttäuscht, wenn ihr länger nichts hört.

Ich bleibe dran, versprochen!

 

In diesem Sinne werde ich nun schnell ins Bett gehen- ehe meine Kleine von ihrem knurrenden Magen wieder geweckt wird- wünsche euch eine gute Nacht und erinnere daran, dass es jetzt erst Recht nicht immer Milch sein muss. 🙂

Eure Mona ♡

 

Chaos…

Hallo an alle da draußen!

Ich habe euch nicht vergessen, wir leben noch! Bei uns herrscht noch ein wenig Chaos, deshalb schaffe ich es aktuell noch nicht weiter zu schreiben!

Bitte bitte bleibt dabei und seid nicht enttäuscht – sobald ich kann, werde ich weiter schreiben ♡

Liebste Grüße, Mona♡

Alles auf Anfang.

Hallo meine Lieben Mamas, Papas und alle anderen treuen Freunde.

 

Ja- der Tag der Tage kam dann doch ganz schnell. Erst konnte es mir nicht früh genug sein, dann war es soweit und plötzlich hielt ich dieses kleine Wesen in meinen Armen. Völlig unschuldig und abhängig von meinem Dasein.


In der Nacht war Lenny wieder einmal sehr unruhig. Er weinte, wollte nicht alleine in seinem Bettchen schlafen, obwohl sich dieses immer noch in unserem Schlafzimmer direkt neben mir befindet; er träumte schlecht, hatte Durst und die Pampers war auch ständig nass. Daniel und ich konnten ihn gerade beruhigt haben-da fing er wieder an..

Gut, dass wir solche Nächte kennen und es für uns nichts Neues ist, dass Lenny schlecht schläft.

Um 3 Uhr hatten wir den Punkt dann endlich überwunden und unser großer Sohn fand seinen Tiefschlaf.

Nun konnten wir schlafen und mein Gedanke- ehe ich die Augen zu machte- war einzig und allein derjenige, dass ich in einer solchen Nacht unmöglich alleine beiden Kindern gerecht werden könnte. Besonders dann nicht, wenn sie sich gegenseitig wach schreien würden. Ich muss ja immer davon ausgehen, alles allein schaffen zu müssen, denn Daniel ist 24h arbeiten.

 

Um 4 Uhr wurde ich schlagartig wach, denn wie so häufig in den letzten 4 Wochen hatte ich 2 Wehen. Diesmal allerdings waren sie etwas anders. Ich ging auf’s Klo, legte mich wieder schlafen und merkte relativ schnell, dass die Wehen im Liegen doch schon häufiger kamen.

Hundemüde quälte ich mich aufs Sofa- eine halbe Stunde lang saß ich da. Alles dunkel- nur die elektrischen Wachskerzen leuchteten mir ein wenig ins Gesicht.

Es passiert nix.

Wie immer.

 

Um halb 5 wollte ich mich dann wieder schlafen legen; allerdings nur, um erneut festzustellen, dass das Liegen absolut nicht geht.

Ich weckte Daniel, sagte ihm, dass ich glauben würde, es könnte nun beginnen. Er stand mit mir auf, wir setzten uns aufs Sofa und wieder passierte nichts.

Wir beschlossen uns also wieder ins Bett zu legen. Der einzige, der liegen blieb, war Daniel, denn- was auch sonst- ich stand wieder auf. Eine Wehe nach der nächsten sobald ich lag.

Im Wohnzimmer spitzte sich alles zu, selbst im Stand kamen sie nach und nach immer wieder und wurden immer heftiger.

Na wunderbar. Es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen- denn der in Vergessenheit geratene Schmerz katapultierte sich sofort wieder in mein Bewusstsein und war ebenso präsent wie vor 13 Monaten.

Ich ging ins Bad, putzte mir die Zähne, zog mich um und weckte Daniel erneut.” Schatz- ich gehe kaputt. Wir müssen los.”

Ich rief Mama an, informierte meine Schwester und als diese um 6 Uhr bei uns eintrudelte um Lenny zu beaufsichtigen, machten Daniel und ich uns auf den Weg.

 

An diesem Sonntagmorgen erreichten wir um halb 7 den Kreißsaal und um kurz nach 9 erblickte unsere Tochter Luna Ende September das Licht der Welt.


 

Lenny nahm Abstand von mir. Er kam uns an genau diesem Tag im Krankenhaus nachmittags mit Daniel besuchen. Er schaute komisch, als er mich mit einem Baby auf dem Arm sah- vor allem weil ich ihn nicht so begrüßen konnte wie sonst.

In der Nacht des gleichen Tages erreichten mich im Krankenhaus immer wieder verzweifelnde Anrufe von Daniel- im Hintergrund mein schreiender Junge- den ich ebenso sehr vermisste wie er mich.

Daniel konnte ihm kaum gerecht werden- Lenny schrie am laufenden Band aus dem Schlaf heraus und ließ sich anschließend nur schlecht beruhigen.

Ich lag in meinem Krankenbett auf der Entbindungsstation, vor mir stillte ich meine Tochter und das Schreien am Hörer versetzte mir Unmengen von Tränen in die Augen, die meine Wangen nur so runter liefen.

 

Ein Jahr lang waren Lenny und ich Tag und Nacht zusammen. Er wusste, dass ich immer da bin. Wenn er traurig ist, wenn er lacht, wenn er hunger hat und wenn er spielen oder kuscheln will, wenn er Schmerzen hat oder nachts nicht schlafen kann.

Ich war immer da.

 

Und nun nicht. Plötzlich war Papa da. Mama blieb zurück im Krankenhaus mit diesem anderen Baby und meine Stimme am Telefon war für ihn- ebenso wie für mich wenn ich ihn weinen hörte- nur noch herzzerreißender.

Es war die Hölle.

 

Irgendwie bekamen die Jungs zu Hause die Nacht um- am nächsten Morgen besuchten sie uns direkt im Krankenhaus.

 

Ich freute mich, denn mein Sohn fehlte mir so sehr.

 

Beide kamen ins Zimmer, ich schaute Lenny an und stellte fest: irgendetwas hat sich verändert.

Lenny nahm Abstand von mir, klammerte sich an Daniel fest und wollte von mir so gut wie gar nichts wissen.

Das Band, welches zwischen uns beiden immer unberührt und deshalb so fest und stabil war, schien mir gerissen zu sein.

Ablösungsprozess?

 

Für mich brach eine Welt zusammen. Einerseits beschloss ich zu stillen, um mein schlechtes Gewissen von letztem Jahr zu beruhigen- denn oft gab ich mir die Schuld daran, dass Lenny solche Bauchschmerzen hatte, weil ich nicht stillen wollte. Andererseits hasste ich es, denn immer wenn ich stillen musste, bemerkte ich wie alles nur noch distanzierter wurde zu Hause. Lennys Blicke, das Schreien seinerseits wenn Daniel nur aus seinem Sichtfeld verschwand und er mit mir und Luna im Wohnzimmer allein saß, das Desinteresse an seiner Mama und der Entzug seiner mir immer so kraftgebenden herzlichen Art, an der ich ein Jahr lang Mitgründer und Teilhaber war, machten mir das Leben zur Hölle.

Man nahm mir alles, was ich in diesem einen Jahr zu meinem Lebensinhalt machte und plötzlich hielt ich ein neues Kind in meinem Arm- mein Kind- und verstand nicht, wieso mein Sohn- für den ich die erste Bezugsperson war- sein Urvertrauen mir gegenüber verloren hat und in meiner Anwesenheit während Daniels kurzzeitiger Abwesenheit an jeder geschlossenen Tür bitterlichst schreiend und weinend zusammen brach- weil er seinen Papa nicht finden konnte während er mit mir in einem Raum saß.

 

Als er dann endlich mal an kam in seiner emotionalen Zerstörtheit, zog er sich kraftlos an meinem Knie hoch- ich stillte Luna – fiel er gegen die Tischkante, stieß sich den Kopf und weinte am Boden sitzend noch bitterlicher.

Mir waren die Hände gebunden. Vor mir Luna auf dem dicken Stillkissen am Trinken und zu meinen Füßen mein Sohn, dessen Vertrauen ich so sehr vermisste, weinend weil die Welt für ihn Kopf steht und er sich zusätzlich noch verletzte. Und jetzt sah er mich wieder mit Luna in einem Moment, in dem er mich brauchte und ich “bevorzugte” wieder ihr Wohl.

 

So muss es für ihn aussehen.

 

Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte nicht mehr.

Ich vermisste meinen Sohn, ich vermisste die Zeit mit ihm und ich vermisste unseren hart erarbeiteten Alltag.

Alles war anders. Alles lief anders und ich hatte keine Zeit mehr für ihn- selbst wenn ich sie mir nehmen wollte grätschte Luna immer wieder mit ihren Bedürfnissen rein und Lenny musste dementsprechend immer wieder aufs Neue mit ansehen, wie ich ihn hinten an stellte und Lunas Wohl erfüllte.

 

Alles, was mein Leben beinhaltete, war nicht nur durch die Geburt unserer Tochter verändert- nein.

 

Mein eigener Sohn- der ein Jahr lang stets an meiner Seite war und der mir ebenso viel Glück gab, wie ich ihm- war plötzlich so fremd für mich weil ich es für ihn war.

Daniel wurde zu seiner Bezugsperson, er kümmerte sich ja schließlich die ganze Zeit um ihn.

Vor allem nachts, wenn er weint. Nicht nur weil ich mit Luna auf dem Sofa schlafe, sondern auch weil für Lenny “Mama” und “Baby” von nun an zusammen gehören.

 

Zu allem Überfluss musste ich nach einer Woche, in der Luna und ich zu Hause waren, erneut für 7 Tage mit ihr ins Krankenhaus zurück, da sie eine starke Blasenentzündung entwickelt hatte.

 

Wieder mal war ich also nicht zu Hause und wieder einmal mein ständiger Gedanke: Lenny.

 

Daniel hatte Gott sei Dank die ersten 8 Wochen Elternzeit. Somit wusste ich,dass Lenny gut versorgt ist.

 

Aber:

Wie soll Lenny jemals wieder zu mir finden wenn ich ständig gleichzeitig mit dem Baby weg bin und deshalb nie Zeit für ihn habe?

Wie soll er verstehen, dass ich auch für ihn da sein kann und WILL, Wenn er mich überhaupt nicht mehr für sich hat?

Wie soll ich Zeit finden, Wenn Luna mich doch nur für sich beansprucht??

 

Lenny schaute mich kaum noch an, ließ sich weder von mir pampern, essen geben- geschweige denn trösten.

 

Wie sollte ich also irgendwann mal wieder klar kommen? Vor allem mit beiden?


 

Luna hat das gleiche Temperament wie ihr Bruder.

“Die zweiten sind meist ruhiger.”

Wunderbare Aussagen, die sich bis heute jedoch nicht bewahrheiten.

 

Lenny fehlt mir. Obwohl er neben mir sitzt. Mir fehlt die Verbindung zwischen uns.

Ich muss lernen, dass das nun jetzt so ist. Das schlechte Gewissen dabei, dass er denkt, dass Mama ihn im Stich gelassen hat und nun Papa für ihn zuständig ist und Mama nicht mehr, begleitet mich jede Sekunde.

Wie kann ich ihm wieder zu verstehen geben, dass alles so ist wie vorher?

 

Im Moment leider gar nicht.

Denn Luna ist 6 Wochen alt und ich bin erneut mit ihr im Krankenhaus- wegen übermäßigen Schreiens und des Verdachts auf eine Kuhmilcheiweißunverträglichkeit.

Trotz Stillens.

 

Merkt ihr was?

 

Mein neues Leben zu lieben, fällt mir absolut nicht leicht.

Dazu noch die viel zu kurz kommende Partnerschaft, die all dem Stand halten muss. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich aufeinander zu verlassen und trotz fehlender Zuwendung und Zeit füreinander nicht zu vergessen, was man einander empfindet.

 

Ob ich die Zeit vor- oder lieber zurück drehen möchte?


 

In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder einmal mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein- jetzt erst recht nicht mehr- bleibt dran und bis bald! (Entschuldigt die Rechtschreibung und Satzzeichen.. mit Handy und schunkelnd das Kind auf dem Arm im Krankenhaus…) 

 

Eure Mona.

Gute Zeiten. Schlechte Zeiten.

Hallo meine geduldigen Leser/- innen,

endlich melde ich mich mit schlechtem Gewissen zurück- in der Hoffnung, dass mir meine doch längere Abwesenheit nicht verübelt wird.

Eure Geduld sei dementsprechend hoch gelobt und wieder mal stehe ich natürlich vollstens in eurer Schuld.

Mal sehen, ob ich sie begleichen kann.

Inzwischen ist Lenny ein Jahr alt, ich bin in der 39. Schwangerschaftswoche und hinter mir und meiner kleinen eigenen Familie liegt eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Ereignisse und Pläne. – Dann mal alles auf Anfang:

Bisher habe ich eine (Gott sei Dank) relativ schöne Schwangerschaft mit wenig typischen Beschwerden. Ich bin absolut kein Fan davon, den Tag vor dem Abend zu loben, deshalb drücke ich mich so „dezent“ aus.

Natürlich quälen mich Rückenschmerzen, Luftnot, Sodbrennen und der sich ständig im Weg befindende dicke Bauch (von dem ich auch diesmal wieder längere Zeit verschont blieb).

Die tägliche Herausforderung des Anziehens meiner geliebten rosa Chucks und des Hinterherrennens zu Lenny, sind Luxusprobleme im Gegensatz zu denen, die mich hätten treffen können.

Auch das erschwerte Fußnägel lackieren und Abtrocknen der Beine nach dem duschen sei hier mal außen vor gestellt.

Lenny schläft immer noch in unserem Schlafzimmer. Zwar in seinem eigenen Bett- welches aufgrund des schmalen Türrahmenmaßes und der Dringlichkeit der Höhenverstellbarkeit des Lattenrostes schon insgesamt 6 mal auf und ab gebaut wurde- aber so ganz kriegen wir es nicht hin, ihn von unserer Seite weichen zu lassen. Naja. Wohl eher ich.

Er verbringt die Nächte nach wie vor sehr unruhig, wird oft wach, weint und hat- was auch sonst- quälende Bauchschmerzen und Blähungen. Mal verursacht durch die Zähne (von denen er bis auf 4 Backenzähne inzwischen alle hat) und mal verursacht durch Albträume, das kürzlich und ausgerechnet an seinem Geburtstag aufgetretene 3- Tage- Fieber oder durch sonstige Gründe.

Schübe, Sprünge, Phasen.

Das ewige Thema.

Er krabbelt wie ein Weltmeister, zieht sich an allem stabilen und instabilem hoch, stößt sich ständig den Kopf und langweilt sich, wenn er „nur“ im Buggy sitzt und durch die Gegend geschoben wird.


Und sicherlich wisst ihr inzwischen, dass ich mir zu allem so meine Gedanken mache. Auch diesmal.

Wer schreibt einem vor, wann ein Kind zu laufen hat; wann es „Mama“ oder „Papa“ sagt; wann es in seinem eigenen Zimmer und in seinem eigenen Bett schläft; wann es alleine essen kann oder die Flasche zum Einschlafen nicht mehr benötigt?

Rechtfertigungen bin ich schon lange leid.

Es ist als Mama  (als Papa ein Stück weit auch) durch die Natur vorgesehen, dass das Bauchgefühl und der Instinkt hierbei eine große Rolle spielt.

Nur weil andere ihre Kinder auf ihre Art groß gezogen haben, muss man doch nicht das Gleiche ebenfalls so übernehmen. Bücher, Zeitschriften, Ratgeber. Alles nett gemeinte Tipps, die lediglich der Richtungsweisung dienen sollen- dennoch aber längst nicht der sinngetreuen Übernahme.

Instinkt und Gefühl.

Wieder zwei Komponenten, die in unserer heutigen von mir so verfluchten Wegwerfgesellschaft eine große Rolle spielen.

Kommt man hier denn nur noch klar, wenn man den vorgeschriebenen Leitlinien einer perfekten Ehefrau, Hausfrau und Mutter entspricht? Kann ein Kind nur dann etwas werden, wenn es vergleichbar ähnlich zu seinen Gleichaltrigen heranwächst? Und vor allem: Kann ein Ehemann nur dann ein guter Ehemann sein, wenn er das Zepter in die Hand nimmt, das Geld nach Hause bringt und keine eigenen Gefühle haben darf, weil er ja „ein Mann“ ist?

Ich will nicht außer Acht lassen, dass ich ohnehin eine sehr gedanken- und meinungsfreie Persönlichkeit bin, die sich aktuell nicht zuletzt auch durch ihre schwangerschaftsbedingten Hormone über vieles wundert- aber dennoch sind die Tugenden des Respektes und der Akzeptanz heutzutage unabdingbarer denn je.

 

Kinder dürfen und sollen Kinder sein- die Erwartungen an sie müssten eigentlich gen Null gehen; denn sie beginnen ihr Leben selbst zu entdecken und zu eigenständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Durch Regeln und Strukturen- für die wir als Eltern zuständig sind- hilft man ihnen, den Weg in diese eintönige und durch Erwartungshaltungen anderer Mitmenschen geprägte Gesellschaft zu finden; was sie jedoch daraus machen, ist einzig und allein ihnen in ihrer Freiheit überlassen.


Immer öfter erfahre ich, wie viele Partnerschaften und Ehen zugrunde gehen, weil die Belastungen zu hoch sind.

Der Leidensdruck wächst und außer Existenzerhaltung, Kindererziehung und der Grundsicherung der Lebensbedürfnisse schweift der Fokus immer mehr ab.

Wen wundert es?

Wir leben in einer Zeit, in der seit Jahrzehnten KiTa-Plätze fehlen, der Pflegenotstand nach wie vor Thema ist und das Überleben immer teurer wird.

Womit beschäftigt sich unser System also? Natürlich:

Mit der Zeitumstellung.

Welche Zeit sollte man umstellen? Die Sommer- und Winterzeit?

Es nervt mich so sehr, dass es einfach so möglich ist, an der Uhr zu drehen wie man will- weil es „zu unbequem“ sei, alles halbe Jahr den Biorhythmus des Menschen zu verändern- wohingegen die grundlegende damalige Idee dessen in den 70ern darin bestand, Energie einzusparen…

Welches Resümee zieht eine Kommission 50 Jahre später? „Es hat sich nicht gelohnt und wirkt nunmehr eher als lästig. Deshalb schaffen wir die Uhrumstellung ab.“

Wie einfach!

Leute mal ehrlich-welche Zeit muss hier gedreht werden?

Jahrelang kommt man nicht weiter in der endlosen Frage nach genügend Betreuungsplätzen für kleine Kinder, die benötigt werden, damit deren Eltern sich und ihnen einen gewissen Lebenstandard leisten und nicht zuletzt Steuern einzahlen können. Die Pflege mutiert nach und nach zu einem Überlastungsproblem, das sich- empörenderweise!- auf diejenigen auswirkt, die ebenfalls unschuldig darauf angewiesen sind, nachdem sie über Jahre hinweg ihre Arbeit getan und sich einen gewissen repektvollen und altersentsprechenden Umgang verdient haben; nicht zuletzt außen vor gelassen all diejenigen, die aus krankheitsgründen versorgt werden müssen und für die einfach „kein Personal und deshalb auch keine Zeit“ übrig bleibt.

Seit ich denken kann, sind dies unter vielen anderen zwei Themen, die die Regierung beschäftigen. Eine Lösung finden sie nie.

Nie. Vor allem deshalb nicht, weil es einfacher ist, sich mit „Problemen“ zu beschäftigen, die einfacher zu beeinflussen sind.

Eine Uhr- die kann man drehen.

Einen Zeiger, den kann man anhalten.

Ein Problem, das sich eben durch die Einfachheit des Bewältigens absolut nicht einmal als Problem definieren lässt.

Superhelden. Wenn wir uns heutzutage dafür feiern, dass wir nicht mehr eine Woche brauchen um uns an die umgestellte Zeit zu gewöhnen. Stattdessen leben wir lieber immer in der Sommer- oder in der Winterzeit; es wird abends früh dunkel, morgens früh hell (oder umgekehrt) und die Zahl der an Depressionen erkrankten Menschen wird wachsen- eben weil man immer entweder bevorzugt im Dunkeln aufstehen und in den Tag starten- oder den Abend und damit das Ende eines jeden kostbaren Tages (von denen wir alle nur unwissentlich begrenzte haben) durch die früh einkehrende Dämmerung immer eher einläuten muss.

So läuft es heute. Die eigentlichen Probleme werden auf die lange Bank geschoben, während die kleinen Wehwehchen ruhmvoll beseitigt werden.

Teufelskreisbeginn…

Partnerschaften. Ehen.

Scheidungsrate.

Wegwerfgesellschaft.

Fragt man in einer Krise einen alten Senior um Rat, wird er alles daran geben einem zu suggerieren, niemals etwas aufzugeben, was man in guten Zeiten festgehalten hat.

Ich habe gelernt, dass man sich Ratschläge von einem jeden holen kann. Ob Rat oder Schlag dabei raus kommt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Dennoch sollte man bewusst darauf achten, wie der gut gemeinte Tipp des gegenübers entsteht.

Fragt man demnach einen alten Menschen um Rat- in seiner Auswegslosigkeit der heutzutage mit vielen Erwartungen geprägten schlecht laufenden Partnerschaft- wird er einem folgendes sagen:

„Die Zeiten sind nicht immer leicht. Dennoch hat man sich in guten Zeiten ein Versprechen gegeben, das man in schlechten Zeiten- unabhängig von der Dauer derer-  nicht vergessen und einhalten sollte. Lachen können alle Menschen miteinander, weinen allerdings nur die wenigsten gemeinsam. Etwas, das einem zu guter Zeit gut getan hat, sollte man auch in schlechter Zeit ehren- gemeinsam durch und die gute Zeit neu erschaffen.“

In nichts anderem liegt das Geheimnis dafür, dass früher die Ehen bis in die heutige Zeit und trotz des Todes eines Ehepartners hinaus überstanden haben, alte Witwen/ Witwer selbst dann noch treu sind, ihre Eheringe tragen und in Vertretung des verstorbenen anderen Teils das Leben würdevoll zu Ende führen.

Fragt man heute einen etwa sich im mittleren Alter befindenden Mitmenschen um Rat, der sich als Teil der Uhrdrehergesellschaft angeschlossen hat, wird er so beraten, dass alles, was nicht dauerhaft glücklich macht, aus dem Weg geräumt muss.

Und da die Zahl derer, die zu einer anderen Zeit aufgewachsen sind und gelebt haben, in der man um das gekämpft hat, was einem wichtig war; in der man immer einen Sinn gesehen hat und niemals aufgab, nun nach und nach immer weniger werden, bleibt uns und unseren Nachkommen- wenn wir es nicht schaffen auf unser eigenes Gefühl und unseren eigenen Instinkt zu hören- nur eines übrig:

Die Werte, auf die es ankommt, werden vergessen; die Tage und das, was einem gegeben wurde, wird nicht mehr wert geschätzt; das Lästige wird verworfen und der Teufelskreis beginnt.

Kinder werden gleich erzogen und Ehen gehen zugrunde.

Darf man sich als Teil dieser Gesellschaft dann noch ärgern, wenn der Tod einem Mal in irgendeiner Weise zuvor kommt und man vergessen hat, das zu schätzen, was man hatte?

Nun ja. Hauptsache die Uhr kann man drehen…


Wir warten weiter auf Baby Nr. 2, sind nach wie vor sehr ängstlich im Bezug auf das, was uns erwartet und freuen uns aber noch mehr darauf, ein zweites Wunder geschaffen zu haben, dessen jede zukünftige Träne durch ein neues Lächeln getrocknet und vergessen wird.

Unser Sohn hat sich trotz seiner temperamentvollen Art wunderbar entwickelt, zaubert uns tagtäglich ein Lächeln in´s Gesicht und macht uns unendlich stolz. Er lacht viel, erkundet die Welt und es macht Spaß dabei zuzusehen, wie er auf der Basis de Vertrauens in uns seinen Weg beginnt.

Auch wenn es manchmal harte und schwierige Tage gibt, wissen wir, dass wir gemeinsam und geduldig am nächsten Tag vielleicht sogar wieder alles vergessen haben, was uns Kummer bereitet hat.

 

Denn das, was zählt, sind die Sonnenstunden- in der Dunkelheit wird schließlich geschlafen 😉

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder einmal und vor allem freudig darüber, dass ich endlich wieder schreiben konnte, mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, bis ganz bald und bleibt mir treu!

Mona

39. Schwangerschaftswoche.. Endspurt! 🙂

Bin bald zurück!

Liebe Freunde,

ich melde mich bald schon zurück.

Zur Zeit sind die Abende sehr kurz; Lenny bekommt ständig neue Zähne und schläft deshalb sehr schlecht. Meine Schwangerschaftsmüdigkeit trägt ebenso dazu bei, dass ich es abends kaum schaffe, meine Augen auf zu halten.

Ansonsten geht es uns aber gut und ich freue mich, bald schon wieder berichten zu können!

Bleibt tapfer 😉

Was nicht passt, wird passend gemacht.

Guten Abend meine lieben Freunde,

in den vergangenen Tagen sind wir wieder einmal bestens damit vertraut gemacht worden, wie alles, was man sich vornimmt, im Sande verlaufen kann.

Es fängt ja schon da an, dass ich vor zwei Abenden in der sich alltäglich wiederholenden Routine unserem Sohn seine heißgeliebten abendlichen Schmelzflocken zubereiten wollte.

Da er wie ebenfalls ursprünglich von mir geplant abends natürlich nicht auf seine Flasche verzichten kann- trotz, dass er so eine angeblich gut sättigende und leckere Portion dieses Breis erhält- mache ich ihm immer nur eine kleine Ladung (anstatt der beschriebenen 100ml) Obstmuß in die im Wasser aufgelösten und kurz aufgekochten Schmelzflocken.

Wenn ich bedenke, dass ich nach einem ausgiebigem Abendessen bei dem Mongolen unserer Stadt noch zusätzlich einen Smoothie verzehren müsste, dann könnte ich allein bei dem Gedanken daran schon brechen.

Und da die Spuckerei ja soweiso ein groooooßes Thema bei uns ist, riskiere ich keine weiteren nächtlichen Entleerungsanriffe des Magens unseres Sohnes und gebe ihm somit bloß nicht zu viel Brei vor der etwa eine bis andertalb Stunden später folgenden Milchflasche.

Aufgrund der Hürde unserer laktosefreien Kost- die wir ein Jahr lang durchziehen sollten- muss ich ja auch schauen, dass er abends seine „Milch“Kost beibehält. Der Versuch, die Schmelzflocken entweder mit dem Milchpulver zu zubereiten oder die Flasche mit Schmelzflocken zu füllen, endete sozusagen vor etwa vier Wochen auf Bewährung in der „Schlechte- Idee-Schublade“.

Lenny wollte nach den Schmelzflocken trotzdem seine Flasche und wenn ich diese schlauerweise dann in die Flasche gegeben habe, kämpfte ich mit zusitzenden Sauger-Verschlüssen trotz großem Trinkloch.

Ihm Abends anstatt der Milch nach seinem Brei einfach verdünnte Milch oder etwas anderes anzubieten klappt auch nicht, denn wenn die Abendflasche kein Andickungspulver enthält (welches nämlich nur auf das Milchgetränk anwendbar ist), dann geht die Nacht so weiter wie der Tag: Alles flüssige Trinken kommt ab und an immer mal oben raus geschwappst-

tagsüber kein Problem. Aber nachts wird das dann für alle beteiligten insbesondere für unseren Sohn zur Zerreißprobe.

So viel dazu.

Nun- ich wollte wie gesagt seinen liebsten Obstbrei zubereiten und gedachte ihm etwas Gutes zu tun, wenn ich einmal Pfirsich- Maracuja- Muß von der Marke meiner Lieblingsdrogeriekette beimische- anstelle der ihm gewohnten Birnen-, Apfel- oder Bananenbeimischung.

Natürlich verdrückte er seine (in der Rangordnung erst nach der Flasche kommende!) Leibspeise mit größter Freude draußen in der abendlichen Ruhe des heißen Frühlingstages. Anschließend waschen, Zähne putzen, Flasche und Schlafen.

Hat alles super geklappt.

Nachts allerdings wurde ich wach, denn Lenny drehte sich hin und her. Ich vermutete wie immer nächtich festsitzende Blähungen und wurde wenig später weniger in meiner Vermutung bestätigt, denn: Es waren nicht nur Blähungen; es war eher der ihn störende Drang nach schnellstmöglicher Verdauung.

Alles gegen 1 Uhr also beseitigt, hoffte ich, dass er schnell wieder in den Schlaf finden würde- meine Hoffnung besiegelte sich mit einem mir kurz danach ersichtlich weiter schlafenden Jungen 🙂

Diese Sache am Tage als Eintagsfliege vergessen,versuchten Daniel und ich mit der Hilfe eines Freundes endlich unseren lang ersehnten Plan vom Kinderbett im Schlafzimmer in die Tat umzusetzen;

denn Lenny schläft- nachdem das Beistellbett zu klein für ihn wurde- in unserer Mitte. Zu unserem Nachteil jedoch fühlt er sich dort so wohl, dass wir kaum Platz für uns haben.

In seinem eigenen Zimmer hat er noch nie geschlafen und somit wollten wir ihn wenigstens schon einmal an sein eigenes Bettchen gewöhnen, damit er bald schon in diesem im eigenen Zimmer nächtigen kann.

Relativ schnell machte uns jedoch wieder etwas einen Strich durch die Rechnung:

Das Bett passte zwar gerade so eben durch den Türrahmen von Lenny´s Zimmer, aber es verkeilte sich im Flur zwischen diesem und unserem Türrahmen  -.- Daniel konnte uns nicht helfen, denn er ist zu aller Schande auch noch am Arm verletzt, sodass er uns nur aus dem Sichtfeld beratend beisteuern konnte.

Das Bett wurde geschätzte zehn Mal von uns in allen seinen Seiten und Möglichkeiten gedreht und gewendet, als es nach anschließender Fast-Verzweiflung doch gepasst hätte-

wäre da nicht der etwas schmalere Türrahmen des Schlafzimmers, von dessen kleinerer Durchgängigkeit wir bis dato niemals einen Schimmer hatten.

Plan durchkreuzt, Bett in allen Variationen wieder zurück gedreht und Lenny wie gewohnt in unser Bett gelegt- mit dem Vorsatz es am nächsten Tage auseinander und im Schlafzimmer wieder auf zu bauen.

Nach seinem gestrigen Pfirsich-Maracuja Brei fiel mir allerdings der Groschen: Denn der neu beigemengte Muß vom Vortag könnte ein Auslöser für die in der Nacht notwendige Pampers- Wechsel- Aktion sein!

Das einzige Problem war: Lenny hatte seinen Abendbrei längst verspeist und somit blieb uns nichts anderes übrig als den Dingen ihren Lauf zu lassen und abzuwarten.

Heute Morgen um sieben Uhr weckte mich die Geräuschkulisse der Laute unseres Sohnes.

Schnell war mir endlich klar: Er verträgt wohl die neue Obstsorte im Brei nicht :/

Nun hatte ich meine Gewissheit und hoffe, dass er diese Nacht nicht mit Abführmaßnahmen der flüssigeren Sorte zu kämpfen hat; denn heute gab es wie gewohnt Apfel-Bananen-Muß.


Selbstverständlich hing meine Wäsche noch draußen zum Trocknen, als der Monsunregen unseren Ort beschlagnahmte und wir gerade nicht zu Hause waren;

das Bettchen steht immer noch in Lenny´s Kinderzimmer und wartet darauf, morgen eventuell endlich umgestellt zu werden

und Lenny liegt hoffentlich ruhig schlafend in unserem Bett und trägt zwei Schlafanzüge, da beide Schlafsäcke noch triefend nass in der Maschine geschleudert werden.

 

Neben heute wieder häufigen Retourkutschen des Mageninhalts unseres Sohnes, freuen wir uns trotzdem auf die neue Woche.

 

Deshalb verabschiede ich mich in die nächsten Tage und hinterlasse euch wieder einmal die besten Abendwünsche mit den Worten

Es muss nicht immer Milch sein und gute Nacht 🙂

Gut Ding will lange Weile haben…

Hallo meine Lieben,

ungewohnt für mich sitze ich nun im Garten, nutze den hoffentlich etwas längeren Mittagsschlaf unseres Sohnes und freue mich, dass das Wetter sowohl die Bäume und Vögel, als auch die Gemüter der Menschen positiv beeinflusst.

Denn gerade wenn draußen die Sonne lacht und sie die Luft erwärmt, dann scheint es so, als würde sie gleichzeitig die innere Wahrheit eines jeden Einzelnen optimistischer stimmen.

 


Ein neues Baby völlig ungeplant zu einem der unpassendsten Zeitpunkte.

Nicht nur das eindeutig Sichtbare im Ultraschall, sondern auch der zweitätig vorangegangene positive Schwangerschaftstest- dessen Ergebnis mir trotzdem die Hoffnung eines Anwendungs- oder Produktionsfehlers gab- riss uns, besonders mir, den Boden unter Füßen weg.

Chronologisch erzählt war da also erst dieser Test, den ich vor etwa 13 Monaten regelmäßig mit der größten Vorfreude und bei negativem Ergebnis mit der anschließend größten Enttäuschung machte. Ich wusste also noch genau, was ich zu tun hatte; dennoch studierte ich als Frau des Perfektionismusses die Bedienungsanleitung des Schwangerschaftstestes, der ab Fälligkeit der Periode anwendbar ist, bis auf´s kleinste Detail. Schließlich war es mir wichtig, dass dieses teure Ding, was ich vor nicht all zu langer Zeit voller Freude in den Händen hielt, auch haargenau seine Arbeit erledigt.

Mit zitternden Händen und innerlichem Gebetstoß an das Schicksal hoffte ich also, dass mich all die mir bekannt vorkommenden Dinge der letzten Tage inklusive der vier-tägigen- Überfälligkeit nur täuschen; ebenfalls wie ich der Apothekerin, die gerade das Rezept der Sab-Tropfen meines vier-einhalb Monate alten Sohnes in der Hand hielt während sie mir zeitgleich den von mir erbetenen Schwangerschaftstest einscannte, sagte, dass meine Überfälligkeit sicher nur etwas mit meinem Rückbildungskurs zu tun habe, an dem ich seit drei Wochen teilnahm.

Ich war froh, dass ich dort einmal pro Woche etwas für mich tun konnte, denn nach der hinter uns liegenden anfänglichen Zeit mit unserem Sohn, konnte ich endlich mal wieder durchatmen, derweil mein Mann zu Hause unseren Sohn hütete. Ich sah Menschen, ich sprach Menschen und ich lachte mit ihnen.

Auf dem Rückweg von der Apotheke nach Hause ging mir vieles durch den Kopf, während ich Lenny dabei erwischte, wie er doch noch vor dem Mittagessen und dem eigentlich anschließendem Mittagsschlaf ein Nickerchen hielt. Er ist mein ganzer Stolz und ich bin froh, dass wir die anstrengende Zeit als Familie geschafft haben und uns endlich von den Strapazen erholen können.

Streitereien, alltägliches Durcheinander und schlaflose Nächte sollten endlich die ausgleichende Gerechtigkeit erfahren und das Glück kam auf unsere Seite zurück- denn wir mussten dringend starten, uns zu erholen und anzukommen.

Zu Hause angekommen ließ ich Lenny noch etwas im Maxicosi schlafen, ich packte meine Einkäufe aus und hielt wieder den mir völlig in Vergessenheit geratenen Test in der Hand: Ach ja- da war ja noch was.

Deshalb nutzte ich die Zeit, machte den Test und wollte ihn gerade zum Einwirken ablegen, ehe ich sah, was nicht mal einen Bruchteil der Sekunde dauerte:

Noch bevor sich der Kontrollstreifen blau verfärben konnte, bildete sich das im Fenster davor deutlich sichtbare blaue Kreuz:

P O S I T I V.

Wie bereits erwähnt studierte ich die Anleitung noch einmal genaustens und erkannte: es war eindeutig.

Meine zitternden Finger wählten die Telefonnummer meines Mannes Daniel, der sich auf der Arbeit befand und ich sagte: “ Ich habe einen Test gemacht und er ist positiv“, um anschließend in bitterlichstem Tränensee zu versinken.

Wie um alles in der Welt soll ich das alles jetzt schon mit zwei Kindern schaffen?

Wir wollten uns doch zwei Jahre Zeit dazwischen lassen?

Und wie um alles in der Welt konnte das passieren?


Die Nachricht über ein neu heranwachsendes Leben ist womöglich die schönste Botschaft, die es auf der Welt gibt. Vor etwa einem Jahr und drei Monaten durften das auch Daniel und ich erfahren, als der Test nach unzähligen negativen endlich positiv war und unser Wunschbaby Lenny sein Wachstum antrat.

Es war so wunderschön. Für uns das größte Glück und für mich die größte Angst, durch einen dummen Fehler irgendwie seinen Abgang hervorzurufen.

Es ist ein Wunder- denn durch meinen Beruf als Krankenschwester in einer Notaufnahme und für meinen Mann als Notfallsanitäter auf dem RTW war uns deutlichst bewusst, wie viele Schwangerschaften am Ende doch keine mehr sind. Dass ein Baby heranwachsen und entstehen kann, ist ein Wunder der Natur- dessen Streiche leider auch manche Paare unterlegen sind.

Umso glückseeliger ist es, wenn ein neues Leben allein durch die Vereinigung zweier Menschen miteinander und durch den Körper der Frau gedeihen kann. Organe entstehen und funktionieren, Blut wird gebildet und das autonome Herz weiß, was es zu tun hat. Das Gehirn beginnt zu arbeiten und die feinsten Zellen verflechten sich zu einer Einheit.

Erst recht ist es dann schwieriger, wenn man sich dessen so sehr bewusst ist, während in einem ein neues Leben heranzuwachsen vermag, das man nicht geplant hat.

So kacke es sich anhören mag, aber ich wusste nicht, wie es weiter geht. Tagelang weinte ich, fühlte mich verantwortlich und schuldig für unser „Missgeschick“ und dafür, dass ich nun schwanger war.

Mit einem neuen schlagenden Herzen.

Daniel war auf meiner Seite- egal zu welchem Zeitpunkt überließ er mir sein Verständnis für eine Entscheidung, die ich in meinem Leben niemals fällen wollte.

Gab es überhaupt eine Entscheidung oder wurde sie für uns längst gefällt?

Die Tage wurden zur Zerreißprobe; ich weinte viel und wollte nicht hören, dass alle Mitarbeiter des Frauenarztes mir ihre Glückwünsche aussprachen.

Wie um alles in der Welt sollte ich, nach all dem Stress und anfänglichem Start mit Lenny, der noch nicht all zu lange her ist, bald mit zwei Kindern klar kommen, wenn Daniel für 24h auf der Arbeit ist?

Wie um alles in der Welt soll ich jetzt schon wieder eine Schwangerschaft bewältigen, wenn ich doch keine Gelegenheit habe, mich durch die noch des Alters begründete sehr hohe Abhängigkeitsmarke unseres viereinhalb Monate alten Sohnes mal auszuruhen?

Wie um alles in der Welt soll ich überhaupt anfangen mich auf ein neues Baby zu konzentieren, wenn ich mich im Rahmen meiner neuen eigenen kleinen Familie erstmal ausruhen, erholen und ankommen muss?

Ich wusste nicht weiter.

Während ich die Adresse von meiner Gyn bezüglich der Abbruchkrankenhäuser in der Nähe in meiner Hand hielt, fragte ich mich, wieso ausgerechnet ich nun sowas entscheiden muss, obwohl die Tatsache, dass dort ein neues Herz in meinem Bauch schlägt, selbst durch meine Frauenärztin bestätigt als  „eigentlich unmöglich“ , doch auf des Schicksals Wille beruht.

Ein ständiges Hin und Her zwischen den Gedanken des Engels und des Teufels auf meiner Schulter machten mich wahnsinnig.

Ich erinnere mich daran, dass ich Lenny abends zum Bettgehen fertig machte: Waschen, eincremen, Globulis und so weiter. Er lachte, war fröhlich und summte in seiner Brabbelei vor sich hin, während er mit einem Kuscheltier spielte und genoss, dass ich seine Füße einrieb.

Ich sah ihn an wie er lachte- nur, weil diese kleine harmlose Gesamtsituation ihn fröhlich stimmte- begann zu weinen und sagte zu Daniel, der sich nebenan befand: “ Warum sollen wir denn nicht auch einem anderen unschuldigem Baby das Recht und die Möglichkeit geben, zu leben und zu lachen- NUR WEIL WIR ZU FEIGE SIND, es wenigstens zu versuchen.“

Daniel kam zu uns, nahm mich in den Arm, tröstete mich und sagte mir wieder und wieder, dass er jederzeit in unserer Entscheidung hinter mir steht;

dennoch mich dahingehend stützen kann, als dass er sich sicher ist, dass wir auch mit noch einem- ohnehin in zwei Jahren geplantem- Baby gut klarkommen werden.

Meine Angst allerdings richtete sich immer dahin, dass ich befürchtete, wir würden uns dann endgültig verlieren- schließlich wollten wir uns als Familie doch wirklich von allem erholen können-

dennoch wusste ich: Das kleine Wesen ist auf unmögliche Art doch in meiner Gebärmutter gelandet, hat sich dort ein Haus gebaut und ein schlagendes Herz zusammen gebastelt- warum also sollen wir es weg machen?

Viele viele Tage der Unsicherheit füllten sich mit langen Gesprächen zwischen Daniel und mir; immer im Gedanken schwebend zwischen:

Schaffen wir das als Familie, besonders ich als Frau

vs.

Es ist da und es fühlt sich wohl: es will bei uns sein.

 

Ich hasste diese Tage. Jeden Morgen wachte ich auf und sah unseren fröhlichen Sohn.

„Sieh ihn dir an; stell dir vor wir hätten ihn vor etwas mehr als einem Jahr nicht gewollt und weg gemacht!“ , waren zwar Sätze, die ich meinem Mann sagte, aber die weniger ihm galten sondern eher meiner inneren Schizophrenie über die Gewissheit der neuen Schwangerschaft.

Ich wollte nicht Gott spielen. Wollte nicht über Leben oder Tod entscheiden.

Ich wollte dem Schicksal nicht reingrätschen.

Und Daniel und ich wollten kein unschuldiges Leben zerstören, das einen so hartnäckigen Daseinswunsch hat:

Es gehört zu uns und wir hätten uns nie verziehen, in zwei Jahren ein geplantes zu behalten und zu lieben, während wir ein ungeplantes einfach „aus dem Weg geräumt“ hätten.

Wir hätten uns in Zukunft gehasst.

Dafür, dass wir einem Menschlein nicht sein Lachen vergönnt hätten.

Dafür, dass wir Mächte ausgeübt hätten, derer wir nicht beschenkt wurden.


Heute bin ich in der fast 18. Schwangerschaftswoche, ich leide natürlich unter schlaflosen Nächten aufgrund nervöser Beine, meine Rückbildung habe ich in Schwangerschaftsgymnastik umgewandelt und mein Bauch ist längst nicht mehr zu verstecken.

Meine ursprünglichen Pläne beginne ich nach und nach zu ändern, unsere Familien stehen hinter uns und meinen Alltag als Vollzeit- Mama bewältige ich  mit einem meist fröhlichem, dennoch immer noch sehr temperamentvollem, Sohn und konzentriere mich, solange es noch geht, auf meine emotionale, körperliche und familiäre Regeneration im Sinne der uns bald bevorstehenden Situation.

Ja, es wird stressig.

Aber es wird mit einem zweiten Kind immer stressiger, denn das Erste will unabhängig seines Alters ebenfalls in seinen Bedürfnissen befriedigt werden- da spielt der Altersunterschied für die Kinder nun wirklich keine Rolle.

Ja, es wird manchmal schwer. Besonders wenn beide gleichzeitig mal krank sind.

Aber es wird mindestens genau so schön, wenn beide gleichzeit lachen.

Ja, es ist eine Entscheidung für´s Leben.

Aber besser für- als gegen.


Ich wünsche euch einen angenehmen und hoffentlich auch sonnigen Tag und verabschiede mich in die nächsten zwei Tage mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, bis ganz bald und tschüssi!

 

 

Unverhofft kommt oft.

Guten Abend meine lieben Freunde da draußen!

Als ich mit Lenny schwanger war, stand für meinen Mann Daniel und mich so einiges fest. Besonders ich hatte meine festen Vorstellungen davon, wie unser Leben mit Baby, dessen Eingliederung in die Welt hier draußen und unser Alltag mal aussehen soll.

Es war glasklar, dass ich kein Tragetuch wollte, denn- so sagte ich meinem Mann immer, wenn er mich während unserer eifrigen Vorbereitungen und Einkäufe bezüglich des baldigen Lebens mit kleinem Sprössling danach fragte- ich liebte den Gedanken bald keine Vorlast an meinem Körper mehr tragen zu müssen; die Schuhe konnte ich mir wieder barrierefrei selbst anziehen, das Aufheben und Sortieren der Wäsche sollte endlich wieder ohne eingeschränktem Sichtfeld klappen und besonders die Leichtigkeit meines Körpers fieberte ich zu spüren hin.

Als wir Lennys Kinderzimmer kauften, inklusivierten wir das Bett, denn- so war wieder meine Vorstellung als vierfach erfahrene große Schwester, von denen das jüngste Geschwisterkind aktuell noch süße 7 Jahre alt ist- abends ist Elternzeit und je eher er in seinem Bett schläft, umso leichter wird es für ihn und umso schöner für uns als Paar.

Wenn mein Mann und ich abends zusammen auf dem Sofa saßen und er meine dicke aktiv bewegende Kugel mit Anti- Schwangerschaftsstreifen-Creme einrieb, so fachsimpelten wir oft über das, was auf uns zu kommt; inklusive der uns irgendwann bevorstehenden Zahnung unseres noch ungeborenen kleinen Babys. Ich sagte ihm-wieder einmal als erfahrene große Schwester-, dass er sicherlich Fieber bekommt, wenn die Zähne im Anmarsch sind. Aber dagegen gäbe es Zäpfchen und Beißringe, sodass wir diese Zeit schon schaffen werden.

Für uns ist klar: Das zweite Baby planen wir am besten dann, wenn meine Elternzeit um ist und die beiden dann einen Atersunterschied von etwa zwei bis drei Jahren haben werden.


Planvoll planlos.

Manchmal plant man im Leben alles so, dass man denkt, man wäre auf alles gefasst und auf alles vorbereitet.

Nachdem unser Start mit Lenny eher schwierig und an manchen Tagen auch sehr verzweifelnd- nicht zuletzt besonders für unseren frisch geborenen Sprössling- war, pendelte sich irgendwann die Gewohnheit und vor allem der geübte Umgang mit der uns geschenkten neuen Liebe ein.

Mit etwa drei Monaten schlief er die Nächte durch, seine Schreiphasen wurden durch die laktosefreie Milch deutlichst weniger und er verstand immer mehr, wieso er als personifizierter Beweis der Liebe zwischen Mama und Papa sein Leben geschenkt bekommen hat.

Unser Wunschkind entpuppt sich nach und nach zu einem Sonnenschein, der allein deshalb anfangs so viel Verzweiflung und Überforderung in uns auslöste, weil er Schmerzen hatte, denen niemand außer uns Glauben schenken wollte. Er schlief nicht und schrie 16 Stunden am Tag, weil es ihm nicht gut ging.

Er war kein Schreikind- er war hilflos.

Diese Zeit, die gerade einmal etwa vier bis fünf Monate zurück liegt, hinterließ selbstverständlich bei uns dreien deutlich seine Spuren.

Daniel und ich kämpften mit unserem Spagat zwischen unendlicher Dankbarkeit und abgrundtiefer Überforderung. Er musste zwischendurch regelmäßig seinen 24h – Dienst antreten und ließ mich mit dunklen Augenrändern, tränenden Augen, verzweifelter Ungewissheit, professioneller Unsicherheit und einem permanent schreienden Baby zurück.

Während er dabei zusah, wie ich immer mehr abmagerte und an der Sorge um mein eigen Fleisch und Blut zerbrach, so musste ich immer mehr erleben, wie er an der Verunsicherung, uns allein für einen ganzen Tag lang zurück zu lassen, an Konzentration verlor und an Machtlosigkeit gewann.

Daniel und ich lernten zu funktionieren. Lenny lernte nach der Umstellung seiner Kost zu vertrauen.

Wir drei lernten zu überleben.

 

Nachdem alles also mit etwa drei Lebensmonaten unseres Sohnes entspannter wurde, begannen wir endlich als eigenständige Familie unser Leben neu zu sortieren.

Das, was andere Mamis und Papis mit nicht so temperamentvollen Babys, in den ersten Lebenswochen aufbauen, durften wir nun endlich beginnen zu lernen:

Den Alltag mit Baby galt es zu gestalten.

Unsere Hürde war allerdings noch wesentlich größer, denn Daniel und ich funktionierten inzwischen zwar gut als Mama und Papa für unser unfassbar großes Glück- aber als Paar hatten wir uns verirrt.

Wir mussten lernen, an uns zu denken und uns ebenfalls trotz der neu kennengelernten Seiten am jeweils anderen zu lieben.

Abgekürzt kann ich euch so viel sagen: Es war und ist auch manchmal heute noch schwer, sich wieder zu finden. Denn unabhängig von der Liebe, die wir füreinander empfinden, war es höchste Zeit den Endgegner des letzten Levels zu besiegen:

Das Vergessen.

Wir hatten vergessen, warum wir uns liebten und warum Lenny die Gestalt unserer Liebe zueinander wurde.

Durch die Zeit mit ihm begannen wir wieder, gemeinsam zu lachen und endlich durften wir erfahren, wie es sich anfühlt, als Familie auf einem Foto in die Kamera zu lachen und dabei wirklich glücklich zu sein.

Unser Leben pendelt sich ein- so, wie wir es uns vorgestellt hatten, als unser kleiner Minimensch noch wild in meinem Bauch herumpatschelte.

Seine nächtlichen Ruhephasen, seine stets gute Laune und der eingefundene Tagesryhthmus gibt uns die Möglichkeit, den lang ersehnten normalen Alltag einer Bilderbuchfamilie führen können.

Endlich können wir drei zur Ruhe kommen, endlich können wir schöne Zeiten zusammen erleben und endlich können wir auch anderen berichten, dass alles super läuft und genau so ist, wie wir es uns ausgemalt haben.

Die Tage machen Spaß und die Gedanken richten sich nach langer Zeit mal wieder ungefangen an das Leben in der Außenwelt und besonders an das eigene Dasein. Friseurbesuche, freie Zeiten, Städtebummel mit Baby ohne Schreiphasen, allein zu bewältigende Kinderarztbesuche und Einkäufe (die vorher nur zu zweit gingen) und Ausflüge in die familiäre Umgebung standen nun voller Vorfreude auf dem Plan.

Wir konnten starten!

Dass ich mit Lennys Kunst des Durchschlafens immer öfters Probleme hatte, die Nächte aufgrund nervöser Beine (die ich vermehrt in der Schwangerschaft mit ihm hatte) und die Tage entsprechend mit der mir dadurch erklärbaren Müdigkeit rum zu kriegen, hielt mich ein paar Tage lang nicht davon ab, auch nur einen schönen Gedanken an die uns bevorstehende Zeit zu dritt abzuwenden.

Urlaub.

Ausflüge.

Leben.


Lenny wurde natürlich in den ersten drei Monaten fast ausschließlich im Tragetuch getragen, denn nur dort kam er aufgrund seiner uns später bewussten Bauchschmerzen zur Ruhe.

Selbstverständlich schläft er mit seinen heutigen fast acht Monaten noch immer nicht in seinem Bett im Kinderzimmer; im Gegenteil: er ist jede Nacht fleißig damit beschäftigt als kleinster Mensch von uns dreien in unserem Bett den größten Platz einzunehmen.

Die Zähne ließen sich natürlich- wie auch anfangs angedacht- nicht durch Fieber begleiten, denn durch unendliche Bauchschmerzen, mit denen wir heute besonders zu, im wahrsten Sinne des Wortes, Spitzenzeiten geduldige Bewältigungsstrategien an den Tag legen müssen.


Ich habe lange nicht geschrieben; euch oft vertrösten müssen.

Planvoll planlos eben.

Denn so, wie unser Vorhaben und unser anfänglicher Plan mit Baby einen eigenen Lauf genommen hat, müssen wir auch im letzten meiner anfänglich vier angesprochenen Beispielpunkte mit der auf uns zukommenden Aufgabe wachsen.

Denn die nervösen Beine waren keinesfalls ein Streich des Mondes; sie galten als Postbote zu einer Nachricht, die uns- insbesondere mir- erst einmal den Boden unter den Füßen weg zog, nachdem er mich doch endlich wieder hielt:

Unsere Nachricht lautete: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind wieder schwanger.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Abend und verabschiede mich in die nächsten zwei Tage mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft gut und bis übermorgen! 🙂

 

Was lange währt…

Hallo meine lieben Freunde!

Lange lange habe ich nichts von uns hören lassen, dennoch kreisten meine Gedanken häufig um die Fortsetzung meines mir so am Herzen liegenden Blogs.

Ich melde mich tatkräftig und erholt zurück, sodass ich nun wieder regelmäßig schreiben kann.

Ihr kennt das sicherlich, wenn ihr im Leben manchmal inhaltlich Dinge erlebt, von denen ihr glaubt, dass sie sich wie ein roter Faden durch euer komplettes Dasein zieht.

Es verläuft alles so geplant ungeplant.

Das Auto geht kaputt, der Handyvertrag lässt sich nicht so einfach verlängern wie man sich das dachte, finanzielle Einbußen durch nicht vorhersehbare und unvermeidliche Ausgaben oder ein eigentlich gut durchplanter Tag, der im Chaos endet.


Was wünscht sich eine Mama?

Oft ist das Leben als Neu-Mama auch nach knapp sieben Monaten schwierig und manchmal sogar auch sehr einsam- trotz, dass man sein aller Wichtiges bei sich hat.

Einsam eben deshalb, weil man durch den heutigen Gesellschaftsblick und der einen umgebenden Menschen in die Schublade der „umsorgenden“ Mutter gesteckt wird. Diesbezüglich definiert sich also die heutige Mamarolle als diejenige, die zu Hause immer klar kommt, die nie Hilfe benötigt und die immer eine Lösung für die Beruhigung ihres weinendes Kindes kennt. Ganz zu schweigen davon, dass der 24-Stunden- Job einer Mama nur schön, und nicht auch genau so hart ist; körperlich oder seelisch.

Wenn man dann mal seinen Unmut kund tut, dann gnade uns Gott- denn wir als Mütter haben uns doch absolut nicht zu beschweren! Wir können uns zusammen mit unseren Sprösslingen hinlegen, wenn sie schlafen; wir können wenigstens zu Hause sein; wir können unsere Freizeit ausleben und Dinge tun, die man während der Arbeitszeit nicht erledigen kann; man kommt raus und und und.

Kommt euch das auch bekannt vor?

Ich fühle mich einsam, wenn ich das Gefühl habe, dass ich als funktionierendes Antriebsmittel akzeptiert und bedankt werde, mir dennoch meine Erschöpfung nicht zugetragen werden kann,

weil mein Leben ja doch so frei ist.

Denn manchmal wünscht man sich auch einfach mal auf der Arbeit zu sein, nach Hause zu kommen und sich zu freuen endlich die vier Wände wieder zu haben.

Manchmal wünscht man sich auch derjenige Part zu sein, der zu Hause vermisst wird.

Manchmal wünscht man sich auch, in der Position stehen zu können, in der es legitim ist wenn man sagt, wie anstrengend die Arbeit doch war und wie viel Schlaf und Ruhe man deshalb nun bräuchte.

 

Es ist nicht einfach, wenn man als Mama immer funktionieren muss; wenn man nicht auch einfach mal die Tür hinter sich schließen kann und ohne schlechtem Gewissen das Weite sucht.

Es ist nicht einfach, wenn man täglich alles richtig zu machen versucht, um dem kleinen Leben das Beste zu schenken.

Es ist nicht einfach, wenn man sein Kind weinen sieht ohne zu wissen was es hat- dennoch eines sicher zu sein: Es weint, weil ihm etwas weh tut.

Es ist nicht einfach, seine Termine alle zu erledigen, wenn man andererseits versucht seinem Kind einen Tagesrhythmus anzugewöhnen.

Und es ist vor allem nicht einfach wenn man nicht verstanden wird, weil man eben genau all diese Dinge täglich erlebt und mitmacht und für all sein Handeln und all seine Aussagen Gründe hat,

denn die Kinderbetreuung ist immerhin unser täglicher „Job“ .

Und in unserem Job sind wir entsprechend auch die Meister.

Gesellschaft hin oder her.

Eine Mama wünscht sich, dass draußen endlich verstanden wird, was es bedeutet einem Menschen als Hauptakteur den richtigen Weg in´s Leben zu zeigen und zu lehren- während der andere Part das Geld nach Hause bringen muss um den Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Man soll sehen und verstehen, wieso  die Augenränder unter der schnell aufgeklatschten Schminke an manchen Tagen dunkler sind als an anderen.

Sie wünscht sich, in ihrem Fleiß und ihrer Arbeit genau so viel Anerkennung, Ehre und Ruhm zu ernten, wie es ein Retter in der Not bekommt.

Eine Mama wünscht sich auch mal etwas abgenommen zu bekommen, ohne dafür in jeglicher Hinsicht und bei wem auch immer um Unterstützung zu bitten.

Eine Rückenmassage wäre oft von Vorteil; ein Kuss und eine Umarmung geben der Seele den gleichen Verdienst.

Ein ernst gemeintes „Kann ich dir irgendwas Gutes tun?“ von wem auch immer, schenkt einer Mama mehr als Schokolade oder Geld.

Dass man selbst nicht klugscheißerisch im Umgang mit seinem eigenen Fleisch und Blut ist, sondern wirklich am Besten weiß, was Sache ist und was ansteht, ist nunmal Fakt und das wünscht sich eine Mama ebenfalls als akzeptiert.

Bei schlechter Laune ist die Vorstellung von einer Aufmunterung schöner als die Realität des diesbegründeten anschließenden Vorwurfs.

 

Tja nun- eine Mama wünscht sich keine Klamotten, denn solange die Umstandmode und die davor getragenen Kleidungsstücke noch ihren Zweck erfüllen, reichen sie. Ebenso wenig Priorität besitzt der zu früheren Zeiten regelmäßige Friseur- oder Kneipenbesuch. Handysurfing und Telefonate sind überflüssig und zeitraubend, schminken ist deshalb nervig, weil man sich abends wieder abschminken muss und eine Mutter- Kind- Kur macht bestimmt keinen Spaß weil man lieber zu Hause schläft.


Die Bedürfnisse einer Mama und insbesondere ihre Wünsche sind simpel, einfach und kosten nichts:

An erster Stelle steht der Wunsch des Kindeswohls. Hauptsache es geht ihm gut und man weiß, dass man sein Bestes dafür gibt.

Im Anschluss daran wünscht Mama sich entgegengebrachte ausdrucksstarke Dankbarkeit, die sich in allen Belangen wiederspiegelt.

Egal in welcher Laune, egal zu welcher Tageszeit und egal von wem.

Am liebsten von den ihr wichtigsten Menschen.

Sie wünscht sich ein intaktes Familienleben in dieser Wegwerfgesellschaft- trotz der Hürden, Probleme und manchmal auch Unstimmigkeiten.


Wo wir gerade beim Thema sind, wären mehr Familienparkplätze, weniger Wartezeiten bei allen Terminen und nicht im Weg herum stehende Menschen oder Gegenstände- hier erwähne ich mal nicht die zu engen Gänge in diversen Läden- auch von großem Vorteil 😉

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich in die hoffentlich ruhige Nacht, freue mich über eure Treue und sage:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis die Tage!

Eine Mami liebt nunmal. Ihr Baby. Ihren Mann. Ihre Familie.

Spieglein, Spieglein…

Guten Abend meine lieben Leute, 🙂

heute ist mir wieder genau das bewusst geworden, was von mir einst als völlig übertriebene Melancholie angesehen und gedeutet wurde.

Seit ich Mama bin, verstehe ich mehr und mehr das gehäufte Auftreten der Aussage, Mütter und Väter könnten von ihren Babys lernen- nicht nur wie die Masse der Gesellschaft meinen mag (und dazu zählte ich mich bis vor fünf Monaten auch noch), Babys von ihren Eltern.


Ach wenn du nur wüsstest, wie oft ich dich ansehe und beobachte. Selbst wenn du denkst, du könntest an mir vorbei huschen während ich in meinem Dschungel spiele, nehme ich dich wahr.

Ich sehe dich. Du beeilst dich und hast plötzlich ein Handtuch auf dem Kopf. Jetzt weiß ich es glaube ich. Du warst baden. Also, das schnelle Baden ohne liegen. Da, wo man stehen kann. Zumindest erklärst du mir das immer so wenn wir Papa im Badezimmer besuchen, weil ich jedes Mal wissen will, woher das tolle beruhigende Geräusch kommt.

Dann sagst du nämlich, dass das Wasser ist; so wie das Wasser, wo ich immer Planschi mache mit meinem Pinguin aus dessen Bauch auch immer Wasser raus läuft.

Wasser kann man nicht in die Hand nehmen und es greifen, das weiß ich schon. Immer wenn Papa den Pinguin kitzelt, dann kommt das Wasser aus seinem Bauchnabel und ich schaffe nie, es aufzufangen.

Warum beeilst du dich denn immer nur so? Ich spiele mit Sophie, der Giraffe und Johnny, dem Affen. Sie passen auf mich auf und es macht Spaß, sie mit den neuen Steinchen in meinem Mund zu beißen.

Zähnchen, nennst du sie immer- und sagst, es kämen noch mehrere dazu.

Das möchte ich nicht, sie tun mir weh und jucken so sehr; deshalb freue ich mich jedes Mal, wenn du die kleinen weißen Kügelchen in meinen Mund legst und danach ein leckeres Zeug auf mein Zahnfleisch schmierst, denn das hilft mir.

Ganz oft lachen wir dabei zusammen. Aber erst ich. Du machst nämlich komische Geräusche, wenn ich froh bin, dass ich das Jucken meiner neuen Zähnchen stillen kann, indem ich sie auf deinen Finger drücke. Ich glaube, dass es dir weh tut. Aber ich muss immer lachen, weil du danach ganz schnell deine Finger aus meinem Mund nimmst und quietschst.

 

Manchmal singst du auch. Das liebe ich, weil ich das aus deinem Bauch kenne. Jeden Abend vor dem Einschlafen zeigt ihr mir schwarze und weiße Bilder auf einer Leinwand und ihr erklärt mir, dass ich da in deinem Bauch war.

Ich erinnere mich- es war schön dort. In einigen Momenten schaffst du es, mir wieder das Gefühl zu geben, dass ich nach wie vor dort bin. Du kuschelst mich ganz eng in meine Lieblingsdecke ein, wenn mir das Einschlafen am Mittag schwer fällt, weil mein Bauch mir so weh tut- und durch das gleichzeitige Schunkeln schlafe ich ganz schnell und gut ein.

Diese blöden Bauchschmerzen. Sie tun mir so sehr weh. Kannst du sie wegpusten? So, wie du meine Beule am Kopf letztens weggepustet hast, als ich auf deinem Arm mit Papa rumgekaspert habe und aus Versehen mit meinem Kopf auf deinen Zahn gestoßen bin. Das tat auch weh, aber nur ein bisschen. Dann hast du gepustet, obwohl du auch Aua hattest, und schwubs war alles wieder gut.

Vielleicht klappt es ja auch bei meinen Bauchschmerzen. Lass es uns versuchen. Bitte. Vor allem Abends, wenn ich im Bett liege und schlafen möchte, dann tut er weh. Ihr helft mir aber immer gut, wenn ihr mir auf den Popo klopft, damit ich pupsen kann. Irgendwann schlafe ich dann ein, bekomme noch einen Kuss von dir und weiß ganz genau, dass du mich nicht lange alleine lässt. Der kleine Zeiger rutscht zwei Zahlen vor, dann kommst du. Und wenn Papa zu Hause ist und nicht auf der Arbeit- da wo TatüTata ist sagst du mir immer- dann kommt er auch mit und wir liegen alle drei zusammen im großen Bett.

Manchmal träume ich schlecht- so wie Papa. Aber dann bist du da und tröstest mich. Das finde ich gut, denn so kann ich in deinen Armen wieder gut einschlafen.

Und wenn ich morgens wach werde, dann sagst du immer:“Mami ist noch sooooo müde.“, aber trotzdem lächelst du mich an, nimmst mich in den Arm und wir kuscheln kurz, ehe du aufstehst um mir meine liebste Pulli zu machen.

Wenn die Pampers in der Nacht nachgegeben hat, dann streichelst du mir über den Kopf und erwähnst, dass es nicht schlimm sei. Ich weiß nämlich schon, was dann kommt:

Du nimmst ein Tuch und kitzelst damit über meine Seite, erklärst mir, dass es jetzt ´kalt´wird- so, wie wenn wir zuvor nach dem Aufstehen das Fenster im Schlafzimmer aufmachen um zu lüften. Ich halte kurz die Luft an und danach lachen wir, denn dann wischst du schnell alles wieder trocken und ziehst mich warm an.

Bevor du dich umziehst gibst du mir meine Flasche. Ich habe morgens so einen großen Hunger! Aber ganz oft am Tag kommt die leckere Milch einfach wieder hoch; das verstehe ich nicht. Ständig musst du mich umziehen- wie doof ich es finde, wenn wir immer einen neuen Pullover anziehen müssen. Dann weine ich, weil ich dir sagen will, dass mir genau dieser Vorgang überhaupt keinen Spaß macht. Dazu kommt noch, dass es sich komisch anfühlt, wenn man immer „Spucken“ muss. Papa und du, ihr sagt das immer dann, wenn die leckere Milch wieder aus meinem Bauch hoch kommt. Deshalb heißt es glaube ich so.

Am schlimmsten ist es manchmal- früher noch häufiger- wenn ich liege und mit euch lache. Dann verschlucke ich mich daran, weil ich nicht abschätzen kann, wann es hoch kommt. Ich habe Angst, weil ich keine Luft mehr hole, wenn das passiert. Ihr habt aber auch Angst, das sehe ich. Und deshalb atme ich dann irgendwann auch wieder; vertraut mir.

Es gibt Tage, da wache ich auf und erkenne überhaupt nichts mehr wieder. Alles sieht anders aus, außer ihr. Seid mir also bitte nicht böse und habt mich trotzdem lieb, wenn ich an solchen Tagen am liebsten auf eurem Arm sein möchte und besonders weinerlich bin. Vor allem, wenn ausgerechnet dann, wie letztes Mal, meine Zähnchen gleichzeitig wachsen. Dann möchte am liebsten alle Tage nur weinen.

Dafür freue ich immer sehr darüber, wenn Mami mit mir Mittagsschlaf macht. Sie wartet erst, bis ich eingeschlafen bin, deckt sich danach auch zu, nimmt mich in den Arm und schläft so lange, bis ich aufwache.

Sie ist oft müde, denn nachts schläft sie weniger als früher. Ich werde so oft ein bisschen wach, denn mein Bauch oder ein Albtraum nerven mich, sodass Mami immer ein Auge auf mich hat. Sie könnte ja abends auch mit mir zusammen einschlafen, vor allem wenn Papi arbeiten ist, aber sie hat mir mal erzählt, dass sie meine Flaschen spült und aufräumt, etwas isst und Fernsehen schaut, wenn ich im Heiabett liege. Und wenn Papi zu Hause ist, dann liegen sie meistens zusammen auf dem Sofa und kommen dann doch ganz schnell zu mir, weil sie so müde sind.

Papi macht immer Blödsinn mit mir. Er ist so lustig. Im Gegensatz zu Mami lacht er, wenn ich mit meinen Zähnchen auf seinen Finger drücke. Dann muss ich auch immer so laut lachen.

Aber wenn ich mal weine, dann tröstet er mich, so wie Mama.

Ich beobachte Mami oft, wenn sie Auto fährt, denn dann darf ich vorne sitzen. Ganz oft lache ich dann einfach, weil sie so lustig aussieht, wenn sie ab und zu ganz schnell zu mir schaut und wieder weg. Du erklärst mir dann, dass du Auto fahren und dich auf die Straße konzentrieren musst. Trotzdem versuche ich, Scherze mit dir zu machen.

Du verstehst mich sofort.

Egal was los ist, du weißt, was in mir vor geht. Es gibt Momente, da dauert es etwas, bis du erhörst, was ich dir sagen möchte. Trotzdem muss ich dir sagen, dass du immer dein Bestes gibst.

Genau so wie Papa.

Ich weiß, ihr versteht meine Sprache nicht. Und nichts desto trotz helft ihr mir immer- auch dann, wenn ihr selbst weinen müsst.

Ihr gebt mir eher etwas zu essen, als dass ihr euch versorgt.

Mein Popo ist immer sauber, ihr geht erst dann duschen, sobald ihr mich gut versorgt wisst.

Mein Wohl zieht ihr eurem vor; besonders an Tagen wo wir eigentlich einen Ausflug machen wollten, aber ich mich nicht gut fühle.

Wenn ich mehrere Tage hintereinander traurig bin, dann bleibt ihr stark und haltet durch, weil ihr mich liebt und mich lachen sehen wollt.

 

Ich liebe euch so sehr und vertraue euch.


Wenn man eines von seinen Mini-Menschen lernen kann, dann definitiv, dass eine Mama ihre Kinder auch ohne gleiche Sprache versteht.

Das gegenseitige Urvertrauen und die Zeit des Kennenlernens machen es möglich, sich auf reiner Gefühlsebene der Botschaft des anderen bewusst zu werden.

 

In diesem Sinne heißt es wieder einmal:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis bald 🙂

 

 

 

 

 

Versuch macht klug…

Guten Abend meine Lieben 🙂

Heute leuchtet der Mond in seiner fast vollsten Pracht und scheint uns näher denn je zu sein.

Es ist wieder ein neuer Abend, die Stille kehrt ein und der Kopf hat Zeit, sich seine üblichen alten Gedanken zu machen.

 


Ich bin zur Zeit – und erneut traue ich mich kaum es auszusprechen (toi toi toi) – in den Genuss gekommen, was es bedeutet ein Anfängerbaby zu haben.

Dass unser Sohn jemals etwas ruhiger wird, hätte ich bis noch vor zwei Monaten überhaupt nicht gedacht.

Niemals würde ich richtig in der Rolle einer leidenschaftlichen Mama ankommen; niemals würde mein Sohn mich lieben und niemals halten wir drei das zusammen aus.

Solche und ähnliche Gedanken kreisten tagtäglich mehrmals durch meinen Kopf. Ich gab auf, ohne versucht zu haben. Ich verstand nicht, ohne gelernt zu haben und vor allem hatte ich keinen Willen mehr, weil ich das Ziel aus den Augen verlor.

Unser temperamentvoller Sprössling hielt uns so sehr auf Trab, dass die durch wenig Schlaf hervorgerufenen Augenringe unter unser beider Augen für niemanden zu übersehen waren.

Lenny hingegen hatte immer einen gestressten Gesichtsausdruck und sein Leid bezüglich der anfänglichen sogenannten Regulations- und Anpassungsstörungen und insbesondere der abnormalen laktosebedingten Bauchschmerzen, die ihn ohne Pause quälten, war ihm selbst in wenigen Momenten einer Ruhephase ebenfalls deutlich anzusehen.

Weder ihm, noch uns ging es gut.

Er konnte nicht nachvollziehen, was an dieser Welt und an diesem Leben so schön sein soll, wohingehen wir nicht verstehen konnten, was das Eltern-Dasein eines schreienden Kindes auch nur ein Stück weit genießbar machen soll.

Sein Kind nur schreien und weinen zu sehen ist die Hölle. Man kann ihm nicht helfen, denn man kann nicht einmal sich selbst helfen.

Probleme häufen sich, man traut sich nicht raus, denn man möchte niemandem sein Kind zumuten und wenn man doch mal irgendwo auftaucht, dann entschuldigt man sich im Vorfeld bereits dafür, dass das Baby jeden Moment anfangen könnte zu schreien und weist beiläufig dezent auf den bevorstehenden Lautstärkepegel hin.


Muss man sich für ein weinendes Baby entschuldigen? Natürlich nicht, denn ein sprechendes Baby würde mehr Schrecken über die anwesende Gesellschaft bringen, wie eines, das sich mit den ihm zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Äußerungsmerkmalen zum Ausdruck bringen will und muss.

Dennoch tut man es immer wieder. Die Gesellschaft ist einem Wandel unterlegen, der es verlangt, dass eine Mama ihren Mini-Menschen unter Kontrolle hat- und wenn er weint, dann wird davon ausgegangen, dass sie im Stande dazu ist, ihn zu trösten.

Schafft sie es nicht, gilt sie als eine Mama, die ihren Nachkommen nicht im Griff hat und absolut überfordert ist.

Naja, wenn ich daran denke, dass manche Menschen überfordert sind, wenn die Kassiererin an der Kasse die Ware so schnell über den Scanner zieht, dass man selbst seine zwei wild umher fuchtelnden Hände unter Kontrolle zu bringen versucht, die anfänglich gut geplante Struktur an Warenanordnung im Einkaufswagen früher oder später doch hektisch über den Haufen wirft um schlussendlich dem Tempo der Angestellten irgendwie folgen zu können –

dann gelte ich gerne in solchen Momenten im Volksmund als überfordert, an denen ich mein Baby nicht beruhigt kriege.


Wir sind froh und stolz darauf, diese harte anfängliche Zeit gemeinsam überwunden zu haben.

Die zerreißenden Zweifel sind von alleine aus dem Weg geräumt worden, die Liebe zwischen Mama und Papa, Mama und Baby ebenso wie Papa und Baby ist dadurch eher stärker und zusammenhaltender geworden und die Mühe zahlt sich täglich aus.

Tatsächlich wächst man mit seinen Aufgaben- und sowohl Anfängerbaby- Mamis, als auch Mamis temperamentvoller Sprösslinge kommen an den Punkt der individuellen Verzweiflung und Belastbarkeitsgrenze- dennoch behält man irgendwie die Fassung und nach überwundener Krise sitzt man nach wie vor gemeinsam auf dem Sofa und weiß zwar nicht, wie man es geschafft hat, dafür aber: Dass man es geschafft hat.

Im Moment scheint Lenny rundum glücklich zu sein. Die ersten Zähnchen sind gleichzeitig gekommen, der ätzende vierte Schub ist überwunden und unser kleines Wunder genießt die Zeit mit Mama und Papa, witzigen Grimassen und herzhaften Lachanfällen, neuen Eindrücken und neuen Fähigkeiten.

Er findet es interessant, wenn er immer mal wieder durch Zufall mit seiner Zunge auf seine inzwischen nicht mehr übersehbaren Zähnchen stößt,

während Mamas Probleme sich -zu denen im Gegensatz von vor zwei Monaten-  darauf beschränken, wie ich dieses wunderbare Zahnungsgel auf seine Kauleisten geschmiert bekomme, bevor er seinen neuen ersten Zähnchen ihre Funktion verleiht und ganz freudestrahlend wieder einmal zubeißt.

Denn das– liebe Freundinnen und Freunde – ist wirklich eine Herausforderung und hier spreche ich an meinem heutigen Standpunkt nach all den Hürden und verzweifelten Tagen von einem Problem!   😉

 

In diesem Sinne bedanke ich mich wie gewohnt für eure Aufmerksamkeit und behaupte:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft gut und bis bald! 🙂

 

 

Aktion- Reaktion.

Hallo liebe geduldige Leser!

Ich melde mich endlich zurück und danke euch, für eure Treue und Geduldsamkeit.

In den letzten Tagen ist hier so einiges planvoll planlos verlaufen, sodass man eben manchmal gewisse Abstriche machen muss.


Sicher kennen das alle Mamas und Papas besonders gut, wenn man sich im Falle einer Krankheit keinen gelben Schein und somit eine Auszeit von dem Elternsein nehmen kann.

Die Rolle der Mama (und des Papas) muss funktionieren und laufen, denn die Zeiten der Ruhe- und Erholungsphasen sind vorbei- im Sinne aller der von uns abhängigen kleinen Babys und Kinder.

Das Essen muss zubereitet werden, die Windel gewechselt, der Trost gespendet und die Bespaßung am laufenden Band gehalten werden.

Oft hat man also keine Gelegenheit um seine eigenen Bedürfnisse auch nur ein Stück weit verwirklichen zu können.

Dass man darauf gefasst sein muss, wenn sich ein neues kleines Leben ankündigt und auf die Welt kommt, ist dahingehend selbstlose Voraussetzung; der Verzicht auf eigene Unterhaltung steht vorerst fest und vor allem die Beschäftigung mit der eigenen Person im Sinne der alltäglich menschlichen Grundbedüfnisse muss warten, bis der Nachwuchs mehr und mehr selbstständiger wird.

Auch heute ist so ein Tag, an dem unser sonst so temperamentvoller und aufmerksamskeitsbedürftiger Sohn im Rahmen seiner zur Zeit guten Laune eine Mama an seiner Seite hat, die es wieder einmal nur zu insgesamt vier Knäckebroten und dennoch unzähligen Schokoriegeln zwischendurch geschafft hat- ganz zu schweigen von der unheimlichen Menge an Flüssigkeitszufuhr bezüglich eines Liters Orangensaft.

Dem daraufhin folgendem Sobrennen wird keine Beachtung geschenkt, dem trotz der aktuell guten Verfassung unseres Würmchens vollgespuckten Oberteil würdigt man ebenfalls keines Blickes und der knurrende Magen verblasst auch irgendwann in seiner selbst.

Mama-Sein bedeutet oftmals so einige Abstriche machen zu müssen- als Gegenleistung und Preis erhält man dafür die notwenige Fruchternte seiner Saat: der Minimensch wächst, gedeiht und versteht mehr und mehr wo es sich befindet; ebenso dient dieser Prozess als weiteren Ansporn auf die nächste gute Ernte.

Jedes herzhafte Lächeln, jede Suche nach Mamas Hand beim Einschlafen und vor allem jede- wenn auch immer kürzer werdende- Kuscheleinheit ist Balsam für die manchmal so erschöpfte und an allem verzweifelnde Mama (und natürlich auch Papa).

Nach und nach kommen mir immer mehr Sprüche und Redewendungen in den Sinn, die ich mein Leben lang schon kenne, allerdings oft aufgrund der fehlenden Projektion auf meine Situation links liegen ließ.

“ Nach jedem Tief kommt ein Hoch.“

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“

„Für einen Regenbogen benötigt man doch beides: Regen und Sonne zugleich.“

Es gibt Tage, an denen uns unser Sprössling aufgrund seines wohl schlimmeren Wohlbefindens als das unseres völlig auf Trab hält.

Der Reflux entfaltet sich in seinem vollsten möglichen Rahmen, die Unzufriedenheit des weinenden Babys ist lautstärkemäßig kaum zu überbieten und die sinkende Kraft der Eltern erreicht seinen absoluten Tiefpunkt.

Dann wiederum gibt es tolle Tage- ohne Weinen, ohne Spucken, ohne Regen- stattdessen voller Freude, voller Zufriedenheit und voller Wissen seitens der Eltern, alles richtig zu machen.

Ich liebe solche Tage mit meinem Sohn.

Wichtig ist aber auch, vor allem seine schlechten Tage zusammen mit ihm zu überstehen, da zu sein und zu beweisen, welch ungeahnte Kräfte man wo auch immer her holen kann.

Vor allem: Ihm zu zeigen, dass man ihn auch dann liebt, wenn er mal wenig lacht und viel weint.

„Wenn ich Mama bin, dann schminke ich mich auf jeden Fall weiter, mache meine Haare und nehme mir regelmäßig Zeit für meinen Mann.“ , sind sicherlich Worte, die einige von euch aus der Kugelzeit noch kennen mögen.

Inzwischen hat sich jedoch einiges geändert:

„Wenn ich mal Zeit habe, dann habe ich keine Lust mich zu schminken, denn sonst muss abends der ganze Kram auch wieder ab; meine Haare müssen nicht perfekt sein, schließlich nimmt ein schneller Zopf wenig Aufwand in Kauf und die gemeinsame Zeit mit meinem Mann verbringe ich nur dann, wenn wir abends neben unserem kleinen Wunder einschlafen.“

Meine heutige Realität sieht also genau gegenteilig aus.

Alles, was man sich vor der tatsächlichen Elternrolle vorgenommen und gesagt hat, schwindet ab dem ersten Moment des Eltern-Seins.

Und zwar weder, weil man sich gehen lässt, noch keinen Wert mehr auf seine Ehe legt geschweigedenn weil man „gluckig“ geworden ist.

Denn der wirkliche Grund liegt einzig und allein darin, verstanden zu haben, welche Angelegenheiten und Bedürfnisse im Leben Prioritäten haben;

von der Schminke kann ich mich lediglich visuell erholt darstellen, doch Ruhe gibt sie mir nicht;

von gemachten Haaren hat niemand was, wenn ich die meiste Zeit im Hause verbringe;

und von gemeinsamer Paarzeit haben mein Mann und ich ebenso wenig, wenn es draußen schon dunkel ist.

Ich schätze inzwischen mir vorher so selbstverständlich erscheinende Dinge wie Ruhezeiten, Arm- in -Arm einschlafen zu können, regelmäßig an’s Tageslicht zu kommen und: ab und an mal etwas Warmes zu essen zu bekommen.

Beschweren möchte ich mich dennoch nicht, ebenso wenig wie mein Mann, denn wir haben dafür unserer Liebe ein Gesicht, unserer Zuwendung einen Namen und unserer Unzertrennlichkeit eine Zukunft geschenkt.

Wir würden gegen nichts auf der Welt wieder tauschen wollen.


Auch wenn alles planvoll planlos verläuft, scheint sich das Schicksal seinen Weg selbst auszusuchen.

Für jede Mühe gibt es ein Ergebnis.

Für jede Träne ein Lächeln zurück.

Und für jeden Zweifel bedingslose Liebe und Dankbarkeit.

 

In diesem Sinne sage ich also endlich wieder:

Es muss nicht immer Mich sein, schönes Wochenende, bleibt weiter dabei und verzeiht mir meine auch zukünftig regelmäßigen Schreibpausen (planvoll planlos eben 😉 )

Sorry!

Hallo meine Lieben!

Es tut mir so leid, dass ich gestern nichts von mir hören lassen habe! Seid mir nicht böse, bitte- mir steht der Kopf im Moment irgendwie überall, nur nicht im Ruhe- bzw. Zeitmodus um zu schreiben.

Spätestens am Donnerstag (denke eher schon Mittwoch) werde ich euch schreiben.  Versprochen!

Liebste Grüße, Mona ♡

Momentaufnahmen…

Und auch heute wünsche ich all meinen treuen Begleitern einen tollen guten Abend 🙂

Wenn es draußen schneit, dann freue ich mich besonders auf die Zeit, in der unser Sohn alt genug ist und uns morgens mit seinen Patschehändchen im Gesicht rumtatschelnd- eifrig und aufgelöst zugleich voller Euphorie in seinen Gedanken- zu wecken versucht, um den größten Schneemann der umliegenden Nachbarschaften zu bauen.

Das für ihn fertig angezogene Outfit, bestehend aus Schlafanzug, Gummistiefeln für die sich darin befindenden nackeligen Füße ohne Socken, Handschuhe, Schal und Mütze, steht bereit um in Windeseile den Weg nach draußen zu finden und den Schnee mit all seinen möglichen Nutzungsvarianten vollends überzustrapazieren.

 

Wenn draußen die Sonne scheint, dann freue ich mich darauf, dass er uns bald bei der Gartenarbeit begleitet und mich wahrscheinlich im Minutentakt von meinem Tun abhält, weil er alles möglich greifbare vom Boden erstmal mit dem Mund inspizieren muss- ehe er es als neues Sichtbares der großen Welt dazu zählt.

 

Wenn es regnet, dann kann ich es ebenfalls kaum erwarten, bis er zusammen mit uns und seinem eigenen kleinen Regenschirm voller Stolz mit Matschanzug und Regenschuhen die Pfützen als Trampolinersatz nutzt, nur um zu erfahren, welche Auswirkungen das sich auf der Straße gesammelte Wasser in Verbindung mit seiner Sprungkraft haben kann.

Das anschließende Baden- und zwar mit so viel Schaum, dass er nicht einmal mehr seine Finger sehen kann- wird ihm bestimmt und hoffentlich große Freude bereiten.

 

Wenn ich Kinder sehe, die auf ihrem Laufrad vom Schildkrötenknüppel in den Hasengang geschaltet haben und mit einem Affenzahn die Wege unsicher machen, dann kann ich mir gut vorstellen, wie oft ich später einmal Sorge trage, wenn Lenny mit Schürfwunden und getrockneten Tränen immer wieder neu den Versuch startet, jedesmal eine Stufe schneller zu werden.


Erst heute wurde ich von einem neuen Postboten, als ich ihm zusammen mit unserem Sohn auf dem Arm die Tür öffnete, daran erinnert, was wirklich wichtig ist.

„Oh, wie alt ist der Kleine?“ , fragte er voller Freude in seinen Augen.

“ Fast fünf Monate.“, antwortete ich ihm.

„Genießen Sie die Zeit, denn die Kleinen werden so schnell groß. Meine Tochter ist nun schon 5 Jahre alt und ich kann kaum glauben, wie rasend die Zeit vergangen ist.“

„Ja, das stimmt wohl; wobei ich eigentlich genau dieser Zeit entgegen fiebere, denn dann sind die quälenden täglichen Bauschmerzen hoffentlich um einiges weniger geworden und der Kleine darf endlich verstehen, warum Mama und Papa ihm sein Leben geschenkt haben.“, hielt ich gegen.

„Das kenne ich noch sehr gut. Wir hatten auch lange Zeit Probleme mit unserer Tochter- die ersten drei Monate hatte sie ständig diese Koliken und weinte immer nur. Man fragte sich „Was hat das Kind bloß?“ und konnte absolut nichts machen. Nach einem halben Jahr ging es immer besser und heute ist sie ein fröhliches Kind!“ , begegnete er zurück.

„Sie kennen das also? Es ist furchtbar. Schlimm für die Eltern, aber noch schlimmer für die kleinen Babys. Es beruhigt mich, dass Sie unsere Erfahrungen hinter sich haben und heute solch ermutigende Dinge sagen können.“, gab ich ihm als Antwort, ehe ein herzlichstes Dankeschön meinerseits für diesen netten zwischenmenschlichen Austausch unserer Verabschiedung galt.

Nachdem ich die Tür schloss, erzählte ich Lenny, dass ich sehr froh bin, solch einen netten Menschen getroffen zu haben- trotz, dass unser Baby mich wahrscheinlich noch nicht so ganz verstehen kann.

Der weitere Tagesablauf mit unserem Sohn hielt uns natürlich wie gewohnt auf Trab, sodass die Worte des Postboten zugegebenermaßen für eine gewisse Zeit in den Hintergrund gerückt sind, denn ich widmete mich wieder voll und ganz den Wünschen und Bedürfnissen unseres Minimenschens.

Als wir noch fix in die Drogerie gefahren sind, um notwenige Windeln und Gläschen zur Einführung der Beikost für ein temperamentvolles Baby zu besorgen, das es uns zur Zeit neben meinen schlechten Kochkünsten (wohl bemerkt) nicht ermöglicht, die notwenige Nahrung mit all ihren Nährstoffen richtig und selbst zuzubereiten, begann es in der Dunkelheit der Abenddämmerung am Himmel zu leuchten- schnell war uns klar: Es gibt Schnee.

Lenny schlief auf dem Rückweg unter dem postiven Effekt der bauchschmerzlindernden Fahrtbewegungen ein; ich öffnete das Verdeck seines MaxiCosis mit der Hand, die nicht die frisch gekauften Kümmelzäpfchen hielt und beobachtete ihn beim Schlafen, ehe wir unser zu Hause erreicht hatten.

Anschließend nahm ich ein Ereignis wahr, das mir die Worte des Postboten parallel zu meiner kindesähnlichen Freude darüber wieder direkt in die aktuellste Schublade meiner zuletzt gespeicherten Worte eines anderen Menschens in meinem Kopf katapultierte:

Unser kleines Baby wurde wach, nachdem ich ihn aus dem Auto holte und vergaß, das Verdeck wieder hervor zu ziehen,

–> weil ihm die erste Schneeflocke seines Lebens direkt ins Gesicht gefallen ist und wie ich später im Licht feststellte genau auf seinen Wimpern Platz nahm.

„Man muss die Zeit genießen, denn sie werden so schnell groß.“, sagte mir der Paketlieferant drei Stunden zuvor.

Ja, er hat Recht.

Denn Lennys Reaktion auf die ihm unbekannten, kalt herabfallenden und ihn nass machenden Schneeflocken war ein Herzensgeschenk an meine Mama- Seele.

Er wunderte sich, schaute mich an und wusste durch meine Reaktion keine Angst bezüglich der neuen Situation oder keinen Ärger darüber zu verspüren, dass er geweckt wurde (denn eigentlich ist er ein kleiner Morgenmuffel)- im Gegenteil: ich sah in seinen Augen, dass er mir vertraute und sich meiner Freude anschloss.


Dass Lenny irgendwann einmal so weit ist um viel aktiver am Miteinander teilzunehmen, weiß ich inzwischen genau so, wie ich mich darauf freue, wenn er alles richtig erleben kann.

Heute habe ich aber eines gelernt- und damit gebe ich dem Paketboten eine große eigene Schublade in meinem Kopf:

Es sind die kleinen Dinge im Leben, auf die es ankommt.

Als kleine Dinge würde ich an meiner Stelle nun sowohl meinen Sohn aufgrund seines kleinen und abhängigen Daseins einschließen, der für uns das größte Glück und Geschenk darstellt, als auch solche Momente, die man deshalb schnell übersieht, weil man nur den großen Augenblicken entgegen fiebert.

 

In diesem Sinne-

Es muss nicht immer Milch, schlaft gut und bis Sonntag! 😉

 

Stolz und Vorurteil.

Guten Abend meine lieben Leser, Freunde, Mamas und Papas und auch sonst alle, die meine Zeilen verfolgen 🙂

Aufgrund dessen, dass ich heute meine Teilnahme am mir sehr Freude bereitenden Rückbildungskurs absagen musste, habe ich nun die Gelegenheit, einen neuen Beitrag zu veröffentlichen.


Die Einführung der Beikost ist ja auch so eine Sache für sich. Während die einen Mamas und Papas kaum erwarten können, ihren Babys das erste Mal „feste“ Nahrung zu geben, graut es mir – neben der ebenfalls empfindenden Aufregung und Freude- vor der anschließenden Verarbeitung des Essens durch den Bauch unseres Sohnes.

„Koliken“ , „Bauchschmerzen“ , „Luft im Bauch“, sind tolle Diagnosen, die man einem temperamentvollen Baby gern zu Gute schreibt.

Von umringenden Menschen hört man stetig, dass alle Babys Bauchweh haben und sich irgendwann an den Verdauungsmechanismus gewöhnen. „Bauchschmerzen? Im Ernst? Es gibt echt Schlimmeres! Wenn ich sowas höre, dann frage ich mich, was die Eltern sagen sollen, dessen Kinder ernsthaft krank oder sogar behindert sind.“ , sind Aussagen all derer, dessen Kinder die üblichen und normalen Schmerzen durchleben.

Sie haben nur des Bauches wegen keinen Krankenhausaufenthalt hinter sich, müssen keine laktosefreie Kost- die die Einführung der Beikost im übrigen in seinem gesamten Verlauf bis hin zum Flaschenersatz zusätzlich erschwert- geben und vor allem sind sie nicht auf tägliche Kümmelzäpfchen, Pups- Globulis, Bäuchlein-Öl- Massagen und Sab-Tropfen angewiesen.

Mal ganz abgesehen davon ist es absolut nicht „Unerwachsen“ oder „Rumgejammere“, wenn man durch das permanente Schreien seines Kindes- und zwar eben genau aufgrund dieser von vielen so verharmlosten Bauchschmerzen- darauf aufmerksam gemacht wird, wie schlecht es ihm geht und wie hilflos er ist.

Ja, unser Sohn ist sehr temperamentvoll.

Sein Bauch ist eine Sperrzone, nicht nur für mich, sondern auch für die Ärzte- dessen Sorge um seinen ständigen Kampf mit der geblähten und aufstoßenden Kugel der unserer gleicht.

Die Laktoseunverträglichkeit haben wir also in der Tasche- ebenso wie den total (im wahrsten Sinne des Wortes) überflüssigen ausgeprägten Reflux, dessen Präsenz mehrmals täglich dafür sorgt, dass unser Sohn etwa alle zwei Stunden neue Klamotten trägt- im Gegensatz zu unserer Wenigkeit, denn die Anziehsachen werden angelassen und für weitere Spuckattaken bereit gehalten. Das unterstützt ohnehin nur den neu an uns tragenden (im übrigen auch teuren (!)) Duft von Lenny´s Retouré  😉 .

Beikoststart.

Hallo, nun sind wir an der Reihe.

Mag bedeuten, dass einfach darauf hingearbeitet wird, ein bis zwei Fläschen pro Tag gegen feste Breimalzeit zu ersetzen und das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen ; es daran zu gewöhnen, irgendwann nicht mehr die Milch als reine Nährquelle zu nutzen, sondern Currywurst, Pommes, Majo im späteren Erwachsenenalter verträglich zu machen.

Klingt doch einfach, dachte ich mir.

Den Reflux unseres Sohnes können wir durch die schwere Kost- im Gegensatz zur angedickten Milch-  überlisten, die Verdauung durch Birne oder Pastinake anregen und der positive Nebeneffekt des guten Geschmacks und Satt-Werdens müssten ebenfalls auf unserer Seite sein.

Kann los gehen.

Als wir dann tätsächlich unser planvolles Vorhaben in die Tat umsetzten, vergaßen wir wieder einmal vorher die Rechnung mit unserem sensiblen Lenny zu machen.

Der Kürbis setzte seine persönliche Schmerzskala im Verdauungsprozess um noch einmal 10 Punkte höher, die nun (durch weniger Milchmalzeiten) notwendige Flüssigkeitszufuhr durch Tee oder stark verdünnte Säfte für Babys nach dem 4. Lebensmonat sprengte die Leistungsfähigkeit seines Refluxes und die Sehnsucht nach seiner überalles geliebten Flasche war kaum – bedingt durch die Füllbarkeitsgrenze eines Babymagens- aufzuholen.

Dazu muss ich sagen, dass wir noch nicht einmal bei dem vollständigen Ersatz auch nur einer kompletten Flasche angekommen sind, denn die Kürbiseinführung (mit der wir nach telefonischer Rücksprache mit einer Ernährungsberaterin aus der Charité in Berlin aufgrund seiner häufigen Verstopfungs- und Bauchschmerzprobleme anfangen sollten) stoppte schmerzbedingt nach vier Tagen, anschließend erfolgte eine zweiwöchige Pause, um nun seit etwa zehn Tagen auf einem guten Weg mit weißer Karotte, Pastinake und Möhre zu sein.

Die Versuche des zusätzlichen Trinkersatzes enden immer ähnlich wie auf einer Fahrt in der Wasserbahn: Je schneller der Antrieb, desto höher die auf einen einprasselnde Wassermenge.

Das ganze auch noch laktosefrei zu gestalten, ist eine zusätzliche Ebene der Qualifikation dazu, eine fast-Ausbildung im Bereich der Kinderernährung mit Schwerpunkt Verdauungsproblematik zu absolvieren.

Meine Bemühungen zahlen sich jedoch dahingehend aus, dass ich Lenny vorhin fertig umgezogen und bereit für das Abendfläschen noch einmal komplett neu pampern musste, denn nach einem Tag wieder durchgehender Bauchschmerzen und endloser Luftansammlungen folgte für ihn die (ungewöhnlich) zweite Erleichterung am heutige Tage:

Die feste Nahrung katapultiert sich endlich wieder zurück an die Luft 😉


Als Mama und Papa eines temperamentvollen Kindes, ist es natürlich für Außenstehende, dessen Situation nicht genau dieser entspricht, schwierig nachzuempfinden, was alles planvoll planlos verläuft.

Man will nicht jammern, bemitleidet werden oder wettstreitig sein mit all denjenigen, dessen Situation einfacher ist.

Ebenso wenig möchte man die Eltern der Anfängerbabys in ihrer Freude über die Leichtigkeit im Umgang mit ihrem Nachwuchs bremsen, geschweigedenn hat man die Absicht Eifersucht oder Neid zu suggerieren.

Dass man sein temperamentvolles Kind genau so stolz liebt, wie andere ihr pflegeleichtes Baby, steht überhaupt nicht zur Diskussion.

Die Aussage ist lediglich eine – und nun komme ich sogleich zum Schluss für heute:

Kranke und/ oder behinderte Kinder sind in ihrem Schicksal selbstverständlich deutlichst schwerer dran, als Babys, die rund um die Uhr schreien.

Dennoch sollte es akzeptiert und angehört werden, wenn man als Mama die Sorge und gleichzeitige Ermüdung hinsichtlich des temperamentvollen Babys äußert, um darauf aufmerksam zu machen, dass eine Medaille auch immer aus zwei Seiten besteht. Jeder, der behauptet, sein personifiziertes Triumphsymbol hätte nur eine, kann sich selbstverständlich glücklich schätzen.

Eifersucht und Unreife sind negative Eigenschaften, die sich durch gieriges Anders-Haben-Wollen und unüberlegte Äußerungen definieren.

Ehrlichkeit und Toleranz hingegen gelten als Tugenden der erwachsenen Gesellschaft.

Man bekommt von so vielen Seiten zu hören, dass der Wettkampf „Wessen Kind schreit mehr“ durch das Outing einer Mama bezüglich des Nicht- mehr- Hören-Könnens, wenn Anfängerbabys Thema sind, völlig überflüssig sei- unabhängig davon diesen Appell absolut nicht senden zu wollen- also wäre es doch auch von Vorteil, die Nachricht einer Mama im Hinblick auf die Erschöpfung ihres dauerhaft schreienden armen Kindes zu akzeptieren und deren  „Zustand“  nicht als herabsässig zu bezeichnen, vor allem aber ihn nicht mit der Situation kranker Kinder zu vergleichen, oder?

Jeder Mensch hat seine individuelle Belastbarkeitsgrenze und als Mama eines temperamentvollen, dennoch wunderbaren und gegen nichts auf der Welt eintauschen wollenden Sohnes, weiß ich, dass solche Aussagen zu der aktuellen Schweigehäufigkeit betroffener Eltern führen.

Meine Grenze ist oft über das Limit hinaus geschossen- denn die Sorge um das Wohl unseres Sohnes bezüglich seines anfangs dauerhaften Geschreis, kombiniert mit unser aller Schlafmangel und nicht zu vergessen durch meine berufliche Erfahrung lässt mich erlernen:

Man ist weder eine Übermutter, geschweigedenn ein „Jammerlappen“.

Man ist   besorgt, begleitet von der Liebe zu seinem weinenden Baby.

Man ist erschöpft, hervorgerufen durch mehrwöchig täglich weniger als zwei Stunden Schlaf.

Man ist verloren, in einer Gesellschaft, die es nicht verkraftet, eine andere Ansichtssache zu erfahren.

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich auch heute wieder mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis morgen 😉

Ausgewogene Ernährung kommt ja nicht von allein 😉

On the road im Drive-in.

Hallo liebe Freunde 🙂

Heute sitze ich vor dem leeren Blatt meines neuen Beitrags und in meinem Kopf kreisen tausend Dinge, die ich euch gern alle auf einmal schreiben möchte.

Bevor ich die Rolle der Mama eingenommen habe, spielte ich – wie wir alle im Leben- so einige Hauptrollen meiner eigenen Laufbahn; am Tag sogar mehrere und in einem Moment auch manchmal zwei oder drei gleichzeitig.

Vielleicht wisst ihr, was ich meine, wenn ich nun mehr und mehr merke, wie die neue Rolle des Mama-Seins alle anderen urplötzlich und ungefragt in den Schatten stellt.

Da, wo man vorher Krankenschwester in einer Notaufnahme war, teilweise zwölf Tage am Stück geschuftet hat und nebenbei ein Privatleben führte, fehlt heute beides.

Das Privatleben- verkürzt und zweitrangig durch die Intensivität und Häufigkeit des Joballtags- ließ sich trotzdem noch als Tochter, Schwester, Freundin, Partnerin, Nachbarin und ja sogar Kundin in einem Einkaufsladen erleben.


„Leben, geh schon mal vor! Ich komm später nach!“, lautete tagtäglich mein Leitspruch, wenn ich mich auf der Arbeit befand; vier Rettungs-, ein Kranken- und ein Notarztwagen unsere Anfahrtsrampe besetzten, als gäbe es im gesamten Kreis kein anderes Hospital, die mir zur Verfügung stehenden zwölf Behandlungsräume aus allen Nähten zu platzen drohten und ich wieder mal nicht wusste, auf wessen Körper sich mein Kopf befand- die Arbeit überrannte sowohl mich, als auch meine Kollegen.

Wenn ich morgens um 6.00 Uhr nach einem Spätdienst bis 20.30Uhr des Abends zuvor zum Frühdienst erschienen bin, dann habe ich mich immer lauthals beschwert darüber, dass man als humanes Wesen doch bitte Anspruch auf genügend Schlaf hat, um am nächsten Tag die von einem abverlangte Arbeit leisten zu können.

Ach wie schön- heute denke ich mir: Mann war ich verwöhnt und naiv!

Inzwischen staffelt sich der Tag in vier-stündige Abschnitte, um bloß keine Raubtierfütterungszeit zu verpassen- dazwischen muss man die jeweilige Zubereitungs- und Ziehzeit der Flasche berechnen, nicht zu schweigen davon, dass man seinen Ausflug in die Außenwelt zu der und der Uhrzeit beenden und dann und dann aufbrechen muss, um ja nicht zu spät Heim zu kommen, damit die Flasche pünktlich die Schnute unseres Würmchens erreicht.

Nebenbei ist es absolut stressig, den neu eingeführten Mittagsschlaf als zukünftige Routine festzuhalten, wenn man doch eh nur vier Stunden bis zur Flasche zur Verfügung hat- von denen das Einschlaf-, Schlaf- und Aufwachprozere des Mittagsschlafs schon zweieinhalb Stunden einnimt.

Bleibt also nicht mehr viel Zeit zwischen Mittags- und Nachmittagsflasche übrig für Unternehmungen.

Sehr cool- dann denken einige von euch sicherlich:

Morgens und nachmittags ist doch dann ne Menge Zeit!

Klasse Idee- doch die Mamas werden mir zustimmen wenn sie nun lesen, dass man morgens froh ist, wenn man geduscht, das Kind angezogen, ein Knoppers gegessen und die Zähne geputzt hat. Vor allem wenn der alt bekannte Postbote einen nicht dann erwischt, wenn man noch in Jogginghose und mit zerzüsseltem Zopf „on the road“ ist. Der kleine Kumpel muss nämlich bei all dem Ablauf gut mitspielen, sonst klappt überhaupt nichts; wobei das betonend oft schief geht.

Und nachmittags? Haha. Wisst ihr, was es für eine Herausforderung ist, wenn das Baby am frühen Abend im Kinderwagen oder im Auto einschläft, obwohl es abends nach der 20Uhr-Flasche eigentlich am liebsten bis zum nächsten Morgen schlafen soll?

Das ist wie Turmspringen- in ein Becken voller sich darunter mit aufgerissener Schauze befindenen Krokodilen!!

Heißt also im Klartext: Man müsste direkt nach der Flasche zu einem vorher ausgemachten Ziel fahren, um dort eine Stunde verweilen zu können und anschließend die Heimreise anzutreten, damit- sobald man zu Hause angekommen ist- das Baby nach seinem kurzen Nickerchen im Auto noch ausreichend so bespaßen kann, dass es zum Zeitpunkt seines Fläschchens auch müde ist.


Noch vor etwa 15 Monaten habe ich mich täglich über die mir unzureichend erfüllende wenige Zeit beschwert, sah mein Leben und all meine Freizeit an mir vorbeisausen, war froh, wenn ich meinen heutigen Mann und meine Familie mal aus der Ferne betrachten konnte und fühlte mich chronisch des Schlafnachholbedarfs anzogen.

Nun, lebend in der Gegenwart, möchte ich unseren Sohn absolut nicht wegdenken, bin froh, dass unser Wunschbaby gesund zur Welt gekommen ist und entfalte mich in meiner Rolle als Mama- habe weniger Zeit um Ehefrau, Tochter, Schwester, Freundin oder auch Kundin im Einkaufsladen zu sein.

Kurze Wechsel von“ Spät“- auf „Frühdienst“, wenig Schlaf, unterbrochenener Schlaf, unregelmäßig und vor allem ungesundes Essen sind nun die mir vorliegenden Jobcharakteristika meiner Vollzeit- Stelle.

Damals war ich naiv-

heute bin ich    M a m a    m i t      H e r z.

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis allerspätestens Freitag! 😉

 

 

 

 

Augen zu- und durch!

Guten Abend liebe Mamis, Papis, werdende Mamis und alle anderen da draußen 🙂

Wieder ein Tag vorbei, an dem sowohl die Sonne draußen am Himmel hell leuchtete, als auch die Augen unseres kleinen Frosches.

Ich feiere Momente wie den heutigen, denn es sind genau die, an denen Lenny versteht, warum Mama und Papa ihm dieses tolle Leben schenkten- außerhalb von Bauchschmerzen, Zahnungsbeschwerden und Verdauungsproblemen-  aber unverzichtbar auf die ständige Retourkutsche seines Refluxes.


Am heutigen Mittag ist mir in einer ruhigen Minute ein erneuter Hilferuf in´s Auge gefallen.

Eine junge Mama, dessen Verzweiflung im Hinblick auf ihr permanent schreiendes Mädchen zu eskalieren drohte, sucht einen Ausweg. „Ich bin kurz davor sie abgeben zu wollen und das erschreckt mich. Bitte helft mir!“, waren ihre Worte in einer `Social Network Gruppe´, der ich ebenfalls folge.

Sie beschrieb ihre Ausweglosigkeit und Niedergeschlagenheit, als hätte die Nachricht noch vor ein paar Wochen von mir sein können. Das Trübsal in ihren Worten und die Hoffnungslosigkeit bezüglich ihrer nicht schlafen wollenden, nur schreienden und nicht zu beruhigenden 12 Wochen alten Tochter, musste allerdings für jemanden, der ihr wirklich helfen kann, nachempfindsam sein. Die Bezeichnung des Gemütszustandes ihrer Tochter definierte sie unter dem Begriff eines Schreikindes- woraufhin die darauf folgenden Antworten weniger positiv einredend waren.

Man behauptete mehrmals, es gäbe keine Schreikinder und sie müsse einfach ihrer Überforderung als Neumama Stand halten und die normale Zeit eines frisch geborenen Babys überstehen.

Wieder andere gaben ihr Tipps bezüglich der Einschlafförderung, darunter Föngerausche, Naturgeräusche, herztonähnliche Laute abzuspielen, Tragetuch nutzen und vieles mehr.

Als wir diese Phase durchgemacht haben, suchten wir ebenfalls überall Rat und waren für jeden Tipp dankbar. Dennoch scheint die Hoffnung, die man sich als diesmal endgültige Lösung vorstellt, im Winde zu verwehen- denn nichts klappte.

Dass man als Eltern eines temperamentvollen Babys, auf das man sich 40 Wochen gefreut hat, am Rande des Wahnsinns steht, wenn der kleine Schützling nicht zu beruhigen ist, scheint mir für andere wenig nachvollziehbar.

Dieser ewige Spruch, dass dies ein normales Verhalten aller Neugeborenen sei und man sich erst „neu in den Alltag einfinden“ müsse, ist totaler Schwachsinn. Natürlich steht man mit einem Baby vor der Umstrukturierung des bekannten Alltags, aber doch nicht ernsthaft unter dauerhaftem Geschrei.

Der einzige Punkt, an dem ich all den – so erfahrenen- Anfängerbaby-Mamas in ihren Aussagen zustimmen kann, wenn sie ihren Trost aussprechen wollen, gegenüber denen, die es nicht so einfach haben, dann ist es der, dass man tatsächlich nach unzähligen diagnostischen Ausschlüssen einer Krankheit die Zähne zusammen beißen und im Sinne seines Säuglings „einfach da durch“ muss.

Selbst heute, nachdem sich alles einigermaßen händelbar bei uns eingependelt hat, wissen wir morgens nicht, wie wir unseren Lenny abends am besten zum Schlafen bekommen.

Denn die- ein paar Tage oder manchmal auch Wochen- funktionierende Taktik kann plötzlich an einem Abend doch nicht mehr umzusetzen sein und schon muss man erneut sein Einfallsreichtum durchwühlen und einfach ausprobieren.

Anfangs haben wir Lenny oft in eine Decke „gepuckt“. Er liebte es und fand darin wenigstens ein paar Minuten Schlaf. Nach und nach gefiel es ihm nicht mehr und wir mussten uns etwas Neues einfallen lassen, dies erstreckte sich von in -den- Schlaf- schunkeln, über laufende Föngeräusche bis hin zum auf- den -Popo -klopfen, um die Magen- und Darmkrämpfe zu lösen.

Jeder Tag beginnt anders und jeder Tag endet entsprechend auch anders.

Ihr könnt sicherlich nachempfinden, wenn ich euch erkläre, dass man erst ein gewisses Selbstvertrauen erlangen muss- nicht zuletzt das Vertrauen in seinen Säugling mit einbezogen- um instinktiv zu entscheiden, wie ein kleiner Frosch am besten zu beruhigen ist. Dieser Aspekt betrifft wohl alle Mamis und Papis- unabhängig vom Aufwand der verschiendensten Charaktere ihrer Sprösslinge.

Lenny war viel im Tragetuch und verbringt auch heute noch eine gewisse Zeit des Tages auf unserem Arm.


Wenn wir heute einiges verstehen können- dann ganz besonders, dass sich jedes Baby unterschiedlich entwickelt und vor allem unterschiedliche Bedürfnisse hat. Die einen Winzlinge entdecken ihre Selbstständigkeit, wohingegen andere sehr sensibel sind und die Nähe von Mama und Papa brauchen.

„Es geht vorbei“, ist wohl der schlimmste Trost, den man Eltern eines temperamentvollen Säuglings – trotz gut gemeinter Absicht – geben kann. Heute weiß ich, dass es besser wird, aber in einer solchen nervenzerreißenden Situation in Abhängigkeit zu der Liebe, die man für sein Kind empfindet, ist der einzige Trost die Gelassenheit des Babys.

Ich kann euch aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass es tatsächlich besser wird- allerdings nur dann, wenn man sich auf die Situation einlässt und ganz besonders nicht vergisst, die momentane Gefühlssituation des Säuglings in den Vordergrund zu stellen und weniger die eigene.

Haltet zusammen, wechselt euch ab und versucht nicht, mit anderen bilderbuchähnlichen Familien mitzuhalten, denn ihr habt eure eigene und die gilt es aufzubauen.

Wenn ihr keine Kraft für Familienbesuche, Freundesbummel oder Telefonate habt, dann ist es euer gutes Recht darauf zu verzichten- in der Verlässlichkeit auf die Leute und Familienangehörigen, die trotz alle dem jederzeit hinter euch stehen.

Wenn ihr euch beschissen fühlt, dann versteckt euch nicht und gebt eure Verfassung offen zu.

Macht, was ihr für richig haltet; vertraut euch und eurem Baby.


Ich liebe den Abend, denn dort kommen alle zusammen, die Ruhe kehrt ein  und neue Erlebnisse des aktuellen Tages brennen sich in das Gedächtnisregal der Erinnerungen ein.

An manchen Tagen fülle ich den Ablauf mit Stunden um ihn zu überstehen-

doch an vielen Tagen fülle ich 24 Stunden als Mama mit Leben.

Inzwischen machen mir die meisten Tage sehr viel Spaß und ich erhalte den Lohn unserer Mühe immer öfters auf unbezahlbare Art und Weise:

Das Lachen und die Freude in den Augen unseres Sohnes.

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich alt bekannt mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft schön und bis übermorgen (denn morgen steht wieder Bodenturnen auf dem Programm) 😉

 

Es geht halt nicht ohne seine Reviermarkierung 🙂

Im Gleichschritt Marsch!

Hallo liebe Mitfühlenden 😉

ziemlich ungewohntes Bild meine Zeilen zu lesen, wenn der Tag draußen noch in seiner vollsten Erleuchtung prahlt.

Ein neuer 24 Stunden Ablauf, der nur darauf wartet, gefüllt zu werden- mit neuen Erlebnissen, mit alten Gewohnheiten und zukünftigem Aufbau einer gewissen Routine.

„Es passiert nix“ waren die Worte, die mein Papa mir zwei Tage nach meinem errechneten Entbindungstermin per selbstklebendem Schriftzug auf meinen dicken aktiven Bauch klebte, nachdem er mich fragte, wie es läuft.

Kaum 15 Stunden später ging es dann tatsächlich los und unser Sohn hatte es daraufhin wohl sehr eilig, seinem Opa zu zeigen, dass doch etwas vor sich geht.


Ganz überraschend fiel mir vor vier Tagen eine Veränderung an Lenny auf.

Morgens ist er immer super drauf; er freut sich, ausgeschlafen zu sein, händeringend und herumwuchtelnd in Mamas Gesicht aufzuwachen und sie aus ihren tiefsten Träumen zu wecken.

Mit halb geöffneten Augen- bereits durch die akustischen Laute angekündigt- sah ich also wie Lenny sein Däumchen wieder einmal als Offenbarung seines Hungers verschling und mich dabei herzergreifend angrinste.

Schnell stellte ich aber fest, dass er irgendwie falsch herum nuckelt und nicht- wie sonst- mit seinem Zeigefinger in sein Auge stach während er mit dem Daumen der gleichen Hand seine Beruhigung suchte. Diesmal sah es so aus, als stünde seine Welt Kopf, denn der Zeigefinger massierte sein Kinn.

Komisch.

Basierend auf meinem Mutterinstinkt, schob ich meinen kleinen Finger auf seine untere Kauleiste und da hatte ich die Lösung: Eine Spitze!

Ehe ich diesem Wunder glauben schenken konnte und Lenny dieses Spektakel weiter über sich ergehen ließ, grinste er mich wieder an und biss zu.

Von da an bestand also kein Zweifel mehr für mich: Sein Zahn kommt durch!

Wie aufregend!

In meiner Euphorie musste ich meinen Mann schnell wecken und ihm von unserem neuen Fortschritt erzählen, kaum abwartend darauf, dass ich im Licht einen Blick darauf werfen kann.

Das allerdings- liebe Freunde- gestaltet sich wirklich nicht leicht. Denn Babys haben irgendwie keine Lust darauf, ihre Schnute aufzumachen, ohne, dass die Zunge sich direkt über das neue Hindernis im Mund stülpt.

Trotz dieser kleinen Herausforderung- bedingt durch die Willensstärke unseres temperamentvollen Sohnes- konnte ich mein persönliches Erfolgserlebnis dennoch gebührend feiern:

Ich sehe die kleine weiße Spitze, die aus seinem unteren Zahnfleischrand ragt!

Wir sind auf dem richtigen Weg des Erwachsen- Werdens 😉

Wie ihr also feststellen könnt, passiert eine ganze Menge. Für die einen mag es ein kleiner Schritt sein, für uns jedoch ein großer Schritt in Richtung normaler Entwicklung.

Der Zahndurchbruch ist eine heikle Angelegenheit; die einen Minimenschen kommen richtig gut damit zurecht und die wieder anderen haben ihre höchste Stufe auf ihrer individuellen Schmerzskala erreicht.

So auch unser kleiner Wurm.

Die Tage der Ausgeglichenheit, des neu eigeführten Mittagsschlafes und vor allem der oralen Ruhephase sind vorbei. Das Knüttern klettert die Launenleiter ganz herunter, der gestörte Schlaf kann nicht nachgeholt werden und die Welt befindet sich im Ausnahmezustand.

Ergo sparen mein Mann Daniel und ich natürlich keine Kosten und Mühen: Deshalb müssen noch mehr unserer treuen Globuli-Begleiter her. Diesmal allerdings welche, die zur Schmerzlinderung des Durchbruchs der klitzekleinen Beißerchen dienen.

Gesagt, getan: am gestrigen Tage besuchten wir im Zusammenhang mit unserem Einkauf die Apotheke, dessen Chef uns höchstpersönlich beriet. Auf der Grundlage seines eigenen Papa-Seins von zwei schon im Schulalter lebenden Kindern, konnte er unser Leid und besonders das unseres Sohnes punktgenau nachempfinden und empfahl uns, vorerst mit Globulis zu beginnen ehe wir die mit etwas Lokalanästhetikum versehene Creme ausprobieren.

Er verabschiedete uns mit den Worten: „Sie müssen lernen, sich ein dickes Fell wachsen zu lassen. Denn Kinder weinen nunmal.“

Ja wunderbar Herr Apotheker- Chef. Ein nett gemeinter Ratschlag, der mehr Schlag als Rat war. Wenn hier nämlich jemand ein dickes Fell bezüglich der Schrei- und Weinanfälle eines Säuglings hat, dann doch bitte wir.

Natürlich konnte er nicht ahnen, dass wir seit gut 20 Wochen in einer Lautstärke leben, in der sich selbst Bärenfell aufzulösen vermag.

Naja. Wir ließen seinen (Rat-) Schlag folglich so stehen, fuhren mit unserem Winzling nach Hause, plazierten die Globulis in der Reihe unzählig anderer Globuli- Fläschchen und nun heißt es tagtäglich aufs Neue und mehrstündlich:

3 Pups- Globulis 10 Minuten vor dem Essen

8 Zahnglobulis

4 Schlafglobulis am Abend

3 Planzenta- Globulis wenn er einer Erkältung bevorsteht oder ein Entwicklungssprung sein Unwesen treibt

 

Wie ihr seht, werden wir nicht nur durch frühkindliches Memory- Spielen gedächtnisstimulierend auf Trab gebracht, sondern als Mama- und Papa- Seins eines sensiblen und temperamentvollen Babys.

Eines jedoch muss man dieser ganzen Hexerei ja lassen: Sie wirkt Wunder und der positive Nebeneffekt des guten Geschmacks lässt es unserem Sohn eine Freude bereiten, wenn er den ganzen Tag damit beschäftigt ist, seine Globulis zu lutschen.


Selbst wenn man im Vorfeld alles detailgetreu plant, die wichtigsten und teuersten Dinge besorgt, am Besten informiert ist über Aktion und Reaktion des Verhaltens eines Babys, muss man sich am Ende trotzdem die Frage stellen, wer hier wessen Plan einhält:

Wir unseren oder Lenny seinen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich in einen neuen ereignisreichen planvoll planlosen Tag und verbleibe mit den besten Wünschen zum Wochenende mit den Worten:

Es muss nicht immer Milch sein, schönen Samstag und bis morgen!  🙂

 

So viel dazu…  😉

 

„Normal“ ist anders.

Und wieder einmal wünsche ich euch allen da draußen einen guten Abend 🙂

Wenn ich mich in meiner Umgebung mal so umsehe, dann treffe ich immer mehr auf Mütter, die mit ihrem Baby im Kinderwagen spazieren gehen und die frische Luft genießen. Väter sehe ich ganz selten während meiner täglichen etwa zwei- stündigen Laufmärsche quer über Wiesen, Felder und Wohngebiete.

Der einzige Mann, über dessen Frischluft- Anwesenheit ich mich täglich amüsiere, scheint mir schon reiferen Alters zu sein; seine Kinder sind sicherlich selbstständige Jungerwachsene und er genießt die Ruhe in seinem Alltag-  wenn da nicht seine Frau wäre 😉 .

Vor ein paar Tagen bin ich abends zum zweiten Mal des Tages mit Lenny spazieren gegangen- er war kaum ruhig zu kriegen und musste dringend (auf welche Weise auch immer) ein wenig Schlaf einholen. Also zog ich die Jokerkarte aus meiner Hosentasche und entschied mich für die noch gut funktionierende Lösung des Kinderwagenbummels.

Als ich also gegen 18.00 Uhr an dem Haus des besagten Mannes vorbei lief, bemerkte ich direkt, dass er draußen auf der Terrasse wild umherwuchtelnd und völlig benebelt die Fritteuse bediente- wobei seine Frau in der schön gewärmten Küche hantierte.

Als ich ihn inmitten der fritteusebedingten Qualmwolke stehen sah und ihm im vorbei gehen dabei zuschaute, wie er versuchte dem Gestank zu entkommen, stellte sich ein breites Grinsen in meinem Gesicht auf- denn ich wusste ganz genau, dass er 1. mit der Fritteuse raus musste damit die Wohnung nicht stinkt und 2.wird seine Frau ihn bei seiner stolzen Rückkehr in das Haus sicher auf dem direkten Wege unter die Dusche schicken- ehe sich der in die Klamotten gezogene Fett-Geruch auf das Sofa überträgt.


Ich freue mich, wenn alles einfach normal abläuft; wenn ich nicht das Gefühl habe, dass bei uns die Zeit stehen geblieben ist, während andere die Möglichkeit haben, den vorbeiziehenden Wolken am Himmel zu zusehen.

Anfangs fühlte ich nicht so.

Lenny schrie und schrie. Die Ferndiagnosen der Drei- Monats- Koliken, des Blähbauchs, der verstopfungsbedingten Bauchschmerzen und der Übermüdungssymptomatik trösteten uns keineswegs mehr.

Es konnte doch schließlich nicht sein, dass er nur dann aufhörte zu kreischen, wenn er die Flasche im Mund hatte.

Am Besten war immer die Aussage, er wäre ein Schreikind.

Wir haben es gehasst, denn das tröstete uns noch weniger- sowohl in unserem Sinne, als auch vor allem in dem unseres Sohnes.

Nach dem Essen schrie er immer mehr als vor dem Essen, wir brauchten zwei Stunden um ihn etwas beruhigen zu können. Sein Bauch war bretthart und klang beim Klopftest vom Sound her, als hätte er eine ganze Bassrolle verschluckt. Die Kümmelzäpfchen waren schnell leer und die Sab-Tropfen dienten nur noch zur Gewissheit, dass man alles versucht hatte um zu helfen.

Die Mikrowelle war in Dauerfunktion darauf getrimmt, Lennys Körnerkissen zu erwärmen und die Fenster unserer Wohnung blieben permanent geschlossen. Es war mir unangenehm und ich fürchtete den negativen Gedanken der Nachbarn.

Als unsere Kinderärztin nach vier Wochen Dauergeschrei endlich unsere Not erkannte, schickte sie uns stationär in die Kinderklinik der Heimat- dort wurde Lennys Nahrung binnen einer Woche umgestellt und von nun an lautete unsere nächste Herausforderung als Ergänzung zu der des Refluxes:

Laktoseunverträglichkeit.

Von diesem Tag an hatten wir sowohl nach hoffungsvoll gescheiterten Besuchen beim Osteopathen, als auch zahlreichen angewandten Wundertricks alt eingesessener Mütter, eine neue Perspektive.


Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie sich das Sozialverhalten von Eltern eines – wie ich immer so schön zu sagen pflege- temperamentvollen Babys verändert.

Begleitet von der Sorge um das eigene Fleisch und Blut, gekoppelt mit den mütterlichen Schuldgefühlen, die sich um die kontinuierliche Reflektion des eigenen Verhaltens in der Schwangerschaft bis hin zur Geburt  drehen, trägt man also sein schreiendes Würmchen auf dem Arm und kann nichts tun.

Natürlich hat man in der Schwangerschaft alles erdenklich positive gemacht, um die Entwicklung des Bauchbewohners nicht zu bremsen, geschweigedenn ihr zu schaden.

Natürlich macht man sich Sorgen, denn niemand sieht sein Kleines gern um sein Leben schreien.

Und natürlich hat man dennoch Schuldgefühle- ohne zu wissen weshalb und warum.

 

Dazu kommt die beginnende Desozialisierung.

Der Rückzug aus der Teilhabe am öffentlichen Leben und die Entfremdung mit der Welt. Vom Erdboden verschluckt und zurückgezogen startet völlig automatisch ein Dasein hinter verschlossenen Fenstern und blickdichten Mauern- entgegen der Vorstellung dessen, wie man sich a) das Leben für seinen Sprössling vorgestellt hat und b) das Lebens seines selbst.

Das Vertrauen auf Besserung innerhalb unbestimmter Zeit musste uns leiten einen Weg zurück in das Leben außerhalb der vier Wände zu finden- ein Alltag in der Öffentlichkeit trotz häufig weinendem Baby sollte wieder angegangen werden und die Reise in die genussvolle Zeit des Elternseins eines starken Kämpfers galt es planlos anzutreten.


Das Schöne an der Sache ist, dass wir uns als eigene kleine Familie dabei nicht verloren haben.

Es ist hart und es ist definitiv die größte Herausforderung für zwei Individuen- besonders aber für ein kleines drittes- für das es wichtig ist, wenn sowohl Mama als auch Papa stetig an seiner Seite sind.

Wie wir die schlimme, nervenzerreißende und wohl bisher erschöpfendste und zugleich dennoch schönste Zeit unseres Lebens langsam überwinden, kann uns niemand ratschlagend sagen.

Tipps und Tricks gibt es in einer solchen Situation nicht, denn die einzigen Hilfsmittel sind Zusammenhalt, Liebe, Verständnis und Empathie (besonders für das unschuldige Baby).

 

In diesem Sinne wieder einmal:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und  (durch den morgigen Rückbildungskurstag begründet) bis übermorgen!  😉

Hart, aber herzlich!

Guten Abend meine lieben Freunde, Leser, Mamis und Papis  🙂

Nun sitze ich wieder in meiner gewohnten Umgebung, an meinem gewohnten Platz und in der gewohnten abendlichen Stille – ich traue mich schon kaum, es tatsächlich nieder zu schreiben und auszusprechen, aber manchmal im Leben gilt es ein gewisses Risiko eingehen zu müssen.


Meine gestrige Abwesenheit begründete sich- wie im Vorfeld in meiner alltäglich unveränderten Abschiedszeile bereits erwähnt- durch meinen ersten Tag Rückbildungskurs im Kreise von frischgebackenen Mamis.

Bisher kannte ich nur den sogenannten Geburtsvorbereitungskurs, an dem ich im heißen Vorsommer mit vor mir her schleppender dicker Kugel teilnahm, dessen rhythmische Bauchbewohner- Tritte mich oft daran hinderten, die uns vorgegebenen Boden- und Atemübungen durchzuführen- schweigend darüber wie idiotisch ich mir vorkam als ich vor allen anderen Mamis lauthals ein- und ausatmen sollte um die mir bald bevorstehenden Geburtswehen „weg zu atmen“ .

Kaum angekommen im Wartebereich der Hebammenpraxis, lauschte ich den Gesprächen der mir unbekannten Neu-Mamas.

Es war irgendwie süß, denn viele kannten sich aus vorab besuchten Kursen nur als hochschwangere Beuteltiere und konnten es allein mit Mühe erwarten ihre neuen Erlebnisse bezüglich des Lebens mit Baby gegenseitig auszutauschen.

„Und, wie geht´s euch so?“, frage Mami a) ganz neugierig Mami b).

„Uns geht es super.“, antwortete Mami b) mit funkelnden Augen voller Freude und Stolz- bevor sie ergänzte: “ Wir haben so ein…. Anfängerbaby.“

Tarnend spielerisch am Handy rutschte mir der Kloß in meinen durch den Schal bedeckten Hals.

Anfängerbaby. Da war es wieder. Das Wort dessen Bedeutung mich verfolgt.

Gibt es um mich herum denn nur Neu-Eltern, die nicht wissen, was es bedeutet vor dem Herausziehen des Autoschlüssels aus dem Zündschloss mindestens zehn Mal zu schwitzen, drei Mal fast in die Hose zu machen und fünf Mal zu überlegen ob man aussteigt oder doch lieber noch eine Runde fährt- weil das Baby so lieb und ruhig schläft?

Die erste Hürde geschluckt, bin ich also völligst motiviert in die Vorstellungsrunde gestartet; weniger erstaunt darüber, wie frisch alle Frauen Mamis geworden sind (Oktober und November), sondern eher verblüfft über deren Gelassenheit und Vitalität in ihren Gesichtern.

Als ich an der Reihe war, stellte ich mich wie folgt vor:

„Hallo. Mein Name ist Mona, ich bin 28 Jahre alt und habe meinen Sohn Lenny im August geboren.“ Schnell fielen mir die fragenden Blicke auf, deshalb schoss ich hinterher: “ Und ich bin nur so spät dran, weil meine Geburtsverletzung schlecht verheilt ist UND weil ich ein sehr temperamentvolles Kind habe.“

Dass ich damit eine Laola- Welle unter den Mama-Witzen startete, war mir nicht bewusst, denn die mir unbekannten zirka 10 bis 12 Mamas inklusive der für mich neuen Hebamme begannen herzlichst zu lachen.

Eigentlich wollte ich nicht witzig sein- es war mein Ernst.

Aber gut.

Die erste Stunde Rückbildung war alles in allem toll ; ich habe die mir vorgegebenen Übungen gemacht und trotz, dass ich mich manchmal fühlte als wäre ich Teilnehmerin  im überholten Videodreh zu „Call on me“ , war es Balsam für meine Seele endlich Mal etwas für mich zu tun.

Obwohl man alles nur noch unter voltgeladener Hochspannung erledigt und abarbeitet ( sei es Wäsche waschen, essen oder Zähne putzen; ganz abgesehen von meinem letztens berichteten Wocheneinkauf  :/  ) , habe ich versucht nicht darüber nachzudenken, ob es meinem Mann Daniel und unserem Sohn Lenny gut geht- denn ich weiß eigentlich, dass sie ein eingespieltes Team sind.

 

Zu Hause angekommen war der Kleine gerade dabei, seine über alles geliebte Abendflasche zu trinken und ich erfuhr relativ schnell, dass Daniel und Lenny spaßige und tolle andertalb Stunden zusammen hatten.

Im richtigen Schlafanzug und Langarmbody brachte Daniel ihn anschließend in sein gemütliches Beistellbettchen, wo er sich schlummernd in seine Träume pupste.


Aus irgendeinem Grund saß ich abends traurig und weinend auf dem Sofa. Ich fand es unfair, dass andere Mamis, denen ich begegne, immer von ihren entspannten Babys erzählen- wohingegen ich mich dabei fühle als wäre ich der Looser vom Dienst, dessen Schuld es sein könnte – weil ich nicht gestillt habe- einem oft von Problemen behäuften Jungen das Leben geschenkt zu haben.

Völliger Blödsinn- ich weiß. Aber dennoch bin auch ich manchmal einfach ohne Autopilot unterwegs und verfluche das Schicksal darauf, dass es unser kleiner Schützling im Gegensatz zu den vielen „Anfängerbabys“ so schwer hat.

Bauchschmerzen, Verstopfung, ständiges Spucken und die intensiven Entwicklungsschübe- begleitet von Sab- Tropfen, Kümmelzäpfchen, Pups- Globulis, Plazenta- Globulis, Andickungsmittel und Schlabberlätzen, sind häufige Gründe für die gerechtfertigte Unzufriedenheit des Kleinen.

Um so mehr fällt uns ein Stein vom Herzen, wenn wir an Tagen wie heute sein Lächeln sehen, seinem Gebrabbel zuhören und hautnah dabei sind, wenn er seine Füße entdeckt um sie vielleicht bald schon mit dem eigenen Mund erkunden zu können.

„Bringt eure Kinder ruhig mit, ich schunkel gerne eines- falls ihr keinen Babysitter habt.“, sagte die Hebamme gestern.

Inmitten der durch Kopfgenicke zustimmenden Neu- Mamis saß ich und für mich war sofort klar, dass temperamentvolle Babys sich sicherlich nicht von jedem Menschen dieser Welt schunkeln und beruhigen lassen 😉

Ich lasse ihn also besser zu Hause.

Um nun endlich meine inzwischen kalten Pizzabrötchen vom Imbiss unseres Vertrauens, deren Lieferant bei der Häufigkeit des Anlieferns zu uns demnächst zusätzlich als Belohnung einen Kaffee to go auf´s Haus bekommt, verschlingen zu können, komme ich letztlich zu dem Schluss:

Wir sind stolz zu wissen, dass das Lachen unseres Sohnes von tiefstem Herzen her kommt, das Weinen als Ausdruck seines Unwohlseins in unseren Armen Trost findet und besonders sind wir stolz darauf, einen Sohn zu haben, der uns bedingungslos liebt und der trotz seiner anstrengenden Phasen unser größtes Glück, schönstes Geschenk und die Liebe unseres Lebens ist.

Wie Daniel gestern so schön sagte, als die Erschöpfung meinen Gemütszustand ein wenig überrante:

Wir geben ihm all unsere Liebe, all unsere Aufmerksamkeit und all unser Vertrauen. Er weiß das und er liebt uns dafür. Jedes Lächeln ist für uns ein Triumph, jedes Gebrabbel ein Seelenkuss und jedes spätere „Ihr seid die Besten“ unser Leitfaden.

 

In diesem Sinne wieder einmal

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis morgen  🙂 😉

Besser, als erst um 15.45 Uhr zu Frühstücken 😉

Die Ruhe vor dem Sturm…

Hallo meine treuen Leser 🙂 ,

an einem Tag wie heute bin ich froh, dass er sich dem Ende neigt.

Daniel hatte einen anstrengenden Dienst und nach nur insgesamt drei Stunden Schlaf am gestrigen Tag, kam er natürlich heute völlig gerädert nach Hause.

Dass hier zu Hause der Feierabend keine Rücksicht auf seine Müdigkeit und seinen Schlafnachholbedarf nimmt, konnten wir drei am Morgen noch nicht ahnen- basierend darauf, dass ich gestern einen wunderbaren und freudigen Tag mit unserem Kleinen hatte.

Lenny hat schon sehr unruhig geschlafen- sein Bauch quält ihn wieder mal extrem. Nachdem er wach wurde haben wir unsere tägliche morgendliche Routine begonnen.

Mama steht als Erste auf, sucht ihre am Abend zuvor irgendwo abgelegte Brille, um anschließend das sieben Minuten ziehende Frühstück für den kleinen Wurm vorzubereiten:

Seine allerliebste 200ml Flasche mit zwei Löffeln Andickungspulver; Dank des vorteilhaften Refluxes.

Anlässlich des knurrenden Magens unseres Sohnes muss die Morgentoilette wie immer im Affenzahn vollzogen werden:

Zähne putzen, dabei Pipi machen ehe man sich noch verliert und den durchwuschelten Zopf- der inzwischen eher der Brutstätte eines Rabenweibchens gleicht- mal eben zu einem nützlichen Düddel formen.

Geschafft. Und nun ab zum Baby, das mich voller Vorfreude auf sein erstes Tagesmahl empfängt.

Jetzt fehlt nur noch die frische Pampers und schon kann es losgehen.

Fast am Ziel meines morgendlichen Marathons angekommen, fällt unserem Sohn beim Neu-Pampern ein, dass er doch noch Pipi machen muss- weil es sich ja so gut ohne den davor liegenden Schutz anfühlt.

Na super. Wortlos betrachtete ich das Spektakel und ließ den Dingen im wahrsten Sinne des Wortes ihren Lauf- bevor ich Lenny wieder in die Augen schaute und er mich schemenhaft nur anzugrinsen vermochte, als würde er genau wissen, was gerade in Mamas Kopf vor sich geht.

So nahm der Tag seinen Lauf, denn insgesamt vier Mal pullerte er heute quer über den Wickeltisch auf meinen jeweils kurz zuvor gewechselten Pullover und weitere fünf mal mussten wir ihn erneut umziehen, da sich sein Reflux wieder in vollstem Ausmaß blicken ließ.

Den Rest des Tages verlebten wir draußen- Baby ab in den Kinderwagen und bei Eiseskälte so weit wie unsere Füße uns zu tragen vermochten laufen; trotz dass er hundemüde war fiel es ihm schwer in den Schlaf zu finden. Weinend auf unserem Arm und unzufrieden mit sich und der Welt, gehen wir davon aus, dass er sich wiederholt in einem der berühmt berüchtigten Schübe/ Sprünge befindet.

Wenn wir nicht weiter wissen, dann schieben wir es immer auf diesen Grund- tröstend mit der Vorfreude darauf, dass anschließend alles gut wird.


Ich fühle mich zurück versetzt in die anfängliche Zeit, die andere als Kennenlernen nutzen während wir sie als Bewältigung durchlebten.

Bewältigung der schmerzhaften Bauchschmerzen, der Anpassungschwierigkeiten- erschwert durch Reflux und Blähungen- und als Bewältigung von traumatisch geprägten Situationen im Krankenhaus.

Kennt ihr das, wenn einige Menschen in eurem Umfeld plötzlich nicht mehr so präsent sind, wie vor der Geburt eures Kindes?

Wenn man, so wie wir, ein temperamentvolles Baby hat, das all der Aufmerksamkeit, Liebe, Energie und Kraft bedarf, dann ist man froh abends seine Ruhe zu haben. An guten Tagen freut man sich dann widerrum über Besuch, dessen Anwesenheit man um so mehr zu schätzen weiß.

Verständnislosigkeit und Intoleranz gegenüber weniger flexibler Unternehmungen (als andere Bekannte mit Baby), seltenen Rückmeldungen und Lebenszeichen, sowie fehlender Empathie bezüglich des etwas anderen Lebensablaufs mit kleinem temperamentvollen Sprössling, sind nervig und machen alles noch stressiger und schwieriger.

Jeden Tag sind wir damit beschäftigt, das Wohl unseres Sohnes, dessen bisheriges Leben eher schwierig und weniger freudsam für ihn ist, in den Vordergrund zu stellen, uns weniger Gedanken um den plötzlichen Kindstod zu machen und einen Weg zu finden, ihm seine Tränchen von den Wangen zu wischen.

Wenn er fremdelt, dann fremdelt er und wir setzen ihn somit nicht seinen Ängsten aus, indem wir mit ihm von Haus zu Haus fahren- unabhängig davon wie sehr wir uns auch so eine Abwechslung wünschen- vor allem für Lenny.

Wenn er schlecht drauf ist, dann beruhigen wir ihn lieber, anstatt Besuch zu empfangen, für den wir ohnehin keine Zeit haben.

Wenn man dann doch mal irgendwo auftaucht, dann wird man freudig empfangen und erhält den Hinweis (wenn man sich nicht im Vorfeld bereits selbst dafür entschuldigt), dass auf der linken Schulterseite unseres Pullovers eine Ladung von Lennys Retouré sein Unwesen treibt. Vom Anblick her könnte man an dieser Stelle auch denken, wir hätten unter einem Taubenbaum gestanden; wohingegen der Geruch eher dem einer gequetschten Banane gleicht- gekoppelt mit einem Hauch von Magensäure.

Ja- es ist da; und ja- es kommt noch viel mehr dazu. 😛

Die sozialen Kontakte kommen oft und leider viel zu kurz- aber man hat niemanden um sich herum vergessen, zählt immer noch auf seine Familie und Freunde- besonders in der anstrengenden Zeit.

Ihr wisst wahrscheinlich, wovon ich spreche, wenn ich behaupte, dass bei uns eben alles anders ist als „Normal“.


Das Leben wird schon ordentlich auf den Kopf gestellt, aber worüber können wir als erwachsene Menschen uns schon beschweren- denn schließlich sind unsere kleinen abhängigen Minimenschen eher davon betroffen, ihre Welt immer wieder neu verstehen zu lernen.

An einem Tag wie heute kommt man also vom abendlichen Spaziergang, voller Euphorie darauf, dass der Kleine nach der Flasche hoffentlich schlafen kann, um am Ende doch den freudigen Anblick zu erleben, dass die Räder des Reifens voller Hundescheiße sind.

In diesem Sinne wieder einmal:

Es muss nicht immer Milch sein, schlaft gut und bis übermorgen (denn ab morgen startet endlich mein Rückbildungskurs 😉   )

 

 

 

Großes Wunder, großes Glück.

Guten Abend meine lieben Leute, guten Morgen liebe kinderlosen Freunde! 😉

Noch vor etwa 14 Monaten zählte ich mich auch zu all denen, die um diese Uhrzeit erst nach einer durchzechten Partynacht aufgestanden sind, um sich für die gleich folgende direkt schon wieder fertig zu machen.

Dass man heute nichts trinken würde, nachdem man gestern mehr als die Kante gekippt hat, ist genau so, wie der Vorsatz des Abnehmens an Silvester.

Er endet spätestens dann, wenn man den Satz gerade mit einem Punkt beendet hat.


Ich sitze nun hier und lausche der Stille um mich herum.

Daniel ist arbeiten und Lenny liegt im Bett; lediglich das Knacken des vorgeheizten Backofens- der sich darauf eingestellt hat meine Cheese Chicken Nuggets zu rösten- durchbricht die Ruhe.

Das ungewohnte Schweigen der singenden Spielzeuge, des Fernsehers und ja sogar des immer durchkühlenden Kühlschranks gibt mir ein Gefühl der Unsicherheit.

Obwohl ich seit der Geburt unseres Sohnes sehr geräuschempfindlich geworden bin und sogar im Keller auf Zehenspitzen laufe, mit dem Trockner schimpfe wenn die von mir geschlossene Tür zu laut knallt und mich jedesmal hochimplodierend darüber aufrege, wenn der Kleine im Kinderwagen schläft und ein vorbeilaufender Spaziergänger enthusiastisch grüßt, gefällt es mir doch besser, wenn hier Leben herrscht.

Genauer gesagt, wenn das kleinste Menschenwesen in diesem Hause die weißen Wände mit seinem Lächeln deutlich bunter macht.

Heute ist Daniel arbeiten; nach den vergangenen Tagen fürchtete ich mich ein wenig vor heute.

Natürlich komme ich mit meinem Sohn gut alleine klar, allerdings werden mir an diesem Punkt die meisten Eltern zustimmen, wenn ich sage, dass die geteilte Beschäftigungssensation für und mit einem Baby deutlichst angenehmer ist.

Ich hasse es, wenn um mich herum lebende Individuen mir erzählen wollen, dass ich mich nicht zum Sklaven meines Kindes machen soll.

Wo um alles in der Welt steht durch wieder irgendeinen super-grandiosen pädagogischen Wissensfutzi geschrieben, dass ein vier Monate alter Säugling ein solches Maß an manipulativer Gedankensteuerung besitzt, dass er in der Lage sein könnte die Menschen, von denen er abhängig ist, herum zu schubsen?

Mal allen Ernstes: Diese kleinen wundersamen Geschöpfe sind auf der Welt, weil wir sie bei uns haben wollen. Sie machen genau das, was wir uns gewünscht haben: L E B E N.

So wie wir Erwachsene unser Dasein frei- entsprechend unseren individuellen Vorstellungen nach- gestalten, haben auch Babys das Recht auf Autonomie und Gedankenfreiheit.

Der einzige Unterschied, bei dem wir den kleinsten Geschöpfen der menschlichen Existenz um einiges voraus und im wohl größten Vorteil sind, ist der, dass wir den besten Weg der Kommunikation nutzen können:

Die jeweils gleich sprechende Sprache.

Sollten wir uns mit jemandem nicht austauschen können, wurde von wieder einem schlauen Menschen festgelegt, dass Englisch die sogenannte „Allerweltssprache“ verkörpern darf, damit sich die Menschheit keinesfalls durch eine Sprachbarriere missverstehen könnte.

Bedingt durch meine diesbezügliche Einstellung und dem Wunsch, unserem Sohn seinen Weg in das Leben zu ebnen, den er verdient hat, lasse ich unser Baby weder schreien, noch allein einschlafen, geschweigedenn in einer vollen Windel verweilen.

So anstrengend die Rolle einer Vollzeit- Mama auch ist, haben vor allem diejenigen unsere größte Aufmerksamkeit verdient, die es am schwersten haben uns ihre Gefühle, Wünsche, Schmerzen oder auch ihr Wohlbefinden auszudrücken.

Ich kann mein Kind nur kennen und ihm daraus folgend auch nur helfen, wenn ich es beobachte, mich mit ihm beschäftige und ganz wichtig: wenn ich versuche ihn zu verstehen.

Denn- und nun komme ich zum Schluss für heute:

Wir alle haben keine Babys bekommen, um weniger Arbeit in sie zu stecken, als in den Dienstleister, für den wir arbeiten.

In diesem Sinne – nach einem tollen Tag mit meinem lachenden und brabbelnden, wenig weinenden Sohn:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht- viel Spaß für einige heute Abend- und bis morgen 😉

 

Mission: Impossible

Wenn der Mittagsschlaf schon nicht funktioniert, der Bauch dick ist und das Gesicht blass, dann steht fest, dass heute wieder ein Tag ist, an dem einfach alles unmöglich zu schaffen sein scheint.

Zu meinem Glück ist Daniel heute zu Hause, morgen muss er wieder Leben retten gehen.


„Wie geht´s euch?“, sind gut gemeinte Standardfragen, dessen gedanklicher Auswirkung sich der Fragende wohl nicht bewusst ist.

Wie soll es einem schon gehen, wenn man nach dem Aufstehen nicht einmal Zeit hatte, sich die Zähne zu putzen, das Gesicht zu waschen, frische Unterwäsche anzuziehen und die Haare zu kämmen.

Schnell schnappt man sich die im Bett herumliegenden Socken vom Vortag und zieht sie mit dem Vorsatz an spätestens zum Mittagsschlaf die eigene Sauberkeitsrehabilitation durchzuführen.

Die gewaschene Wäsche steht seit drei Tagen in der Waschmaschine und gammelt vor sich hin, die Spülmaschine sollte vorgestern noch ausgeräumt werden und überall liegen Berge von Postbriefen und To-Do- Listen.

Der Postbote nervt, wenn er wieder Mal ein Paket der abwesenden Nachbarn abgeben will und stimmt freudestrahlend die Worte: „Bei Ihnen ist das super. Sie sind immer zu Hause.“ auf mich ein. Also unterschreibe ich mit der Hand, die nicht mein quengeliges Baby trägt und stelle erneut fest, dass die Unterschriften auf diesen Dingern aussehen, als hätte ich mindestens drei von fünf Fingern eingegipst.

Sollte der Mittagsschlaf nach langen 45 Minuten des Versuchens endlich glücken, dann nehme ich mir fest vor, aufzustehen und die von mir heißersehnte Dusche durchzuführen.

Letztendlich wache ich nach etwa einer Stunde neben meinem Sohn auf, der sich inzwischen so lange die Decke angesehen hat, dass er bereits die Wandschichten kennen mag, ohne dabei zu Wissen was Wandschichten überhaupt sind.

(An dieser Stelle muss ich betonen, dass wir mittlerweile Tage dazwischen haben, an denen unser Baby und auch wir rundum zufrieden und glücklich sind! Dazu erfahrt ihr aber noch genug  😉   )


Ich hätte gerne jemanden kennen gelernt oder von jemandem gelesen, dessen Baby kein wundersames „Anfängerbaby“ ist.

Betrachtet man die einem vermittelten Werte und Normen unserer Gesellschaft, so zieht man anfangs noch mit. Auf Glückwunsche zum Nachwuchs reagiert man mit bescheidener Freude, auf Besuchsanfragen von Verwandten und Freunden stimmt man stillschweigend zu und auf die „Wie geht´s euch?“- Frage antwortet man stets das, was die Leute hören wollen:

„Ach ja, ganz gut.“

In dieser Welt ist es als Mama (auch als Papa) nicht vernünftig, wenn man einfach mal sagt, was man denkt und wie man sich fühlt.

Es gibt Tage, da hat man keine Lust eine Mama zu sein. Ich weiß nicht, ob sogenannte glücksbegleitete „Anfängerbaby“- Mamis genau so fühlen.

Wenn man dann doch mal kurz winkt und sagt, dass es wirklich anstrengend ist, dann bekommt man immer wieder die selben Antworten:

„Da müsst ihr jetzt durch. Da mussten wir alle durch und haben es auch geschafft.“

„Das legt sich bald.“

„Ach, so schlimm?“

Mensch. Warum fragen die Leute, wenn sie doch eh ihre vorgefertigte Antwort hören wollen und entsetzt sind, wenn sie nicht ihrer Vorstellung entspricht?

Ich kann euch sagen, dass dieses Tabuthema tierisch nervt.

Ja, es ist anstrengend. Und ja, es mag vorüber gehen.

Aber auch als Mama- unabhängig davon, dass man sein Kind über alles liebt- darf man fühlen, empfinden und leiden.

Vor allem aber darf man abends auf dem Sofa sitzen und bitterlichst weinen.

Ich bin ehrlich zu mir selbst und stehe zu meinen Empfindungen. Deshalb glaube und hoffe ich, dass sich die eine oder andere Mami ein bisschen besser fühlt, wenn sie meine Zeilen ließt.

Und für alle, die naiv und der Meinung sind, dass Mamas immer freudig durch die Welt ziehen müssen, kann ich sagen:

Manchmal ist es eben alles nicht einfach; es ist härter als jede Arbeit dieser Welt, es dauert länger als sogar die 24 Stunden Schichten, bei denen man anschließend wenigstens Feierabend hat, es ist lauter als bei einem Hausabriss und es ist quälender, als der Schmerz eines Brandmals.

Es bedeutet                Mama-Sein.

 

In diesem Sinne wieder einmal:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis spätestens übermorgen. 🙂

So sah es bei uns vor ca. 2 Monaten aus. Das Chaos in der eigentlichen Ordnung.

Täglich grüßt das Murmeltier.

Hallo meine Lieben 🙂

die Jogginghose ist nach 3 Wochen endlich mal wieder gewaschen, das Deo nach einer Woche bereits leer und die dritte Maschine Babywäsche für diese Woche liegt gefaltet im Schrank- wartend darauf, dass morgen wieder alles darauf entleert werden kann.

Vier Pullover und vier Bodies pro Tag sind Luxus. Aber heute – toi toi toi- mussten wir Lenny bloß einmal umziehen.

Nach vier Monaten ständiger Begegnung mit dem Reflux war das heute mal eine wundersame Abwechslung.

Das Fieberthermometer fungiert als Verdauungsanreger und wartet auf seinen morgigen Einsatz, falls Lenny wieder mal Schwierigkeiten hat, das angedickte Zeugs abzuführen.


Heute waren wir kurz einkaufen. Eine Herausforderung, die wohl allen Mamas und Papas mit sowohl pflegeleichten als auch – ich nenne sie mal- temperamentvollen Babys widerfährt.

Es beginnt ja schon bei der nervenaufreibenden Suche nach einem Parkplatz- denn die überdimensionale Auswahl an Familienparkplätzen lässt schnell den Überlick verlieren. Wie nervig.

Nachdem wir also wieder einmal ca. 37km vom Kaufhaus entfernt geparkt haben, den absolut mit Tragekomfort ausgestatteten und überhaupt nicht schweren MaxiCosi quer durch den Regen über den Parkplatz schlörrten, erwartete uns ein freudiger Anblick:

Von den vier zur Auswahl stehenden MaxiCosi-Einkaufswagen war doch tatsächlich einer verfügbar- das ist wie Weihnachten und Geburtstag vor dem Elternsein zusammen! Hurra!

Der Kleine schläft. Das ist super.

Schnell durch die Gänge gehuscht- dabei natürlich fast zehn Mal irgendwelche Menschen überfahren, weil die Sicht nach vorne mit dem aufliegenden MaxiCosi doch sehr eingeschränkt ist- sind wir dann kurz vor der Kasse beim Toastbrot angekommen.

Ausgewogene Ernährung, kochen und regelmäßige Essensmalzeiten sind bei uns absolut nicht machbar. Wir essen meistens im Stehen einen Joghurt, das Mittagsessen fällt entweder aus oder taugt als erstes Essbares pro Tag bei MCess oder einer X-beliebigen Pommesbude und das Abendessen gleicht dem Frühstück:

Hier sind wir also beim Alles- oder- Nichts- Prinzip.

„Super Figur dafür, dass du vor vier Monaten noch hoch schwanger warst!“ Haha. Danke… wenn ihr alle wüsstet.

Manchmal sind wir auch einfach zu müde um etwas zu essen.

Naja, jedenfalls waren wir beim Toastbrot angekommen. Der Kleine schlief noch. Klasse!!

Doch ehe wir uns versahen, fuhr ein Mitarbeiter mit seinem lautstarken Hupwagen neben uns her, dessen Dezibelstärke sich kaum von einer eines Tomorrowland- Festivals unterscheiden ließ, und mit einem Mal öffneten sich Lennys Knopfaugen – Er ist wach.

Shit. Jetzt muss es schnell gehen, denn wenn wir eines bisher lernen durften, dann, dass Babys noch weniger Geduld besitzen als Daniel und ich gemeinsam.

Zu unserem Glück war die Kasse relativ leer, sodass es dann doch recht schnell ging. Ein paar Knüttereien waren mit witzigen Grimassen für Lenny schnell überspielt und nachdem man die Lachnummer nicht nur des eigenen Sohnes, sondern auch der nebenan- und hinter einem befindenden Kunden war, flüchteten wir schnellstmöglich zum Auto.

 

Geschafft.


Wenn dein Baby dir in die Augen sieht, kurz überlegt und anschließend aus tiefstem Herzen anfängt zu Lachen, sodass die eigentlich großen Knopfaugen zu kleinen chinesischen Sichtluken werden, dann weißt du, dass du auf dem richtigen Weg bist.

In diesem Sinne wieder einmal:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis spätestens übermorgen! 😉

Manchmal muss es eben Mumm sein…

Guten Abend meine Lieben, guten Tag liebe Mamis und Papis 😉

das Baby liegt im Bett, die Flaschen sind gespült, das Wohnzimmer wieder einigermaßen in seinen vorchaotischen Spielplatzzustand zurück versetzt und der Fernseher läuft.

Ich erzähle den Eltern da draußen nichts Unbekanntes, wenn ich sage: Endlich an einem Tag von 24 Stunden sieht man seinen Partner zum ersten Mal so richtig- ehe die Augen dann doch vor Müdigkeit zufallen.

Es ist anstrengend und es ist eine Herausforderung.

So ein kleines Geschöpf, völlig abhängig von zwei Menschen, die sozusagen ebenso abhängig von sich selbst sind, wie die Lunge zum Sauerstoff.

Wenn ein kleines Menschlein, das man doch so sehr liebt, die vollste Aufmerksamkeit benötigt, dann bleibt selten- und vor allem in der arbeitenden Bevölkerung- Zeit für Zweisamkeit.

Besonders dann, wenn euer Baby mehr Aufmerksamkeit erfordert, als die sogenannten Anfängerbabys.


Anfangs dachten wir, wir wären alleine mit unserem Spagat zwischen der bedingungslosen Liebe zu unserem Sohn und der chronischen Erschöpfung des neuen Daseins- insbesondere der neuen Aufgabe.

Lenny hat nur geschrien und war durch nichts zu beruhigen. Er hat kaum Schlafen können, immer Hunger gehabt und anschließend folgte der durch das Andickungsmittel in der PRE- Milch erschwerte und für ihn qualvolle Verdauungsprozess.

Woher sollten wir denn nun auch wissen, was er für ein Problem hat?

„Das sind Drei- Monats- Koliken“ , „Nach drei Monaten ist alles besser“ , „Ihr habt ein Schreikind“ und „Alles wird gut.“ – sind nur wenige der gutgemeinten tröstenden Worte der Menschen um uns herum gewesen.

Wie um alles in der Welt sollten wir nach nur zwei vergangenen Wochen noch weitere Zweieinhalb Monate überstehen?

Zum Essen keine Zeit, zum Duschen keine Zeit, zum Schlafen keine Zeit und zum Leben keine Zeit.

Die einzige Zeit, die man sich für etwas nehmen kann, definiert sich auf dem, was das weinende Baby auf unserem Arm zu ließ:

M i t w e i n e n.

Es ist schon eine Kunst und übermenschliche maschinelle Fähigkeit, die Hürden des Alltags mit Schreibaby und einem arbeitenden Elternteil zu leisten. „Frauen sind Multi-Tasking-Fähig“. Wow.

Die Zahnbürste in meinem Mund war mit Zahnpasta benetzt, meine Hände zogen mich an, meine Augen waren bei meinem Sohn und mein Körper vegetierte gedankengesteuert vor sich hin.

Einfach ist anders.

Planung ist plötzlich planlos.

Natürlich lieben Mama und Papa ihr eigenes geplantes und gewünschtes Fleisch und Blut, aber ist es nicht auch legitim in solch einer Situation zu sagen, dass man am Ende seiner Kräfte und am Ende der von allen so beschriebenen Lebenslust ist?

Die Tränen unter den Augenringen, die schnell zurück erlangte vorschwangerschaftliche Figur um die andere Neu-Mamis einen beneiden, die Leere im Ausdruck des einst so lebensfrohen Menschens und die vernachlässigte Partnerschaft sind – entgegen aller klugscheißerischen Kommentare- kein Resultat des Hormonabfalls nach der Schwangerschaft.

Im Mittelpunkt steht jedoch immer die Frage beim herzzerreißenden Anblick des weinenden Säuglings: Was hat unser Junge nur?

Ob wir das alles schaffen, WIE wir das alles schaffen und wann unser Sohn endlich lachen und verstehen kann, warum Mama und Papa ihm dieses Leben schenkten, stand vor drei Monaten für uns in den Sternen…


Lasst euch so viel gesagt sein: Wenn ihr meinen Anfang gelesen habt, dann wisst ihr, dass Lenny im Bett liegt und schläft. 😉

In diesem Sinne:

Es muss nicht immer Milch sein, gute Nacht und bis Morgen!  🙂

Hallo Welt!

Heute ist wieder ein Tag, den ich am liebsten aus dem Kalender streichen möchte.

Unser Sohn ist nun 4 Monate alt; wir hatten anfangs eine extrem schwierige Zeit.

Ich war 3 Tage über dem errechneten Termin und meine Mentalität setzt es voraus, dass ich einer der ungeduldigsten Menschen auf diesem Planeten bin.

Geduld- eine Tugend die ich definitiv nicht mit in die Wiege gelegt bekommen habe; ebenso wenig wie mein Mann…

Ich merkte früh morgens, dass irgendwas anders ist. Ich spürte ein Ziehen in meinem Unterleib und wusste: Es geht los!

Mein Mann- so dachte ich- müsste gleich Feierabend haben, denn sein 24h- Dienst geht immer von 07.30Uhr bis 07.30 Uhr.

Zu meinem Bedauern hatte er  natürlich noch einen Einsatz, sodass wir um 11.00 Uhr erst im Krankenhaus angekommen sind.

Wir hatten eine tolle und schnelle Geburt denn um kurz vor 18 Uhr ist unser erster Sohn Lenny gesund zur Welt gekommen.

Im Laufe unseres ersten Kennenlerntages und den darauffolgenden drei Aufenthaltsnächten stand nach intensivmedizinischer Überwachung relativ schnell fest: Unser Sohn ist ein Speihkind. GÖR nennen die Ärzte dieses Problem des Magenpförtners.

So, unser Sohn hat also einen Gastro-Ösophagealen- Reflux. Na wunderbar.

Schnell waren Spucktücher und Schlabberlätze nachgekauft, doch damit sollte nicht genug sein.

Wir verbrachten 4 harte und lange Wochen mit tösendem und qualvollem Geschrei unseres Babys. Niemand konnte uns helfen, niemand nahm uns ernst und niemand verstand so wirklich, dass wir uns zwar über unseren Sohn freuen, aber am Ende unserer Gedankenklarheit waren.

Oft zweifelten wir an uns, oft an ihm und vor allem öfters an unserer Liebe zu ihm. Ja- das mag sich krass anhören, aber wenn ihr alle mal ehrlich zu euch selbst seid, dann stellt ihr auch fest, dass ihr zwar alles für eure Kinder tun würdet, jedoch am liebsten ohne permanentem Geschrei,

Uns ging es miserabel.

Auf der einen Seite die Freude über ein eigenes Baby, auf der anderen Seite über 16 Stunden Geschrei pro Tag und die damit zusammenhängend wachsende Verzweiflung.

—- (dazu bald mehr)

Heute ist also wieder so ein Tag, an dem ich es gerade mal geschafft habe, mich zu duschen, meine Zähne zu putzen und einen BH unter meinem vollgespuckten Shirt zu tragen.

Lenny weint und weint. Auf dem Arm, im Bett, auf der Spieldecke, in der Wippe.

Genau heute. Daniel ist arbeiten. Ich bin zu Hause mit dem Kleinen und wollte endlich mal wieder meine Mama und meine Geschwister besuchen. War wohl nichts…

Letzte Nacht habe ich knapp vier Stunden geschlafen- jedoch nicht (wie manch einer von euch nun glauben mag) wegen Lenny, sondern weil ich eine verrückte Affinität zu jedem Vollmond habe. Denn ohne, dass ich es am Vortag weiß, schlafe ich furchtbar schlecht und drehe mich von a nach b um dann am nächsten Morgen festzustellen, dass der weiße Keks am Himmel wieder in seiner vollsten Pracht leuchtet.

Wunderbar. Diese Nacht war es wieder so weit.

Zu meinem Unmut kam also auch noch Lennys herabgesetzte Stimmung zu Tage und somit verbrachten wir unseren Tag gemeinsam verzweifelnd und abwechselnd weinerlich im Hause.

Ja, die Geduld mit einem schreienden Baby schwindet dort langsam, aber dafür sicher. Anfangs ist man noch einfühlsam und besorgt. Es wird alles ausprobiert was das Baby ruhig stimmen könnte. Dann endlich die Flasche in der Hoffnung, dass dies das Problem war und es anschließend einschläft.

Heute konnte ich ihm nichts Recht machen, ebenso wenig wie er mir.

Daniel ist auf der Arbeit, ein kurzes Telefonat lässt mir die Tränen über die Wangen schießen, denn: Ich kann nicht mehr.

Ich war müde, erledigt und verzweifelt. Auf meinem Arm unser vier Monate alter Sohn mitziehend unzufrieden.

Spazieren gehen? Auto fahren?

Wäre keine schlechte Idee. Allerdings war ich so erschöpft, dass ich es nicht einmal in Anbetracht gezogen habe, meine Jogginghose auszuziehen und mich nach draußen in die Zivilisation zu begeben.

Man fühlt sich einfach nur beschissen.

Hallo Welt! Ja, das bin ich. Und falls es euch auffällt: Mein Fürst von Mekkernich hat mal wieder seine halbe Flasche Retour geschickt. Da spart man sich Parfum, denn es lohnt sich ohnehin nicht. Statt Jean Paul Gaultier gibt es seit vier Monaten „Lennys Retouré“ 😉